Gurke

Gurke

Pflanz- und Pflegeanleitung Gurke

Botanischer Name

Cucumis sativus

Familie

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Unterfamilie

Fruchtgemüse

Gurken gehören zur Familie der Kürbisgewächse und sind daher eng mit Kürbis, Melone und Zucchini verwandt. Wie diese bestehen sie hauptsächlich aus Wasser und zählen damit zu den kalorienärmsten Gemüsearten auf unserem Speiseplan. Ihr Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist dagegen erfreulich hoch. Sie im eigenen Garten anzubauen lohnt immer, denn der Geschmack frischer Früchte ist kaum zu übertreffen. Dabei hält das umfangreiche Gurkensortiment für jeden Anbau- und Verwendungszweck die passende Sorte bereit. Salatgurken – häufig auch Schlangengurken genannt – sind am bekanntesten und besitzen glatte, lange Früchte. Beim Kauf ihres Saatguts ist zu beachten, dass es spezielle Sorten für das Freiland und spezielle Sorten für das Gewächshaus gibt; wobei der Anbau im Gewächshaus sowohl im Erwerbsgartenbau als auch im Hobbygartenbau anteilsmäßig stark überwiegt. Die weitaus seltener angebotenen Salatgurken aus dem Freilandanbau werden gesondert unter dem Begriff Landgurken vermarktet. Einlegegurken und Schälgurken sind dagegen typische Freilandgurken. Einlegegurken sind kürzer als Schlangengurken und verfügen über eine feste, raue sowie mitunter warzige Oberfläche. Wohingegen Schälgurken sehr große, walzenförmige Früchte mit einem besonders dicken Fruchtfleisch und kleinen Kerngehäuse ausbilden. Unabhängig von der Sorte sind alle Gurken frostempfindlich, weshalb sie als einjähriges Fruchtgemüse kultiviert werden.

Die Vorteile moderner Sorten

Ursprünglich sind Gurken einhäusig, das heißt sie besitzen männliche und weibliche Blüten an ein und derselben Pflanze. Da aber nur die weiblichen Blüten Früchte bilden, versucht man ihren Anteil durch moderne Züchtungsarbeit zu erhöhen. So gibt es neben den ursprünglich „gemischt blühenden“ Sorten mittlerweile auch „überwiegend weiblich blühende“ sowie „rein weiblich blühende“ Gurken, die einen hohen Ertrag garantieren. Letztere brauchen als sogenannte parthenokarpe Sorten keine Befruchtung mehr und eignen sich daher ganz besonders gut für den Anbau in einem Gewächshaus. Sollten trotzdem einmal männliche Blüten gebildet werden, was unter kühlen Bedingungen schon einmal passieren kann, entfernt man diese einfach. Während weibliche Blüten einzeln stehen und bereits einen angedeuteten Fruchtansatz aufweisen, stehen männliche Blüten zu mehreren auf dünnen Stielen in den Blattachseln.

Aussaat

Da Gurken sehr wärmebedürftig sind, wird eine Vorkultur unter Glas oder Folie empfohlen. Denn direkt ins Freiland ausgesäte Gurken wären der oft noch unbeständigen Witterung im Frühjahr schutzlos ausgeliefert. Außerdem verringert sich auf diese Weise die Gefahr, dass die jungen Sämlinge von Schnecken angefressen werden. Die Aussaat erfolgt ab Ende März in Töpfe mit Anzuchterde. In jeden Topf kommen 2 Samenkörner, die senkrecht etwa 2 cm tief ins Substrat gesteckt werden, damit sie nicht so leicht faulen. Bei einer Keimtemperatur von 20–25 °C beträgt die Keimdauer 1–2 Wochen. Nach dem Aufgehen der Saat lässt man dann nur die kräftigere der beiden Pflanzen stehen und weiter wachsen. Sobald die Jungpflanzen ihre ersten Laubblätter gebildet haben und die Außentemperaturen nicht mehr unter 15 °C sinken, können sie ins Freiland gesetzt werden. Gewöhnlich sind Gurken etwa 4 Wochen nach der Aussaat zum Auspflanzen bereit, müssen aber erst behutsam an die neuen Freilandbedingungen gewöhnt werden. Damit sich ein kräftiges Wurzelsystem aus vielen Seitenwurzeln bildet, werden sie bis zu den Keimblättern in den Boden gepflanzt. In milden Regionen können geeignete Sorten ab Mai auch direkt ins Freiland ausgesät werden. Gesät wird in Reihen mit 1 Meter Abstand. Innerhalb der Reihen beträgt der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen etwa 30 cm zueinander. Auch bei der Direktsaat hat es sich bewährt, pro Saatstelle 2–3 Samen abzulegen und nach dem Keimen nur die kräftigste Pflanze stehen zu lassen.

