Meerrettich

Meerrettich

Pflanz- und Pflegeanleitung Meerrettich

Botanischer Name

Armoracia rusticana

Familie

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Unterfamilie

Wurzelgemüse

Scharf, schärfer, Meerrettich – so könnte theoretisch die Steigerung lauten, denn frischer Meerrettich ist wirklich so scharf, dass er jedem die Tränen in die Augen treibt. Die winterharte, krautige Staude besitzt bis zu 1 Meter lange, aufrecht stehende Grundblätter. Zur Blütezeit bringt sie hohe Stängel mit kleinen, traubenförmig angeordneten, weißen Blüten hervor. Doch es sind nicht die Blätter oder Blüten, welche die Beliebtheit von Meerrettich ausmachen. Vielmehr wird er wegen seiner aromatischen Wurzeln angebaut und geschätzt. Sie verleihen Speisen die bekannte Schärfe und Würze. Verantwortlich dafür sind die in ihnen enthaltenen Senföle. Die bis zu 30 cm langen, weißfleischigen Wurzeln werden von einer rauen, bräunlichen Haut überzogen und schon seit alters her als Küchen- und Heilkraut verwendet. Berühmt ist Meerrettich dabei für seine anregende und verdauungsfördernde Wirkung.

Pflanzung

Meerrettich aus Samen zu ziehen ist zwar möglich, aber sehr zeitaufwändig. Viel einfacher ist es, ihn durch Wurzelschnittlinge – die sogenannten Fechser – zu vermehren. Sie werden im Frühjahr von März bis Ende April bei frostfreiem Wetter leicht schräg und mit einem Abstand von 20–30 cm in den Boden gebracht. Dabei sollte das Kopfende etwa 5 cm und das Wurzelende etwa 15 cm mit Erde bedeckt werden. Der Reihenabstand beträgt 60 cm. Vor der Pflanzung die Fechser kräftig mit einem Lappen abreiben, um alle unerwünschten Seitenknospen zu entfernen. Anschließend mit Erde auffüllen und gut andrücken. Die Fechser bis zur Pflanzung luftig und kühl lagern.

Ein regelmäßiger Wechsel ist von Vorteil

Meerrettich eignet sich nicht für eine Mischkultur. Um die Pflanzen gesund zu erhalten, sollte ein regelmäßiger Fruchtwechsel praktiziert werden. Neue Kulturen werden dabei stets auf frischen Beeten angelegt. Da Meerrettich zur Familie der Kreuzblütler gehört, sollte man eine direkte Nachbarschaft sowie eine Vor- und Nachkultur mit anderen Mitgliedern der Familie, wie etwa allen Kohlarten, vermeiden.

Standort und Boden

Ein sonniger bis halbschattiger Standort mit einem nährstoffreichen, tiefgründigen und stets feuchten sowie lehmigen Sandboden – in den die Wurzeln mühelos eindringen können – ist für die Entwicklung von Meerrettich ideal. Es hat sich bewährt, im Herbst vor der Pflanzung den Boden mit Kompost und einem organischen Volldünger aufzubereiten.

Pflege

Meerrettich bei großer Hitze und länger anhaltender Trockenheit regelmäßig gießen, ohne dabei Staunässe aufkommen zu lassen. Zur Düngung eignet sich zum Beispiel Gärtner Pötschkes Naturdünger oder auch Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter® komplett. Regelmäßiges Unkrautjäten ist unverzichtbar. Um möglichst glatte sowie unverzweigte Wurzelstangen ernten zu können, legt man diese im Juni vorsichtig frei, bricht alle kleinen Seitenwurzeln unterhalb des Triebkopfes aus und lässt nur den stärksten Wurzeltrieb weiter wachsen. Die Pflanze muss dabei natürlich im Boden bleiben. Anschließend bedeckt man die verbliebende Hauptwurzel wieder mit Erde – sie wird sich bis zum Herbst zu einer kräftigen, erntereifen Stange entwickeln.

Ernte und Lagerung

Die Ernte von Meerrettich erfolgt in der Regel erst im zweiten Jahr – je nach Witterung ab Ende Oktober / Anfang November, sobald die Blätter absterben. Im Kühlschrank hält sich eine grob gewaschene und ungeschälte Meerrettichwurzel einige Wochen, in der Tiefkühltruhe einige Monate. Ansonsten lässt sich Meerrettich in Kisten mit angefeuchtetem Sand kühl und dunkel – zum Beispiel in einem Kellerraum – lagern. Vor der Einlagerung säubert man ihn von anhaftender Erde. Auf diese Weise gelagert steht einem den ganzen Winter über ein Vorrat an frischem Meerrettich zur Verfügung. In der Küche wird Meerrettich zu Würz- und Speisezwecken verwendet.

Dem Ausbreitungsdrang Einhalt gebieten

Beim Roden ist Vorsicht geboten. Wenn Teile der Wurzel im Boden verbleiben oder in andere Beete gelangen, ist es schwer, sie von dort wieder zu entfernen – jedes kleine Wurzelstück treibt wieder aus. Um zu verhindern, dass Meerrettich sich zu einem wuchernden Unkraut entwickelt, sollten unbedingt alle Wurzelteile gründlich geerntet werden. Zumindest dann, wenn sich in den Folgejahren an der gleichen Stelle kein neuer Meerrettich entwickeln soll. Eine gute Möglichkeit, Meerrettich in Schacht zu halten besteht darin, seine Fechser im Frühjahr in große Töpfe oder Kübel zu pflanzen.


Rezept: Preiselbeer-Meerrettich-Dip


Zutaten:
3 EL Preiselbeerkompott
50g geriebener Meerrettich
60ml süße Sahne
1 1/2 EL Senf, Mittelscharf
1 EL Zitronensaft
Salz

Zubereitung:
Zunächst den Meerrettich mit einer Gemüsereibe reiben oder z.B. mit einem Mixer zerkleinern. Die restlichen Zutaten bis auf die Sahne hinzugeben und gründlich verrühren.
Dann die Sahne steif schlagen und vorsichtig unter die Sauce heben.
Optional kann mit etwas Paprikapulver oder kleine Mengen Curry für Farbe und einen würzigeren Geschmack gesorgt werden.



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