Kartoffel

Pflanz- und Pflegeanleitung Kartoffel

Botanischer Name

Solanum tuberosum

Familie

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Unterfamilie

Wurzelgemüse

Kartoffeln sind in vielen Teilen der Welt das wichtigste Grundnahrungsmittel. Jeder kennt sie und weiß, wie gut sie schmecken – doch das war nicht immer so. Kartoffeln stammen ursprünglich aus Südamerika. Ihren großen Siegeszug traten sie bald nach der Entdeckung Amerikas an, wenn auch zunächst mit einigen Startschwierigkeiten und von so manchem Missverständnis begleitet. Die ersten Versuche, die stärkereichen Knollen als Nahrungspflanze populär zu machen, schlugen fehl. Anfangs hielt man sie noch wegen der hübschen, glockenförmigen Blüten und des üppigen, gefiederten Laubs als Zierpflanzen. Später sprach sich dann herum, dass man die tomatenähnlichen Früchte der Kartoffel essen könne – mit fatalen Folgen. Denn im Gegensatz zu den unterirdisch reifenden Knollen sind ihre Früchte – wie alle oberirdischen Teile der bis zu 1 Meter hohen, krautigen Pflanze – ungenießbar und giftig.

Heutzutage bieten Kartoffeln – oft auch Erdäpfel genannt – eine reiche Auswahl an Farben, Formen sowie Geschmacksnoten. Weltweit sind über 5.000 Sorten bekannt. Sie werden nach Reifezeiten und Kocheigenschaften eingeteilt. Frühe Kartoffeln sind klein und können mit ihrer zarten Schale gekocht und gegessen werden, späte Kartoffeln haben dagegen meist größere Knollen und eine harte Schale. Festkochende Sorten eignen sich ideal für Brat-, Pell- und Salzkartoffeln sowie Salate. Die vorwiegend festkochenden Knollen werden für Grillkartoffeln, Pommes Frites, Reibekuchen oder Rösti verwendet. Und aus den mehlig kochenden Kartoffeln lassen sich Suppen, Klöße und Püree herstellen.

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Pflanzung

Sie erfolgt von Anfang April bis Anfang Mai. Der Boden sollte bereits gut abgetrocknet und aufgewärmt sein. Frühe Sorten können, wenn sie unter Folie oder in einem Folientunnel gezogen werden, auch schon ab Mitte März ausgepflanzt werden. Zu dieser Zeit müssen sie aber auf jeden Fall noch gegen Spätfröste geschützt werden. Zur Ernteverfrühung kann die Folie bei ihnen bis zu 10 Tage vor der Ernte auf der Kultur bleiben.

Kartoffeln kann man einzeln in Pflanzlöcher oder lange Furchen legen. Wichtig ist nur, dass ihre Augen beim Einpflanzen nach oben zeigen. Man pflanzt in Reihen alle 30–35 cm eine Kartoffel circa 8 cm tief. Bei frühen Sorten beträgt der Reihenabstand 60 cm, bei späten Sorten 65–70 cm, da sie stärker wachsen und länger auf dem Beet bleiben. Je mehr Abstand die einzelnen Kartoffelpflanzen zueinander haben, desto besser können sie nach einem Regenguss wieder abtrocknen, was ihre Anfälligkeit gegenüber der gefürchteten Kraut- und Braunfäule verringert. Die höchsten Erträge ergeben sich erfahrungsgemäß bei einer Dichte von 4–5 Pflanzen pro Quadratmeter. Bis zur Pflanzung sollten die Knollen kühl und bei einer möglichst hohen Luftfeuchte gelagert werden.

