Rhabarber

Rhabarber

Pflanz- und Pflegeanleitung Rhabarber

Botanischer Name

Rheum rhabarbarum

Familie

Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Unterfamilie

Blattgemüse

In Deutschland wurde Rhabarber erst Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt – heute gibt es jedoch kaum einen Gemüsegarten, in dem nicht mindestens eine Rhabarberpflanze wächst. Obwohl er meist für süße Speisen wie Kuchen, Kompott und Konfitüren verwendet wird, ist Rhabarber ein Blattgemüse und kein Obst, wenngleich er eigentlich wie ein solches in der Küche verarbeitet wird. Dabei verfügt das beliebte Saisongemüse über einen erfrischend säuerlichen Geschmack.

Rhabarber ist eine Rhizomstaude und bildet grundständige Rosetten mit sehr großen, tellerförmigen Blättern, die an bis zu 70 cm langen, fleischig verdickten und je nach Sorte mehr oder weniger rötlich gefärbten Stielen stehen. Zwischen Mai und Juni entwickelt sich der bis zu 2 Meter hohe Blütenstand mit einer cremefarbenen Rispenblüte – sofern man ihn denn lässt. Wie für eine Staude üblich, sterben die oberirdischen Pflanzenteile im Herbst ab. Die Pflanze treibt dann im nächsten Frühjahr wieder aus.

Pflanzung

Rhabarber wird in der Regel nicht ausgesät, sondern gepflanzt. Die Pflanzung kann sowohl im Frühjahr von März bis Ende April als auch im Herbst von September bis Ende Oktober erfolgen. Gepflanzt werden nicht zu kleine Rhizomstücke, sonst wartet man jahrelang auf die erste Ernte. Geeignete Stücke sollten dick, fleischig und etwa 500 g schwer sein. Vor dem Pflanzen wird der Boden spatentief gelockert und mit Kompost oder einem anderen organischen Dünger – wie Gärtner Pötschkes Hornspäne oder Gärtner Pötschkes Naturdünger – aufbereitet. Anschließend werden die Wurzelstöcke circa 3 cm tief und mit einem Pflanzabstand von nicht weniger als 1 Meter gesetzt. Denn die Stauden benötigen viel Platz – wenn die Blätter im Sommer ihre volle Größe erreichen, kann eine einzige Pflanze schon einmal eine Fläche von bis zu 2 Quadratmetern einnehmen. Man pflanzt die Rhizomstücke gerade so tief, dass ihre Austriebsknospen nur ganz dünn mit Erde bedeckt werden. Bei einem zu tiefen Stand faulen sie nämlich schnell ab. Bis zur Pflanzung luftig und kühl lagern.

Standort und Boden

Ideal ist ein offener, sonniger bis leicht halbschattiger Standort mit einem nährstoffreichen und humosen, tiefgründigen und gut durchlässigen aber trotzdem stets leicht feuchten Gartenboden. Denn Trockenheit verträgt Rhabarber genauso wenig wie Staunässe und schwere Böden. Dabei muss Rhabarber aber nicht zwingend im Gemüsebeet angepflanzt werden – mit seinen großen Blättern und roten Stielen gibt er auch an anderen Stellen im Garten ein attraktives Bild ab, zum Beispiel an einem Teichrand.

Pflege

Aufgrund seines starken Wuchses und seiner großen Blätter benötigt Rhabarber viel Wasser und Nährstoffe. Im Sommer muss er daher regelmäßig gegossen werden – eine Mulchschicht verhindert dabei, dass nicht zu viel Feuchtigkeit über den Boden verdunstet. Achten Sie beim Mulchen aber darauf, dass die Austriebsknospen nicht mit abgedeckt werden. Die ab Mai ständig erscheinenden Blütentriebe müssen regelmäßig entfernt werden, denn ansonsten steckt die Pflanze ihre ganze Energie in die Bildung der Blüten und nicht in die neuer Blattstiele. Nach der Ernte Ende Juni wird Rhabarber mit einem Volldünger versorgt, damit er wieder zu Kräften kommt. Besonders gut für diesen Zweck ist Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter® komplett geeignet – ein schnell wirksamer Dünger mit allen wichtigen Haupt- und Spurennährstoffen. Im Herbst zieht die Pflanze ein. Die Blätter und Stängel können entfernt werden, sobald sie vertrocknet sind. Zu dieser Zeit empfiehlt sich eine Abdeckung mit abgelagertem Stallmist, Kompost oder Rindenmulch, welche im Frühjahr flach um die Rhabarberpflanze herum in den Boden eingearbeitet wird.

