Wühlmaus

Schädlingsbekämpfung Wühlmaus

Botanischer Name

Arvicola terrestris

Familie

Wühler (Cricetidae)

Einordnung

Im Boden lebend

Wühlmäuse können jeden Pflanzenfreund zur Verzweiflung treiben, denn die nimmersatten Nagetiere gehören zu den hartnäckigsten Plagegeistern im Garten. In manchen Jahren vermehren sie sich massenartig und fressen dann praktisch alles an, was ihnen zwischen die Zähne kommt. Dabei sind Wühlmäuse reine Vegetarier, die sich ausschließlich von Knollen, Wurzeln und Zwiebeln ernähren. Hinzu kommt, dass Wühlmäuse mit ihrem weit verzweigten, dicht unter der Oberfläche verlaufenden Gangsystem den Garten untergraben und den mit viel Hingabe und Liebe gepflegten Rasen in Mitleidenschaft ziehen. Hierdurch entstehen neben unschönen Erdaufschüttungen auch irreparable Schäden, die häufig zum Absterben der betroffenen Pflanzen führen. Insgesamt gibt es mehr als 150 verschiedene Wühlmausarten. Eine der bekanntesten und wichtigsten Vertreterinnen ist die Große Wühlmaus – häufig auch Schermaus genannt. Ihr Körper wirkt im Vergleich zum relativ breiten und großen Kopf gedrungen und kann bis zu 20 cm messen. Der behaarte Schwanz bleibt deutlich kürzer und erreicht in etwa die Hälfte ihrer Länge. Die Farbe des Fells reicht dabei von hellbraun über mittelbraun und dunkelbraun bis hin zu rotbraun und graubraun, auch schwarz kommt vor. Während ihre Augen und Ohren ziemlich klein ausfallen, sind die Gliedmaßen vergleichsweise kräftig ausgebildet. Sie fallen genauso auf wie ihre deutlich sichtbaren Nagezähne.

Wie fast alle Mäusearten sind auch Wühlmäuse sehr fruchtbar, so dass es unter guten Lebensbedingungen schnell zu einer regelrechten Plage kommen kann. Ihre Vermehrung findet von März bis Oktober statt. Innerhalb dieser Zeit bringen die Weibchen 3–4 Würfe mit durchschnittlich 5 Nachkommen zur Welt. Dabei führt die Tatsache, dass jedes Gangsystem nur von einem Tier bewohnt wird und die Folge, dass sich der Nachwuchs schon recht bald um einen eigenen Bau kümmern muss zu einer schnellen Ausbreitung. Die Lebenserwartung der meisten Arten liegt bei 1–2 Jahren, wobei sie den größten Teil dieser Zeit im Boden verbringen und sich über ihr großflächig angelegtes Gangsystem problemlos fortbewegen können. Seine Länge beträgt durchschnittlich 50 Meter, in Einzelfällen auch bis zu 100 Meter und mehr. Meist verlaufen die unterirdisch angelegten Wühlmausgänge sehr flach in einer Tiefe von nicht mehr als 5 cm. Man kann sie daher leicht an einer angehobenen und aufgebrochenen Erdkruste sowie an aufgeworfenen und unregelmäßig verteilten Erdhügeln erkennen, die beim Graben und Wühlen entstehen.



Nicht selten kommt es dabei jedoch zu Verwechslungen, denn die von Maulwürfen aufgetürmten Erdhügel und angelegten Gänge können auf den ersten Blick leicht mit denen von Wühlmäusen verwechselt werden. Doch beim genaueren Hinsehen lassen sich Unterschiede feststellen. Die von Maulwürfen aufgeworfenen Erdhügel sind meist höher als die von Wühlmausen. Ihre Gänge sind im Querschnitt längs oval, verlaufen unregelmäßig und münden in der Mitte des Erdhaufens. Die Gänge der Wühlmäuse sind dagegen hoch oval, verlaufen gerade und enden am seitlichen Rand des Erdhaufens. Wer sich nicht sicher ist, macht einfach eine sogenannte Verwühlprobe. Dazu wird einer der Gänge geöffnet und beobachtet. Wenn er innerhalb weniger Stunden wieder verschlossen wird, handelt es sich eine Wühlmaus. Ein Maulwurf würde unter diesem Bereich einfach einen neuen Gang graben und anlegen. Auf diese Weise kann man beide recht gut auseinanderhalten und voneinander unterscheiden.

