Spinat

Pflanz- und Pflegeanleitung Spinat

Botanischer Name

Spinacia oleracea

Familie

Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

Unterfamilie

Blattgemüse

Unter den Blattgemüsen gebührt Spinat der Spitzenplatz. Obwohl er der Legende nach von vielen Kindern gehasst wird, essen ihn zumindest die meisten Erwachsenen sehr gerne. Und das ist auch gut so, denn Spinat ist überaus gesund. Er enthält neben Eisen noch viele andere wertvolle Mineralstoffe und Vitamine. Nicht umsonst zählt er zu einer der wichtigsten Gemüsearten in der deutschen Küche. Dabei ist sein Eisengehalt allerdings nicht ganz so hoch, wie man früher einmal dachte. Denn der Glaube, dass Spinat angeblich extrem viel Eisen enthält, ist heute als ein wissenschaftlicher Irrtum bewiesen, der auf einem Rechenfehler beruht. Gewogen wurde für die Messung nämlich getrockneter Spinat, welcher nur ein Zehntel des Gewichts von frischem Spinat besitzt. Dadurch fiel der prozentuale Eisenanteil viel höher aus als bei frischer Ware – trotz dieses Irrtums ist er damit aber immer noch zufriedenstellend.

Spinat wird in der Regel einjährig kultiviert. Aufgrund seiner erstaunlich guten Frostverträglichkeit kann er jedoch auch überwintert und als zweijähriges Gemüse gezogen werden. Von besonderem Interesse sind die dunkelgrünen und gestielten Blätter der 30–40 cm hohen und rosettenbildenden Pflanze, die je nach Sorte mehr oder weniger stark gekraust sind. Sie sind sehr schmackhaft und werden in der Küche roh als Salat oder gekocht als Gemüse gegessen. Während der glattblättrige Spinat dabei etwas milder und zarter ist, behalten die krausen und dickfleischigen Sorten auch nach dem Kochen noch ihren Biss. Inzwischen gibt es darüber hinaus asiatische Sorten, die sich von unserem Spinat durch dunklere Blätter und längere Stiele unterscheiden. So groß die Vielfalt aber auch ist, entscheidend bei der Auswahl ist in erster Linie die Anbauzeit – denn nach ihr erfolgt die Einteilung in Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winterspinat.

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Aussaat

Da Spinat nicht kälteempfindlich ist, kann schon früh im Jahr mit seiner Aussaat begonnen werden. Erste Aussaaten sind – sofern es die Witterung zulässt – ab Ende Februar möglich. Anschließend können unter Berücksichtigung der Sortenwahl fast das ganze Jahr hindurch regelmäßige Folgeaussaaten in Abständen von 2–3 Wochen erfolgen. Dabei wird Frühjahrsspinat in der Regel von Ende Februar bis Anfang April, Sommerspinat von Mitte April bis Ende Juli, Herbstspinat von Anfang August bis Mitte September und Winterspinat von Ende September bis Mitte Oktober ausgesät. Man sät direkt an Ort und Stelle 1–2 cm tief in Reihen mit einem Abstand von 25 cm. Möchte man zarten Blattspinat ernten sät man in dichteren Reihen von 20 cm, für Babyleaf-Spinat sogar nur von 10–15 cm Abstand aus. Nach der Aussaat wird die Erde angedrückt, damit der Samen Bodenschluss bekommt. Anschließend gut wässern und das Beet gleichmäßig feucht halten. Bei einer Keimtemperatur von 12–20 °C beträgt die Keimdauer 1–2 Wochen. Wenn die Sämlinge ihre ersten Blätter gebildet haben, vereinzelt man sie auf einen Abstand von 8–10 cm, für Blattspinat auf 7 cm und für Babyleaf-Spinat auf 3–5 cm. Werden die Pflanzen geerntet, vergrößert sich der Abstand automatisch.

