Himbeerrutengallmücke

Schädlingsbekämpfung Himbeerrutengallmücke

Botanischer Name

Resseliella theobaldi

Familie

Gallmücken (Cecidomyiidae)

Einordnung

An Pflanze saugend

Ein Befall mit der Himbeerrutengallmücke zeigt sich im Frühsommer an den jungen Ruten betroffener Himbeerpflanzen. Meist werden die ersten Symptome von Ende Mai bis Anfang Juni sichtbar. Um natürliche Rissstellen und Wunden herum verbräunt das Gewebe und sinkt leicht ein. Ursache sind die unter der Rinde fressenden Larven der Himbeerrutengallmücke, die über diese Verletzungen in die Pflanzen eindringen konnten. Bei einem starken Befall kann jede einzelne Himbeerrute von Hunderten der kleinen, 2–4 mm langen und rötlich gefärbten Maden heimgesucht werden. Denn pro Jahr werden von dem Schädling in der Regel drei sich überschneidende Generationen gebildet. Solch ein massenhaftes Auftreten führt meist zum Absterben der betroffenen Triebe.

Die Himbeerrutengallmücke überwintert als Larve im Boden, wo sie sich in maximal 5 cm Tiefe zu einem Kokon verpuppt. Im Frühjahr ab Mitte Mai schlüpfen die ausgewachsenen Mücken aus dem Boden und beginnen sofort nach erfolgter Paarung ihre Eier unter der Rinde der einjährigen Ruten abzulegen. Bei einer Lebensdauer von 3–5 Tagen werden pro Weibchen etwa 50–60 Eier abgelegt. Da die Tiere nicht höher als 40 cm fliegen können, sind ihre Eigelege nur bis zu dieser Höhe zu finden. Die im Juni binnen einer Woche schlüpfenden Larven fressen 2–3 Wochen lang unter der Rinde, bevor sie sich anschließend zur Verpuppung zu Boden fallen lassen. Im Juli und August schlüpfen dann die Gallmücken der zweiten Generation, im September die der dritten und letzten Generation. Da sich ihre Entwicklung in den meisten Fällen stark überschneidet, sind die Larven der Himbeerrutengallmücke bei einem starken Aufkommen von Ende Mai bis Ende September fast allgegenwärtig.

Vorbeugung und Bekämpfung

Kontrollieren Sie Ihre Himbeerpflanzen regelmäßig, besondere Aufmerksamkeit sollte dabei der Basis und der Bodenoberfläche zukommen. Ist die Himbeerrutengallmücke erst einmal aufgetreten, bekämpfen Sie den Schädling am erfolgreichsten, indem Sie alle befallenen und krankheitsverdächtigen Ruten so schnell wie möglich aus dem Bestand entfernen und vernichten. Die Abfälle dürfen dabei keineswegs auf den Kompost geworfen werfen. Im Idealfall werden sie verbrannt oder – wenn das nicht möglich ist – über den Hausmüll entsorgt. Vorbeugend sollten auch alle abgetragenen Ruten unmittelbar nach der Ernte über dem Boden abgeschnitten werden. Die diesjährig gebildeten Neutriebe bleiben dagegen unberührt, es sei denn, sie stehen zu dicht beieinander. Grundsätzlich reicht es aus, nur die stärksten 10–15 Stück pro laufenden Meter stehen zu lassen. So entsteht ein lockerer und luftiger Bestand, der nach Niederschlägen schnell wieder abtrocknet. Zur Vorbeugung einer Infektion mit dem Schadpilz der Himbeerrutenkrankheit sollten Schnittmaßnahmen möglichst nur bei schönem und trockenem Wetter durchgeführt werden.

Neben den notwendigen Schnittmaßnahmen sollten alle anderen Verletzungen und Wunden der Rinde, die der Himbeerrutengallmücke das Eindringen in die Pflanze erleichtern, vermieden werden. Problematisch sind in diesem Zusammenhang große Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit. Speziell das Austrocknen der Erde führt zu länglichen Rissbildungen, die von den Gallmücken als Eintrittspforten genutzt werden können. Neben einer gleichmäßigen Bewässerung hilft auch das Mulchen mit organischem Material, um Rindenrissen entgegen zu wirken. Denn eine locker aufgelegte Abdeckung aus Laub oder Stroh schützt vor starken Temperaturschwankungen und hält die Feuchtigkeit im Boden.

Bei einem schwachen Befall sind diese vorbeugenden Schutzmaßnahmen meist ausreichend. Bei Pflanzen, die erfahrungsgemäß jedes Jahr stark befallen werden, können jedoch weiterreichende Schritte notwendig werden. Ein spezielles Pflanzenschutzmittel zur direkten Bekämpfung der Himbeerrutengallmücke im Haus- und Kleingartenbereich gibt es momentan leider nicht.

Gärtner Pötschke

Häufiges Auftreten und Vorkommen der Himbeerrutengallmücke

Die Himbeerrutengallmücke ist ein wirtsspezifischer Schädling, der auf die Himbeere spezialisiert ist. Meist sind die von ihm direkt verursachten Schäden aber eher unbedeutend – viel problematischer sind dagegen die indirekt verursachten Folgeschäden. Denn die Himbeerrutengallmücke gilt als Wegbereiter für die gefürchtete Himbeerrutenkrankheit. Schuld sind die durch den Fraß ihrer Larven herbeigeführten Rindenverletzungen, die dem Schadpilz als notwendige Eintrittspforten dienen. Ein Befall mit der Gallmücke geht daher immer einher mit einem erhöhten Infektionsrisiko für die Rutenkrankheit der Himbeere, zu deren Verbreitung die Gallmücke wesentlich mitbeiträgt.



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