Vorbeugung und Bekämpfung

Da Wühlmäuse schnell große Populationen aufbauen, sollte man bei ihrem Auftreten umgehend aktiv werden, bevor sie zu einer Plage werden. Umso einfacher und effektiver gestaltet sich ihre Bekämpfung. Am besten eignet sich das Frühjahr, bevor die Nager mit ihrer Vermehrung beginnen und der Herbst, solange der Boden noch offen und nicht gefroren ist. Denn zu dieser Zeit finden die hungrigen Tiere weniger Nahrung und nehmen ausgelegte Köder dankbar an.

Möglichkeiten der Bekämpfung gibt es viele – zumindest wenn man den gut gemeinten Ratschlägen vieler Hobbygärtner Glauben schenken mag. Denn fast jeder hat seinen eignen persönlichen Geheimtipp parat. So wird zum Beispiel oft empfohlen, Wühlmause durch den Anbau stark riechender Pflanzen wie Kaiserkrone, Knoblauch und Wolfsmilch auf Abstand zu halten. Doch die abschreckende Wirkung zeigt wenn überhaupt nur in unmittelbarer Nachbarschaft dieser Pflanzen Erfolg und ist nicht von langer Dauer. Das gleiche gilt für akustisch wirkende Geräte, wie dem Wühlmausschreck, und spezielle Vergrämungsmittel, wie dem Wühlmausgas von Neudorff®. Auch der Erfolg dieser Methoden ist meist nur vorübergehend, denn Wühlmäuse sind gegen Lärm und üble Gerüche weit weniger empfindlich als Maulwürfe und kehren in den meisten Fällen nach einiger Zeit wieder zurück.

Langfristig betrachtet hat daher nur die Bekämpfung mit speziellen Wühlmausfallen Aussicht auf Erfolg, die dort aufgestellt werden, wo die Nager bereits Schaden angerichtet haben. Im Handel werden Fallen angeboten, in denen die Tiere wahlweise lebend oder tot gefangen werden. Dies ist rechtlich erlaubt, da Wühlmäuse im Gegensatz zu Maulwürfen nicht unter Naturschutz stehen und gejagt werden dürfen. In jedem Fall muss man vor dem Einsatz einer Wühlmausfalle erst einmal prüfen, ob ein gefundener Gang überhaupt noch bewohnt ist. Dazu öffnet man ihn an einigen Stellen. Bewohnte Gänge werden von den lichtscheuen Tieren in der Regel innerhalb weniger Stunden wieder verschlossen. Wühlmäuse sind nicht nur lichtscheu, sondern auch geruchsempfindlich. Lassen Sie neu gekaufte Fallen aus diesem Grund erst einmal ein paar Tage draußen liegen, um ihren Eigengeruch zu überdecken. Alternativ können Sie diese auch mit Erde einreiben. Tragen Sie bei dieser Arbeit Handschuhe, damit kein menschlicher Geruch an den Fallen haften bleibt, denn auch er würde von den Wühlmäusen gemieden werden. Als Köder haben sich geschälte Möhren- und Selleriestücke bewährt. Lebendfallen müssen ein- bis zweimal täglich kontrolliert werden, da die Tiere schnell an Hunger und Wasserverlust sowie Stress sterben. Einmal gefangene Mäuse sollten ein paar hundert Meter von der Falle und Ihrem Garten entfernt wieder ausgesetzt werden.

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Darüber hinaus lassen sich Wühlmäuse natürlich auch mit Giftködern bekämpfen, wie zum Beispiel den Wühlmaus-Riegeln von Etisso®. Damit offen ausgelegte Köder nicht von anderen Tieren gefressen werden können, müssen sie in die Gänge eingebracht werden. Allerdings macht ihr Einsatz nur im Herbst und Winter wirklich Sinn, wenn das allgemeine Nahrungsangebot im Garten sehr knapp ist. Das restliche Jahr über werden sie von den Wühlmäusen nämlich gerne zu Gunsten frischer Knollen, Wurzeln und Zwiebeln liegen gelassen.