Maximaler Genuss bei minimaler Pflege

Wenn sich eine Rhabarberstaude erst einmal eingewöhnt hat, kann man jahrelang von ihr ernten, ohne dass man sich viel um sie kümmern muss. Die Pflanzen liefern 8–10 Jahre lang ihre köstlichen Blattstiele, bevor sie ausgegraben, geteilt und an anderer Stelle neu eingepflanzt werden müssen.

Ernte und Lagerung

Geerntet werden die fleischigen Blattstiele ab Mitte April bis Ende Juni. Sie sind erntereif, sobald das Blattgewebe zwischen den Rippen nicht mehr gewellt, sondern glatt ist. Um junge und neu gepflanzte Stauden nicht zu schwächen, darf im ersten Jahr nach der Pflanzung noch nicht geerntet werden. Die erste Ernte erfolgt demnach im zweiten Standjahr. Dabei sollten die Stiele immer nur am Blattansatz herausgedreht und nicht abgeschnitten werden. Ernten Sie nie mehr als ein Drittel aller Blattstiele, das sind im Durchschnitt 4–5 kräftige Stiele pro Pflanze. Denn die Staude benötigt Reserven, mit deren Hilfe sie sich wieder regenerieren kann.

Rhabarber enthält Oxalsäure – sie verleiht ihm sein delikates, säuerliches Aroma und beendet im Sommer mit ansteigendem Gehalt auch seine Ernte. So sollte Rhabarber grundsätzlich nur bis zum 24. Juni verzehrt werden, da der Oxalgehalt der Pflanze über dieses Datum hinaus zu stark ansteigt. Eine zu hohe Aufnahme von Oxalsäure bringt im Körper den Calciumstoffwechsel durcheinander und kann zu Nierensteinen führen. Je später Rhabarber im Jahr geerntet wird, desto mehr Oxalsäure enthält er. Wenn man es aber mit den Mengen nicht übertreibt, gibt es keine Einwände, die gegen seinen Genuss sprechen. Lediglich empfindliche Menschen, die zu Gicht und Nierenkrankheiten neigen, sollten aufpassen und vorsichtig sein.

Grundsätzlich sollte Rhabarber nur im geschälten und gekochten Zustand zubereitet werden. Aber Rhabarber ist im Rohzustand ohnehin so sauer, dass niemand freiwillig auf die Idee käme, ihn zu essen. Frischer Rhabarber hält sich in ein feuchtes Tuch eingeschlagen 2–3 Tage im Kühlschrank. Er kann aber auch eingefroren werden. Nach dem Putzen schneidet man ihn dazu einfach in Stücke und füllt diese in einen Gefrierbeutel – er wird unblanchiert in die Kühltruhe gelegt. Eingefrorener Rhabarber eignet sich jedoch nur noch für Kompott und Konfitüren, weil er nach dem Auftauen seine Festigkeit verliert.

Die Blätter von Rhabarber dürfen dagegen nie – weder roh oder gekocht – gegessen werden. Sie können zum Mulchen oder zum Bereiten von Jauche verwendet werden. Alternativ kommen sie auf den Kompost.

Frühere Ernten durch Treiberei

Besonders frühe Ernten werden durch das Treiben ermöglicht. Für die Treiberei eignen sich alle Pflanzen, die schon mindestens 2 Jahre auf einem Beet gestanden haben. Allerdings benötigen sie je nach Sorte einen unterschiedlich langen Kältereiz, bevor sie zu wachsen beginnen und man mit dem Treiben anfangen kann. In der Regel kann Rhabarber ab Februar abgedeckt werden. Nachdem alle alten Blätter entfernt wurden, stülpt man eine Kiste oder einen großen Eimer über die Austriebsknospen, damit möglichst wenig Licht einfällt und die Stiele hell und zart bleiben. Um die Temperaturen unter der Abdeckung zu erhöhen, legt man zusätzlich noch eine alte Decke oder eine dicke Schicht Stroh um die Kiste oder den Eimer und deckt das Ganze mit Folie gegen Regen ab. Auf diese Weise können die ersten angetriebenen Blattstiele meist schon einen Monat früher ab Mitte März geerntet werden. Beachten Sie dabei aber, dass verfrühte Pflanzen in der gleichen Saison nicht erneut beerntet werden dürfen.

Rezept: Leckeres Rhabarber-Kompott


Zutaten:
2 Stangen Rhabarber
1/2 Packung Vanillezucker
Zucker
Maisstärke

Der Rhabarber wird zunächst gewaschen. Schälen ist nicht notwendig, aber möglich. Allerdings sorgt die Schale später für die schöne, rötliche Farbe des Kompotts.
Die Rhabarberstangen nun in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und in köchelndes Wasser legen. Anschließend den Vanillezucker hinzugeben und den Rhabarber weich kochen lassen. Mit Hilfe der Maisstärke wird das Kompott nun etwas angedickt und abschließend mit Zucker abgeschmeckt.


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