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Ernteverfrühung durch Vorkeimen

Wer auf die eigene Ernte nicht so lange warten möchte, hat die Möglichkeit, seine Kartoffeln vorzukeimen. Diese Art der Ernteverfrühung lohnt sich bei allen Frühkartoffeln. Dazu werden die Knollen ab Ende Februar in einer Kiste hell und warm bei circa 15 °C aufgestellt. Verwenden Sie flache Obststiegen oder spezielle Vorkeimkisten, die Sie dünn mit Komposterde auffüllen. Anschließend werden die Knollen in Abständen von 5 cm darin ausgelegt und mit leichter Erde abgedeckt. Nach etwa 3–4 Wochen können die gut vorgekeimten Kartoffeln gesetzt werden. Die Pflanzung erfolgt ab Anfang April – in rauen Lagen erst ab Ende April oder Anfang Mai, damit ihr Austrieb durch Spätfröste nicht gefährdet wird. Der Boden sollte sich bereits auf mindestens 7 °C erwärmt haben, bevor die Knollen in die Erde kommen. Bei der Pflanzung geht man vorsichtig vor und achtet darauf, dass die jungen Keime nicht beschädigt werden. Vorgekeimte Kartoffeln können in der Regel schon im Juni geerntet werden.

Standort und Boden

Kartoffeln gedeihen am besten auf einem offenen, sonnigen und warmen Standort mit einem leichten, tiefgründigen und gut durchlässigen Boden im leicht sauren Bereich. Er sollte im Herbst vor der Pflanzung idealerweise mit reichlich organischer Substanz wie gut verrottetem Kompost oder Stallmist aufgearbeitet werden. Als Starkzehrer ist die Kartoffel eine ideale Erstkultur unter den Gemüsepflanzen. Es wird empfohlen, eine Fruchtfolge einzuhalten und sie frühestens alle 3–4 Jahre auf dem gleichen Beet wieder anzubauen. Während Hülsenfrüchte eine gute Vorkultur sind, sollten alle Flächen, auf denen im Vorfeld bereits andere Wurzelgemüse oder Zwiebeln gestanden haben, vermieden werden.

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Kartoffeln in Eimern, Kisten und Säcken

Wer für ein Kartoffelbeet keinen Platz hat, kann die Knollen auch in Eimern, Kisten und Säcken ziehen, was sogar auf dem Balkon oder der Terrasse möglich ist. Voraussetzung dafür ist ein ausreichend großes Pflanzgefäß mit viel nährstoffreicher, lockerer Erde. Ansonsten funktioniert die Kultur ganz ähnlich wie im Beet: Die Kartoffeln werden etwa 8 cm tief mit den Augen beziehungsweise Keimen nach oben eingepflanzt. Wenn man sie in einen Sack pflanzen möchte, kann man einen mit handelsüblicher Blumenerde verwenden – er wird nur an den Stellen aufgeschlitzt, an denen man die Knollen einsetzt. Die Triebe sprießen dann aus dem Schlitz heraus. Das Anhäufeln entfällt, weil der Sack in der Regel aus lichtundurchlässiger Folie besteht. In Eimern und Kisten gezogene Kartoffeln werden leicht angehäufelt, um ihre Standfestigkeit zu erhöhen.

Pflege

Damit Kartoffeln gut gedeihen, ist ein regelmäßiges Hacken gegen Unkräuter sehr wichtig. Dabei achtet man natürlich darauf, die heranwachsenden Knollen im Boden nicht zu beschädigen. Sobald die Pflanzen eine Höhe von 15–20 cm erreicht haben, werden sie etwa 10 cm hoch mit Erde angehäufelt – das ist meist ab Mitte bis Ende Mai der Fall. Während des Wachstums wird das Anhäufeln bei Bedarf mehrfach wiederholt, damit die heranwachsenden Knollen immer gut abgedeckt sind. Sobald sie aus der Erde herausschauen und dem Licht ausgesetzt sind, werden sie grün und damit ungenießbar. Bei allen Kartoffeln, die unter einer schwarzen Mulchfolie angebaut werden, entfällt das Anhäufeln, weil die Folie die Knollen bereits vor einem unerwünschten Lichteinfall schützt.

