Schnecke

Schädlingsbekämpfung Schnecke

Botanischer Name

Verschiedene Gattungen und Arten

Familie

Ackerschnecken (Agriolimacidae)
Wegschnecken (Arionidae)

Einordnung

An Pflanze fressend

Schnecken sind „die“ erklärten Lieblingsfeinde des Gärtners, denn kaum ein Garten bleibt von ihnen verschont. Dabei gelten Nacktschnecken als besonders gefräßig – nicht selten haben sie über Nacht schon ganze Beete kahl gefressen. Der von ihnen verursachte Schaden ist immer dann besonders groß, wenn sie in den sogenannten Schneckenjahren gleich massenhaft auftreten. Denn Schnecken zeichnen sich durch eine enorme Fruchtbarkeit aus, die durch feuchte Witterung noch begünstigt wird. In feuchten Jahren treten sie folglich stärker auf als in trockenen Jahren. Viele Arten verbringen dabei einen Großteil ihres Lebens im Boden. Sie sind vor allem in der Dunkelheit und bei Nässe aktiv und schwärmen meist nachts oder nach einem Regenschauer zum Fressen aus. Dabei nagen sie unregelmäßig geformte Löcher in Blätter, gelegentlich auch in Blüten und Stängel. Schnecken besitzen eine reibeisenähnliche Zunge, mit deren Hilfe sie die Oberflächen regelrecht abschaben. Das Resultat sind durchscheinende Flecken auf den ansonsten intakten Flächen. Vor allem weiches und besonders zartes Gewebe hat es ihnen angetan. Sämlinge und Jungpflanzen werden aus diesem Grund oftmals komplett abgefressen. Doch noch eindeutiger als die beschriebenen Fraßspuren deuten die silbrigen Schleimspuren auf die Anwesenheit von Schnecken hin, welche die Tiere auf der Erde und den Pflanzen hinterlassen, wenn sie sich fortbewegen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Auch wenn Schnecken im Garten allgegenwärtig erscheinen, gibt es Mittel und Wege, den schleimigen Gesellen beizukommen. Die besten Methoden ergeben sich aus der genauen Kenntnis ihrer Lebensweise. Tagsüber halten sie sich gerne an feuchten Stellen geschützt in der Erde oder in natürlichen Verstecken auf – sie verlassen diese nur im Schutz der Dunkelheit. Schaffen Sie solche Rückzugsmöglichkeiten, die Schnecken nehmen dieses Angebot gerne an und können auf diese Weise bequem abgesammelt werden. Denn geduldiges Absammeln ist noch immer die beste Methode, um einer Schneckenplage Herr zu werden. Im Schatten aufgestellte und angefeuchtete Bretter, Dachziegeln, Kartons, Lappen, Säcke oder Steine üben einen besonderen Reiz auf Schnecken aus. Als Lockmittel können zusätzlich frisch geschnittene Kartoffelscheiben oder Salatblätter ausgelegt werden. Sie müssen täglich in den frühen Morgenstunden kontrolliert werden. Es kann sich aber auch lohnen, abends auf Schneckenjagd zu gehen – ganz besonders nach dem Gießen oder nach einem kräftigen Regenguss. Von den oft empfohlenen Bierfallen sollte aber besser abgesehen werden, da diese erfahrungsgemäß die Schnecken aus der Nachbarschaft eher anlocken und damit die Plage nur noch weiter verschlimmern.



Eine Alternative sind mechanische Barrieren, mit denen man Schnecken von besonders empfindlichen Kulturen fernhalten kann. Anzucht-, Früh- und Saatbeete lassen sich aufgrund ihrer begrenzten Fläche beispielsweise relativ einfach mit Schneckenzäunen schützen, die es gebrauchsfertig als Stecksysteme z.B. aus Kunststoff zu kaufen gibt. Sie sind so konzipiert, dass ihre Oberkante nicht von den Schnecken überwunden werden kann. Lückenlos zusammengebaut, stellen sie für die Tiere eine unüberwindbare Hürde und für uns Gärtner eine sehr wirkungsvolle Abwehrmaßnahme dar. Einzelne Jungpflanzen können mit Schneckenschutzringen geschützt werden, die wie ein Pflanzkragen um sie herum gelegt werden. Sie haben die gleiche Wirkung wie Kunststoffflaschen mit abgeschnittenem Boden, die man mit der Öffnung nach oben über die jungen Pflanzen stülpt. Pflanzgefäße lassen sich dagegen durch ein Kupferband sichern, das rund um ihren oberen Rand herum befestigt wird. Denn Schnecken haben eine natürliche Abneigung gegen Kupfer. Nach Anbringen des Bandes sollte es gut genässt werden, da es nur mit Oxidationsschicht eine zuverlässige Wirkung hat.