Jungpflanzen als Alternative zur Aussaat

Wer Gurken nicht selbst aussäen möchte, bekommt ab Mitte Mai auf den Wochenmärkten eine große Auswahl an Jungpflanzen geboten. Diese finden Sie natürlich auch im Online-Shop von Gärtner Pötschke. Viele dieser Sorten werden dabei in veredelter Qualität angeboten. Denn Versuche haben gezeigt, dass veredelte Gurken einen deutlichen Mehrertrag bringen. Die natürlichen Resistenzen der Unterlagen bieten Schutz vor Krankheiten, verhindern Ernteausfälle und steigern damit die Ertragssicherheiten der Pflanzen.

Standort und Boden

Gurken mögen es hell und warm. In einem Gewächshaus oder Folientunnel finden sie die ganze Saison über beste Anbaubedingungen vor. Im Freiland benötigen sie einen sonnigen und geschützten Standort. Kälte und große Temperaturschwankungen vertragen Gurken dagegen nur schlecht. Unter diesen Bedingungen können von ihnen sogar junge Früchte abgestoßen werden. Schützen Sie frühe Aussaaten und Pflanzungen bei Bedarf gegebenenfalls durch Folientunnel, Frühbeete und Vliese. Auch eine schwarze Mulchfolie kann den Boden in den ersten Wochen zusätzlich warm halten. Der Boden sollte dabei nährstoffreich und humos, locker und gut durchlässig, aber trotzdem immer ausreichend feucht sein. Nicht geeignet sind extrem kalte, nasse und schwere Böden sowie extrem leichte Böden mit geringem Humusgehalt und Wasserhaltevermögen. Sie sollten vor der Pflanzung großzügig mit abgelagertem Kompost oder Stallmist angereichert werden. Denn Gurken sind Starkzehrer und eine ideale Erstkultur auf frisch gedüngten Beeten. Empfehlenswerte Kulturpartner in einer Mischkultur sind zum Beispiel Basilikum, Bohne, Dill, Erbse, Fenchel, Knoblauch, Kohl, Lauch, Salat, Sellerie und Zwiebel. Besser vermeiden sollte man dagegen die unmittelbare Nachbarschaft von Radieschen, Rettich und Tomate. Gurken sind unverträglich mit sich selbst und sollten frühestens alle 3 Jahre wieder auf demselben Beet angebaut werden.

Kultur in Töpfen auf Balkon und Terrasse

Viele Gemüsearten können prima in Töpfen auf dem Balkon oder der Terrasse gezogen werden – so auch Gurken. Alles was sie dafür benötigen sind ausreichend große Pflanzgefäße mit nährstoffreicher Erde und regelmäßige Wassergaben, ein Rankgerüst und vor allem viel Sonne und Wärme. Werden all diese Bedingungen erfüllt, steht einer erfolgreichen Ernte nichts mehr im Weg. Dabei gibt es mittlerweile auch spezielle Sorten, die aufgrund ihres kompakten Wuchses ideal für eine Topfkultur geeignet sind.

Pflege

Gurken benötigen für ihr Wachstum viele Nährstoffe. Doch Vorsicht, sie reagieren empfindlich auf Salze. Mineralische Kunstdünger sind aus diesem Grund mit Vorsicht zu genießen. Gut geeignet ist dagegen Gärtner Pötschkes Naturdünger – ein rein organischer Dünger auf Basis pflanzlicher Rohstoffe, der sich für die Kultur von Gurken bestens bewährt hat. Ein- bis zweimal während der Wachstumsperiode ausgebracht, sichert er eine ausgewogene Ernährung der Pflanzen. Darüber hinaus sind Gurken auch auf eine zusätzliche Bewässerung angewiesen, um ihren hohen Wasserbedarf – vor allem mit Beginn der Fruchtbildung – zu decken. Denn mit ihrem flachen Wurzelsystem können sie keine Feuchtigkeit aus der Tiefe ziehen. Gießen Sie daher regelmäßig und reichlich. Eine Mulchschicht hilft dabei, den Boden länger feucht zu halten, denn austrocknen sollte er möglichst nie. Ein weiterer Vorteil – durch sie wird gleichzeitig auch das Wachstum von Unkraut unterdrückt.