Darüber hinaus sind eine gleichmäßige Wasserversorgung sowie Düngung entscheidend für den Erfolg des Anbaus. Eine reiche Ernte lässt sich nur erzielen, wenn man – speziell während der Blütezeit – die Pflanzen regelmäßig gießt und mit einem Dünger versorgt. Denn Kartoffeln haben einen sehr hohen Nährstoffbedarf. Für eine gezielte und bedarfsgerechte Düngung sorgt Pflanzenfutter® für Kartoffeln oder Pflanzenfutter® komplett. Diese Dünger sollten sowohl bei der Pflanzung wie auch beim Anhäufeln verabreicht werden. Eine Düngung nach der Blüte ist zwecklos.



Ernte und Lagerung

Die Reifezeit von Kartoffeln hängt neben der Sortenwahl auch von den Bodenverhältnissen sowie dem Wetter ab. Einen guten Hinweis auf den richtigen Erntezeitpunkt von Frühkartoffeln geben die Blüten – wenn sie sich im Juni und Juli öffnen, kann in der Regel mit der Ernte begonnen werden. Mittelfrühe Sorten werden dagegen im August und mittelspäte sowie späte Kartoffeln von September bis Oktober gerodet. Zu dieser Zeit ist ihr Laub meist schon braun und vertrocknet. Den Reifegrad von Kartoffeln kann man überprüfen, indem man etwas Erde beiseite schiebt und sich die Knollen genauer anschaut. Gut ausgereifte Kartoffeln haben eine feste Schale, die sich nicht abreiben lässt. Ihre Ernte erfolgt nur bei trockenem Wetter. Sie werden mit einer Grabgabel aus dem Boden geholt und für einige Stunden zum Nachtrocknen auf dem Beet liegen gelassen.

Damit sich Kartoffeln lange halten, werden sie dunkel und möglichst kühl bei einer Temperatur von 5–10 °C und einer hohen Luftfeuchtigkeit von 90 % gelagert. Diese Bedingungen sind ideal. Beschädigte Knollen werden zum sofortigen Gebrauch nach der Ernte aussortiert – alle anderen Kartoffeln können in Kisten, Papier- und Jütesäcken oder in extra für die Lagerung gefertigten Mieten aus Holzlatten aufbewahrt werden. Das Einlagern in Erdmieten, wie es früher einmal üblich war, wird heute kaum noch praktiziert.

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Besonderheiten bei der Lagerung

Kartoffeln sollten niemals hell gelagert werden. Bekommen sie Licht ab, bildet sich giftiges Solanin. Dies erkennt man ganz einfach daran, dass die Kartoffelschalen eine grüne Farbe annehmen. Meistens beginnen sie dann gleichzeitig auch zu keimen. Darüber hinaus sollte man es vermeiden, Kartoffeln zusammen mit Obst zu lagern. Denn manche Obstarten, wie zum Beispiel Äpfel, dünsten das Reifegas Ethylen aus, welches die Knollen rasch verderben lässt.

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Rezept: Klassischer Kartoffelgratin

Zutaten

  • 500g Kartoffeln
  • 1/8 Liter Milch
  • 1/8 Liter Rahm
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 EL Käse, Parmesan
  • Salz und pfeffer
  • Rosmarin
  • Butter

Zubereitung

Milch und Rahm werden in einem Topf zusammen mit der fein gehackten oder gepressten Knoblauchzehe sowie mit Salz, Pfeffer und Rosmarin vermischt. Das ganze wird dann schon mal leicht erhitzt. Nun werden die Kartoffeln geschält, in möglichst dünne Scheiben geschnitten und anschließend mit in den Milch/Rahm-Topf gegeben. Das Ganze köchelt jetzt etwa 10 Minuten lang. Zu guter Letzt wird die Kartoffelmasse in eine mit Butter ausgestrichene Form gegeben, mit Käse bestreut und bei 220° ca 15 bis 20 Minuten im vorgeheizten Backofen gegart.



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