Da Schnecken trockene Wege meiden, sollte der Bereich um die Beete gefährdeter Pflanzen möglichst offen und trocken gehalten werden. Eine regelmäßige Bodenbearbeitung und eine dadurch geförderte krümelige Struktur wirken abschreckend auf sie. Es sollte lieber selten, dafür aber durchdringend gewässert werden. Und das am besten nur morgens – denn wer abends gießt, schafft ideale Bedingungen für die nachtaktiven Tiere. Unterstützend können Schutzstreifen aus Asche, Gesteinsmehl, Kalk, Sägespäne oder Sand angelegt werden. Schnecken mögen diese Materialien nicht, da sie sich auf ihnen nur sehr schlecht fortbewegen können. Ihr Schutz hält aber nur solange an, wie es nicht regnet. Nach jedem Regen müssen die Barrieren daher erneuert werden.

Schnecken haben viele natürliche Feinde, die in der Natur für ein ausgewogenes Gleichgewicht sorgen und die es sich lohnt zu fördern. Ein abwechslungsreich gestalteter Garten, der den Nützlingen ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten bietet, fördert ihre Artenvielfalt. Grundsätzlich zählen Frösche, Igel, Kröten, Maulwürfe, Spitzmäuse und Vögel zu den wichtigsten Gegenspielern. Selbst Weinbergschnecken helfen sogar dabei, lästige Nacktschnecken zu dezimieren, indem sie deren Eigelege fressen. Im Herbst werden die Eier in den Verstecken der Schnecken abgelegt. Unterstützen Sie die natürlichen Feinde, indem Sie die von Ihnen aufgestellten Bretter, Dachziegeln, Kartons, Lappen, Säcke und Steine umdrehen, um ihnen den Zugang zu den Gelegen zu erleichtern. Darüber hinaus kann man auch Nematoden gegen Schnecken einsetzen. Die räuberische Art Phasmarhabditis hermaphrodita eignet sich zur biologischen Bekämpfung aller im Boden lebenden Schneckenarten. Sie dringt in ihre Opfer ein und sondert ein Bakterium ab, das für die Schnecken tödlich ist. Die Nematoden vermehren sich in den Kadavern und breiten sich von dort weiter aus, um nach neue Wirten zu suchen.

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Wenn gar nichts mehr weiterhilft, kann man auch auf spezielle Pflanzenschutzmittel zurückgreifen – sie sollten aber immer die letzte Wahl der Möglichkeiten sein. Schneckenkorn ist ein im Handel erhältlicher und sehr wirkungsvoller Schneckenköder, der die Tiere anlockt und mit einem Gift abtötet. Doch Vorsicht, die enthaltenen Wirkstoffe können unter Umständen auch für Haustiere und Nützlinge gefährlich werden. Am unproblematischsten sind Präparate auf der Basis von Eisen-III-Phosphat, wie zum Beispiel das Ferramol® Schneckenkorn von Neudorff®. Es bekämpft Schnecken mit einer Eisenverbindung, wie sie auch in der Natur vorkommt. Mittel auf der Basis von Metaldehyd, wie zum Beispiel die Schneckenlinsen von Etisso®, enthalten aus genau diesem Grund sogenannte Repellents, die Haustiere und Nützlinge davon abhalten sollen, sie zu fressen. Grundsätzlich gilt, je früher man die Produkte ausbringt, umso wirksamer sind sie. Denn mit einer zeitigen Bekämpfung im Frühjahr reguliert man ihre Vermehrung und verhindert ein massenhaftes Auftreten.

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Häufiges Auftreten und Vorkommen der Schnecke

Im Garten können viele verschiedene Arten von Schnecken auftreten, zum Beispiel die Ackerschnecke (Deroceras reticulatum), die Gartenwegschnecke (Arion hortensis), die Rote Wegschnecke (Arion rufus), die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) oder die Schwarze Wegschnecke (Arion ater). Bei feuchter Witterung sind sie fast das ganze Jahr über allgegenwärtig und fressen, solange die Temperaturen nicht unter 5 °C sinken. Schädigend sind dabei vor allem die Nacktschnecken, also all jene Arten, die kein Schneckenhaus besitzen. Auf der Suche nach Nahrung sind sie nicht wählerisch. Krautige Pflanzen stehen auf ihrem Speiseplan ganz weit oben. Eine besonders große Rolle spielen sie daher im Nutzgarten, wo nahezu alle Gemüsepflanzen zu ihren Futterquellen zählen. Im Obstgarten kommen sie aus dem gleichen Grund praktisch nur an Erdbeeren vor. Gehölze werden hier genauso gemieden wie im Ziergarten, wo in erster Linie Blumen und Stauden befallen werden. Es gibt unter ihnen aber auch Arten, die von Schnecken verschmäht werden. Abschreckend auf Schnecken wirken zum Beispiel Pflanzen mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, wie Lavendel, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian. Zwischen die gefährdeten Kulturen gepflanzt, können sie einen Befall eindämmen. Das heißt aber nicht, dass diese Pflanzen zu jeder Zeit von Schnecken verschont bleiben. Bei Nahrungsmangel können auch sie angeknabbert werden.



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