Während im Freiland gezogene Einlegegurken, Landgurken und Schälgurken meist ohne Rankhilfen angebaut werden, wachsen im Gewächshaus gezogene Salatgurken kletternd. Der Einsatz von Rankhilfen, an denen sich die Pflanzen in die Höhe hangeln können, ist daher notwendig. Dies kann ein einfaches Baustahlgitter oder ein zwischen zwei Pfosten befestigtes Stück Maschendraht sein, aber auch Spaliere, Stangenzelte oder ähnliche Konstruktionen haben sich bewährt. In Gewächshäusern zieht man Salatgurken meist an Drähten oder Leitschnüren, die von der Decke herabhängen. Auf diese Weise beanspruchen die Pflanzen weniger Platz, ihre Früchte bleiben sauber und die Ernte gestaltet sich einfacher. Zu Beginn ist es vielleicht noch notwendig, die Triebe mit einer Schnur an der Rankhilfe zu befestigen, später halten sie sich aber problemlos von selbst fest.

Für einen reichen Fruchtansatz

Damit Salatgurken möglichst viele Früchte bilden, bricht man die Triebspitzen ihrer Seitentriebe heraus, nachdem sich an den Sprossen jeweils ein Fruchtansatz gebildet hat. So wird die Pflanze gezwungen, zahlreiche neue Seitentriebe zu bilden, die wiederum blühen und Früchte ansetzen. Der Haupttrieb selbst wird gekappt, sobald er das Ende der Rankhilfe erreicht hat. Mit Ausnahme der bereits beschriebenen rein weiblich blühenden, parthenokarpen Sorten müssen Gurken durch Insekten bestäubt werden. Damit es zur Befruchtung kommt, müssen Gewächshäuser zur Blütezeit regelmäßig gelüftet werden. Auch Abdeckungen aus Folie und Vlies sollten aus dem gleichen Grund in entsprechenden Abständen von den Pflanzen genommen werden. Sollte es trotz dieser vorbeugenden Maßnahmen an Bestäubern mangeln, kann man nachhelfen und die Blüten künstlich von Hand mit einem Pinsel befruchten.

Ernte und Lagerung

Die Ernte von Gurken zieht sich über mehrere Wochen hin und beginnt meist im Juli – im Gewächshaus sogar schon im Juni. Dabei ist es wichtig, dass die Früchte vorsichtig mit einem scharfen Messer oder einer Schere von der Pflanze abgeschnitten und nicht einfach nur abgerissen werden. Denn ihre Triebe sind sehr empfindlich, weshalb diese Vorgehensweise sonst schnell zu Verletzungen führen würde. Grundsätzlich sollte man Gurken nicht zu lange an der Pflanze reifen lassen. Denn überreife Früchte beginnen leichte Farbaufhellungen zu zeigen, werden gelb und schmecken dann bitter. Viel besser ist es dagegen, Gurken schon ganz jung zu ernten, sobald ihre Schale gleichmäßig durchgefärbt ist. Sie sind dann nicht nur besonders zart – auch ihr Fruchtansatz wird gesteigert. Denn mit einer regelmäßigen Ernte sorgt man für ein ständiges Weiterblühen der Pflanze, wodurch immer wieder neue Früchte angesetzt werden. Lediglich Schälgurken dürfen länger reifen und werden erst geerntet, wenn sie voll ausgereift sind.

Geerntete Gurken können ohne Aroma- und Qualitätsverlust 1–2 Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Salatgurken sollten frisch zubereitet werden, denn man kann sie weder einfrieren noch einmachen. Sie werden klassischerweise roh als Salat gegessen. Einlegegurken sind roh hingegen kaum genießbar. Sie werden entweder gekocht als Gemüse zubereitet oder ihrem Namen entsprechend in Essig eingelegt und konserviert. Dagegen werden Schälgurken üblicherweise zu Senfgurken verarbeitet, nachdem man sie von ihrem Kerngehäuse und ihrer Schale befreit und in kleine Würfel geschnitten hat.

Rezept: Gurken-Melonen-Salat mit Pinienkernen


Zutaten:
1 Honigmelone
1 große Salatgurke
2 Stängel Minze
4 EL Pinienkerne
Salz und Pfeffer
Limettensaft
Weißweinessig
Olivenöl

Zubereitung:
Zunächst werden die Pinienkerne mit etwas Öl angebraten, bis sie goldgelb sind.
Die Melone halbieren, Kerne entfernen und das Fruchtfleisch entweder würfeln oder mit einem Kugelausstecher zu Kugeln formen.
Anschließend wird die Gurke gründlich gewaschen und ebenfalls mittels Kugelausstecher zu Kugeln geformt oder einfach gewürfelt.
Die Melonen und Gurkenstücke werden nun gemischt und mit in Streifen geschnittener Minze vermengt und mit Salz und Pfeffer gewürzt.  Je nach Geschmack werden Essig, Limettensaft und ein Schuss Öl hinzugegeben. Zu guter letzt einfach die gerösteten Pinienkerne auf dem Salat verteilen.



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