Knoblauch-Pflege

Knoblauch Pflanz- und Pflegeanleitung

Botanischer Name

Allium sativum

Familie

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Unterfamilie

Zwiebelgemüse

Wenn jemand in Verbindung mit Knoblauch die Nase rümpft, liegt das sicherlich weniger an seinem Geschmack als vielmehr an seinen charakteristischen Ausdünstungen, die über den Atem und die Haut manchmal noch Stunden, ja sogar Tage zu riechen sind. Manche sehen aus diesem Grund sogar vom Genuss dieser Knollen ab. Das ist allerdings mehr als schade, denn Knoblauch ist sehr gesund, äußerst lecker und in der Küche überaus vielfältig zu verwenden: Er würzt Salate, Soßen, Suppen und Eintöpfe sowie Aufläufe, er verleiht Kurzgebratenem den letzten Pfiff und dem Sonntagsbraten ein besonderes Aroma. Aus der italienischen Küche ist er dabei gar nicht mehr wegzudenken.

Frischer Knoblauch ist fest, riecht würzig und weist noch keine grünen Keime auf. Seine von mehreren Häuten umgebene „Knolle“ besteht aus zahlreichen kleinen Einzelzwiebeln, die man auch „Zehen“ nennt. Diese lassen sich leicht voneinander trennen und sind jeweils noch von einer eigenen Schale umschlossen, die vor dem Verzehr entfernt wird. Wenn man Knoblauch jedoch pflanzen möchte, lässt man die Schalen der einzelnen Zehen unversehrt.

Pflanzung Knoblauch

Knoblauch wird nicht ausgesät, sondern durch das Pflanzen einzelner Zehen vermehrt. Die Pflanzung erfolgt entweder im Herbst von September bis Oktober oder im zeitigen Frühjahr ab April. Vor dem Pflanzen wird die Knoblauchknolle vorsichtig in ihre einzelnen Zehen geteilt. Diese steckt man in Reihen mit einem Abstand von 20 cm so weit in den Boden, dass ihre Spitzen gerade noch mit Erde bedeckt sind. Bei einer Herbstpflanzung werden die Zehen zum Schutz im Winter mit knapp 10 cm etwas tiefer gepflanzt als bei einer Frühjahrspflanzung. Der Abstand innerhalb einer Reihe beträgt bei beiden 10–15 cm. Die Knollen bis zur Pflanzung luftig und warm lagern.

Knoblauch benötigt eine Kälteperiode von 1–2 Monaten, um gut auszureifen. Aus diesem Grund wird meist die Herbstpflanzung empfohlen. Zu einer Frühjahrspflanzung wird nur in sehr kalten Gegenden geraten. Denn ohne einen entsprechenden Kältereiz reift im Frühjahr gepflanzter Knoblauch oftmals nur sehr schlecht.

Gärtner Pötschke

Vorzüge von speziellem Pflanzgut

Im Gemüsegeschäft oder Supermarkt wird Knoblauch meist ohne Sortenbezeichnung verkauft. Diesen sollte man lieber nicht zur Vermehrung im eigenen Garten nutzen, denn er stammt oft aus Südeuropa, Asien oder Argentinien und eignet sich nicht für unsere klimatischen Verhältnisse. Meist enden diese Versuche mit einer großen Enttäuschung. Verwenden Sie deshalb immer spezielles Pflanzgut, wie Sie es bei Gärtner Pötschke oder im Gartenfachhandel kaufen können.

Standort und Boden Knoblauch

Zum Gedeihen benötigt Knoblauch einen sonnigen, warmen und geschützten Standort mit einem leichten, lockeren und gut durchlässigen Boden. Staunässe verträgt Knoblauch nicht. Aus diesem Grund sollten schwere und nasse Böden mit Sand aufgelockert werden. Ansonsten würden die Knollen nur sehr klein bleiben und im schlimmsten Fall zu faulen beginnen. Alternativ können die Zehen im Herbst zunächst in kleine Töpfe gesteckt werden, die den Winter über an einem geschützten Platz im Freien aufgestellt werden – so bekommen sie die Kälte, die sie brauchen, aber nicht zu viel Feuchtigkeit und Wasser ab.