Standort und Boden

Spinat stellt keine besonderen Standortansprüche. Er bevorzugt eine sonnige Lage, wobei es im Sommer gerne sogar etwas halbschattig sein darf. Der Boden sollte nährstoffreich, locker und gut durchlässig, aber immer ausreichend feucht sein. Ideal ist ein humoser Lehmboden, der vor der Aussaat gut umgegraben und mit reichlich Kompost oder anderer organischer Substanz aufgearbeitet wird. Aufgrund der Nitratproblematik sollte jedoch auf eine zusätzliche Düngung verzichtet werden. Während sich sandige Böden bei guter Wasserversorgung für den Spinatanbau als geeignet erweisen, gestalten sich schwere Böden grundsätzlich als schwierig. Denn Spinat ist ein Tiefwurzler und bildet bis zu einen Meter tief reichende Pfahlwurzeln aus. Der ideale pH-Wert liegt im neutralen Bereich von 6,5 bis 7,5. Liegt er tiefer, wirkt sich ein Kalken des Bodens positiv auf Ertrag und Wachstum auf.



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Vielseitige Anbaumöglichkeiten

Die Gemeinschaftskultur mit anderen Gemüsearten entspricht der traditionellen Anbauweise von Spinat. Denn Spinat ist eine ideale Vor-, Zwischen- und Nachkultur, die sehr gut in eine Fruchtfolge integriert werden kann. Dabei kommt ihm zugute, dass er leichten Schatten verträgt. Man kann mit Spinat daher problemlos Lücken füllen, die anschließend von anderen, größeren und späteren Kulturen komplett in Anspruch genommen werden. Im biologischen Landbau spielt Spinat in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Man sät ihn nämlich als Zwischenfrucht bei Kulturen aus, die gerne von Erdflöhen heimgesucht werden – sein Geruch soll die Schädlinge vertreiben. In einer Mischkultur sind Erdbeeren, Kartoffeln, Kohl, Radieschen, Stangenbohnen, Tomaten und Zwiebeln gute Pflanzpartner. Vermeiden sollte man dagegen die Nähe anderer Fuchsschwanz- und Gänsefußgewächse wie Mangold und Rote Bete. Sie sind auch keine guten Vorgänger oder Nachfolger. Grundsätzlich sollten in Beeten, auf denen Spinat gestanden hat, mindestens 4 Jahre lang kein Fuchsschwanz- und Gänsefußgewächse mehr angebaut werden – dazu gehört auch der Spinat, der unverträglich mit sich selbst ist.

Pflege

Wichtig für ein gutes Wachstum ist eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Der Boden darf nie austrocknen, weil Spinat sonst zu blühen beginnt. Gießen Sie regelmäßig und achten Sie immer darauf, nur den Boden und nicht die Blätter zu benetzen – das beugt Pilzerkrankungen vor. Düngen braucht man Spinat in der Regel nicht. Dafür aber den Boden frei von Unkraut halten, damit die Entwicklung der Spinatpflanzen nicht gehemmt wird – zumindest solange, bis die Spinatblätter groß genug sind und durch ihren eigenen Schatten ein Aufkommen verhindern. Spinat wächst an geschützten Stellen auch im Winter. Wenn die letzte Aussaat auf dem Beet überwintern soll, empfiehlt sich, vor dem Wintereinbruch das Beet mit Reisig abzudecken.

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Vorsicht vor zu hohen Nitratgehalten

Spinat hat die Eigenschaft, größere Mengen an Nitrat in seinen Blättern anreichern und speichern zu können. Bei einer falschen Düngung kann dies zu einem Problem werden, da zu hohe Nitratgehalte für den Menschen gesundheitsschädlich sind. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, auf jegliche Art einer stickstoffbetonten Düngung zu verzichten oder diese alternativ auf ein für den Ertrag notwendiges Maß zu reduzieren. Sicherheitshalber sollte man in diesem Fall jedoch besser 2–3 Wochen zwischen der letzten Düngung und der nächsten Ernte verstreichen lassen. Darüberhinaus wird die Nitratanreicherung in der Pflanze durch Lichtmangel, niedrige Temperaturen und anhaltende Trockenheit begünstigt – wohingegen hohe Lichtintensitäten und Temperaturen den Abbau in der Pflanze fördern.

