Hühnerhirse

Unkrautbekämpfung Hühnerhirse

Botanischer Name

Echinochloa crus-galli

Familie

Süßgräser (Poaceae)

Einordnung

Samenunkraut

Die Hühnerhirse ist eine einjährige und krautige Pflanze, die bei uns in Mitteleuropa weit verbreitet ist. Sie wird den Gräsern zugeordnet und erreicht mit ihrem horstartigen Wuchs Höhen von durchschnittlich 1 Meter, unter günstigen Bedingungen kann sie freistehend auch schon einmal bis zu 2 Meter erreichen. Von einer flach ausgebreiteten und stark verzweigten Basis aus führen ihre lanzettlichen Halme zunächst waagerecht in alle Richtungen ab, um dann senkrecht in die Höhe zu wachsen. Die bis zu 20 cm langen Blütenähren folgen im Sommer ab Juli und reifen bis Oktober in den Herbst hinein. Mit den ersten Frösten stirbt das Gras dann ab. Man findet die Hühnerhirse häufig in der Landwirtschaft. Besonders hoch ist ihr Befallsdruck in der Nähe von Maisfeldern, denn mehr als die Hälfte aller Anbauflächen sollen von ihr besiedelt sein. Von dort verbreitet sich ihr Samen mit dem Wind in benachbarte Gärten, wo er sich gerne in Rasenflächen einnistet. Hühnerhirse wächst bevorzugt auf feuchten bis nassen, schweren und stark gedüngten Böden. Sie ist aber sehr anpassungsfähig und kann genauso gut auch mit jedem anderen Standort Vorlieb nehmen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Als Wärmekeimer zeigen sich die Austriebe der Hühnerhirse meist erst im Frühsommer. Sie entwickeln sich ab einer Bodentemperatur von 20–22 °C und werden insbesondere in Neuansaaten und lückenhaften Rasenflächen zu einem Problem. Da die Hühnerhirse sehr schnell wächst und Samen ansetzt, sollte sie, wie so viele andere Unkräuter auch, vor der Blüte bekämpft werden. Bis zu 1.000 Samen kann eine einzelne Pflanze ausbilden. Und jeder von ihnen kann im Boden bis zu 5 Jahre lang keimfähig bleiben. Doch eine Bekämpfung in Rasenflächen ist gar nicht so einfach. Da Rasen-Unkrautvernichter die Gräser schonen sollen, wirken sie nur gegen zweikeimblättrige und nicht gegen einkeimblättrige Pflanzen. Die Hühnerhirse bleibt aus diesem Grund verschont von einer solchen Behandlung. Und durch den Einsatz eines Total-Unkrautvernichters würde man nicht nur die Hirse, sondern gleichzeitig auch den ganzen Rasen zerstören. Es bleibt daher nur die Möglichkeit einer mechanischen Bekämpfung.



Die beste Vorbeugung ist ein dichter, gesunder und gut versorgter Rasen, denn Hirse ist ein Lichtkeimer und hat bei einer dichten Rasennarbe keine Chance. Diesen fördert man durch eine bedarfsgerechte Düngung, zum Beispiel mit Rasendünger mit Langzeitwirkung. Zwar wird auf diese Weise auch die Hirse mit Nährstoffen versorgt, allerdings hat die Düngung den Effekt, dass sich die ansonsten eher flachwachsende Hirse leicht aufrichtet und dadurch mit einem tiefen Rasenschnitt besser abgemäht werden kann. Auch mit einem Rechen oder durch ein flaches Vertikutieren im Frühsommer, bei dem der Boden nur leicht angeraut wird, lassen sich Hirsepflanzen anheben, um sie mit einem niedrig eingestellten Messer besser erfassen zu können. Anschießend hilft eine Nachsaat die Rasenfläche zu erneuern, vorhandene Lücken zu schließen und die Grasnarbe dicht zu halten. Greenfield Rasensamen zur Nachsaat eignet sich dafür bestens und lässt sich ganz einfach ohne Umgraben aufbringen.

Gärtner Pötschke

So können Sie sich Hühnerhirse zu Nutze machen

Trotz allem hat die Hühnerhirse aber auch ihre guten Seiten. Sowohl ihre jungen Sprosse als auch ihre Samen können gegessen werden. Erstere werden als Gemüse zubereitet, letztere geröstet zum Beispiel zum Backen von Brot verwendet. In Kriegszeiten wurde die Hühnerhirse sogar als Ersatz für die Getreide-Hirse angebaut und gesammelt. Selbst heute soll sie in manchen Ländern, wie zum Beispiel Russland, noch als Futterpflanze kultiviert werden. Wer zum Beispiel Vögel als Haustiere hält, kann sie aus dem Garten geerntet als Frischfutter nutzen. Besonders beliebt sind dabei ihre halbreifen Samen.



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