Gärtner Pötschke

Dicke Luft für Schädlinge

Im Gemüsegarten ist Knoblauch ein hervorragender Kandidat für eine Mischkultur – er braucht nicht einmal ein eigenes Beet, man kann ihn wunderbar zwischen andere Kulturen pflanzen. Für sie wirkt er wie ein Gesundheitspolizist, da er viele Krankheiten und Schädlinge abwehrt, die ihnen ansonsten gefährlich werden könnten. Meist genügen schon wenige Zehen, die man einfach zwischen die zu schützenden Pflanzen steckt. Nicht kombinieren sollte man Knoblauch dabei mit Hülsenfrüchten und Kohl.

Pflege Knoblauch

Knoblauch braucht nur mäßig gegossen und gedüngt werden. Meist ist es ausreichend, bei der Pflanzung reichlich gut verrottete organische Substanz in den Boden einzuarbeiten – frischer Mist und Kompost ist für diesen Zweck jedoch ungeeignet. Nach dem Stecken der Zehen sollte der Boden regelmäßig von aufkeimenden Unkräutern befreit werden, dabei vorsichtig vorgehen und flach hacken. Der Einsatz von schwarzer Mulchfolie hält die Pflanzen warm, den Boden feucht und das Unkraut klein. Alle Blütenstände werden regelmäßig entfernt, denn sie rauben den Knollen die Kraft für ihre weitere Entwicklung. Haben sich doch einmal Blüten und Brutknollen gebildet, können diese entweder direkt wieder eingepflanzt oder in der Küche verarbeitet werden. Sollte Knoblauch – insbesondere bei einer Herbstpflanzung – witterungsbedingt schon sehr früh austreiben, empfiehlt es sich, die jungen Pflanzen vor dem noch drohenden Frost zu schützen. Ideal ist eine Abdeckung mit Vlies. Sie sollte luftig sein und sich nur auf sehr kalte Witterungsperioden beschränken.

Ernte und Lagerung Knoblauch

Knoblauch ist erntereif, wenn sein Laub vergilbt. Dies ist bei Herbstpflanzungen im nächsten Frühsommer und bei Frühjahrspflanzungen im Hochsommer ab August der Fall. Dann das Gießen einstellen, bei trockenem und sonnigem Wetter die Knollen vorsichtig mit einer Grabegabel aus dem Boden holen und sie nach der Ernte noch einige Tage im Beet nachtrocknen lassen. Anschließend vorsichtig von anhaftender Erde befreien und mit ihrem Laub an einem dunklen und gut belüfteten Ort für einige Wochen zur weiteren Trocknung aufhängen. Alternativ können sie auch einlagig in Kisten geschichtet werden. Sobald die äußeren Häute komplett durchgetrocknet sind, kann man das trockene Laub entweder zu Zöpfen flechten oder einkürzen und die Knollen in luftigen Säcken oder Körben mehrere Monate lagern. Wenn Knoblauch zu hell gelagert wird, entwickeln sich grüne Keime. Diese sind zwar nicht giftig, jedoch verliert keimender Knoblauch stark an Aroma.

Wenn man es nicht übertreibt, kann man schon früh ein wenig vom Knoblauchlaub ernten. Es schmeckt würzig und wird wie Schnittlauch verwendet. Die Knollen und Zehen selbst werden roh, gekocht oder angebraten in der Küche zubereitet.

Gärtner Pötschke

Rezept: Griechisches Tzatziki

Zutaten

  • 500g griechischer Joghurt
  • 1 Salatgurke
  • 4 Zehen Knoblauch
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung

Ein wirklich gutes, kräftiges Tzatziki mit herrlichem Knoblauch-Aroma braucht nur wenige Zutaten und ist vor allem sehr schnellzubereitet: Als erstes muss der griechische Joghurt durch durchgerührt werden, bis er eine cremige Konsistenz hat. Die Salatgurke wir geschält und grob geraspelt und anschließend eingesalzen, sodass sich der Gurkensaft abesetzt. Währenddessen können die Knoblauchzehen schon mal geschält und in die griechischen Joghurt gepresst werden. Die Gurkenrapseln werden nun in ein sauberes Tuch gegeben und der restliche Gurkensaft ausgepresst und ebenfalls zum Joghurt gegeben. Jetzt nur noch alles gut durchmischen, ziehen lassen und mit Salz & Pfeffer abschmecken - fertig!



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