Ernte und Lagerung

Die Kulturzeit von Spinat beträgt 4–6 Wochen. Je nach Aussaattermin können die ersten Ernten demnach schon ab Ende April vorgenommen werden, sofern sich bereits ausreichend Blattmasse gebildet hat. Je nach Bedarf kann man einzelne Blätter pflücken oder die ganze Pflanze kurz über dem Boden abschneiden. Wenn man sich dabei nur auf die äußeren Blätter beschränkt und das Herz stehen lässt, treibt Spinat noch einmal aus und ermöglicht weitere Folgeernten. Sobald er blüht, sollte die Ernte jedoch eingestellt werden, da er von nun an bitter schmeckt. Spät ausgesäte und frostharte Herbst- sowie Wintersorten werden geschützt überwintert und erst im folgenden Frühjahr geerntet.

Spinat sollte möglichst frisch gegessen und nicht zu lange gelagert werden. Denn selbst im Gemüsefach des Kühlschranks, wo er am besten aufgehoben ist, hält er sich nur 1–2 Tage. Noch schwieriger gestaltet sich eine Lagerung bei Raumtemperatur. Sie birgt die Gefahr, dass sich das im Spinat enthaltene und an sich wenig giftige Nitrat durch die verstärkte Vermehrung von Bakterien mit der Zeit zu Nitrit und zu den noch gesundheitsschädlicheren Nitrosaminen umwandelt. Die wesentlich bessere Alternative ist es deshalb, größere Mengen an Spinat kurz zu blanchieren und einzufrieren. Auf diese Weise bleibt er fast ein ganzes Jahr haltbar. Nach wie vor gilt, dass Spinat nicht länger als 10 Minuten erwärmt werden sollte. Bei kühler Lagerung kann er aber, entgegen der alten Küchenweisheit, noch ein zweites Mal erhitzt werden.

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Einfacher Schutz vor Oxalsäure

Dass Spinat neben all den wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen auch Oxalsäure enthält, merkt man den dem stumpfen Gefühl, das er auf den Zähnen hinterlässt. Durch Blanchieren und Kochen lässt sich der Säuregehalt reduzieren. Die Verwendung von Käse und Sahne bei der Zubereitung beugt dabei einen durch Oxalsäure hervorgerufenen Calciummangel vor. Der Oxalsäuregehalt von Spinat ist im Frühling und Sommer am höchsten, im Herbst und Winter dagegen am geringsten – er verhält sich damit genau umgekehrt zum Nitratgehalt.

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Rezept: Lachs-Spinat-Rolle

Zutaten

  • 150g Spinat
  • 4 Eier
  • 50g geriebener Käse
  • 250g Räucherlachs
  • 200g Kräuterfrischkäse
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung

Angefangen wird mit den Eiern. Diese werden in einer Schüssel schaumig geschlagen und mit dem etwas zerkleinerten Spinat und dem geriebenen Käse gemischt. Die Ei-Spinat-Käse-Masse wird nun gleichmäßig auf einem Backblech mit Backpapier verteilt und bei 200° für etwa 10 Minuten gebacken. Die Masse sollte nun fest sein und kann umgedreht werden. Das Ganze wird mit dem Kräuter-Frischkäse bestrichen und darauf der Lachs gleichmäßig verteilt. Wer möchte, kann den Lachs für eine fruchtige Note noch mit etwas Zitronensaft beträufeln. Zuletzt gilt es nur noch, alles fest gerollt zu bekommen und in ca 1,5 cm dicke Scheiben zu schneiden.



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