Ansonsten bleibt einem meistens nur, die Wühlmausgänge – soweit bekannt – immer wieder zu zerstören. Aber Vorsicht, sie dürfen nicht mit den Gängen von Maulwürfen verwechselt werden, denn Maulwürfe stehen auf der Liste der geschützten Tiere und sind wertvolle Nützlinge, die auf keinen Fall getötet werden dürfen. Denn im Unterschied zu Wühlmäusen ernähren sie sich nicht von Pflanzen, sondern ausschließlich von unterirdisch lebenden Insekten und Würmern. Einzig und allein verlassene Maulwurfgänge dürfen zerstört werden, da diese gern von Wühlmäusen übernommen und neu besiedelt werden.

Vorbeugend hilft es, gefährdete Pflanzen in Drahtkörbe zu setzen. Sie sind im Fachhandel erhältlich, können aber auch ganz leicht selbst aus engmaschigem und verzinktem Draht hergestellt werden. Wichtig ist dabei nur, dass die Körbe ausreichend dimensioniert sind und die Wurzelballen vollständig umschließen. Im Gemüsegarten können Sie versuchen ganze Beete zu schützen, indem Sie den gefährdeten Bereich großräumig mit Draht umschließen, der tief genug eingegraben wird, um den Tieren den Zugang zu den köstlichen Knollen und Wurzeln zu verwehren. Für Blumenzwiebeln gibt es alternativ auch spezielle Pflanzschalen aus Kunststoff zu kaufen. Weiterhin hat es sich bewährt, Obstbäume und Ziergehölze möglichst schon im Frühjahr zu pflanzen. Auf diese Weise können sie noch genügend Wurzeln bilden, bevor die hungrigen Wühlmäuse sich im Winter über sie hermachen. Darüber hinaus meiden Wühlmäuse offene Flächen, dicke Mulchschichten und hohe Wiesen dienen ihnen als Unterschlupf. Aus diesem Grund sollten sie flach gehalten und vermieden werden. So haben die Nager weniger Deckung und sind von ihren natürlichen Feinden, wie zum Beispiel Greifvögeln, Katzen oder Mardern, besser zu erkennen.

Gärtner Pötschke

Häufiges Auftreten und Vorkommen der Wühlmaus

Wühlmäuse sind ganzjährig aktiv und können insbesondere dann, wenn sie in Massen auftreten, große Schäden anrichten. Darüber täuscht auch ihr eigentlich ganz possierliches Aussehen nicht hinweg. Sie fressen vorwiegend die Wurzeln, auf die sie beim Anlegen ihrer Gänge stoßen. Schäden durch Wurzelfraß entstehen dabei vor allem an den saftigen Wurzeln junger Obstbäume und Ziergehölze, wie zum Beispiel Rosen. Aber auch die unterirdischen Speicherorgane krautiger Beet- und Gemüsepflanzen werden nicht verschmäht. Besonders beliebt sind dabei Blumenzwiebeln sowie Knollen- und Wurzelgemüse, wie zum Beispiel Möhren, Rüben, Schwarzwurzeln, Sellerie und Topinambur. Letzterer nimmt auf der Liste der Lieblingspflanzen einen Spitzenplatz ein und zieht Wühlmäuse nahezu magisch an. Da Wühlmäuse keinen Winterschlaf halten, können ihre Fraßschäden das ganze Jahr über beobachtet werden. Besonders schwer fallen sie in den kalten Herbst- und Wintermonaten aus, wenn das Nahrungsangebot knapp wird. Meist entdeckt man sie aber erst im Frühjahr, wenn die betroffenen Pflanzen schwächeln und nicht mehr austreiben. In der Regel legen sich Wühlmäuse Vorratskammern an, von denen sie zu dieser Jahreszeit zehren können.



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