Frostspanner

Frostspanner

Schädlingsbekämpfung Frostspanner

Botanischer Name

Operophtera brumata

Familie

Spanner (Geometridae)

Einordnung

An Pflanze fressend

Ein Befall mit dem Frostspanner zeigt sich bereits während des Austriebs im Frühjahr an den betroffenen Bäumen und Sträuchern. Während die Schmetterlinge selbst meist unbekannt sind, haben es die Larven aufgrund der von ihnen verursachten Fraßschäden zu einer weitaus größeren Bekanntheit geschafft. Die kleinen, etwa 2,5 cm langen und grün gefärbten Raupen nagen mit einem unersättlichen Appetit an den jungen Blättern, Blüten und Knospen. Selbst Früchte bleiben von ihnen nicht verschont. Bei einem starken Aufkommen können die betroffenen Pflanzen innerhalb kürzester Zeit mehr oder weniger kahl gefressen werden. Meist bleiben von den befallenen Trieben nur noch die zusammengesponnenen Mittelrippen der Blätter übrig. Die betroffenen Bäume und Sträucher treiben im Jahresverlauf zwar wieder neu aus, doch werden sie durch den Laubverlust zum Teil stark geschwächt. Besonders schwer haben sie es dabei, wenn sie wiederholt von den gefräßigen Raupen abgefressen werden.

Mit Beginn der ersten Nachtfröste Mitte Oktober schlüpfen die ausgewachsenen Falter aus ihren Verstecken im Boden, in denen sie den Sommer als Puppe verbracht haben. Nur die Männchen haben Flügel und umschwirren die Wirtspflanzen, während die unbeflügelten Weibchen flugunfähig sind. Sie müssen die Stämme emporklettern, um im Kronenbereich durch Abgabe von Sexualduftstoffen – den sogenannten Pheromonen – die männlichen Falter anzulocken. Nach erfolgter Paarung legen sie dort ihre anfangs grünen, später orangeroten Eier ab, aus denen im Frühjahr die nächste Frostspanner-Generation schlüpft. Jedes Weibchen produziert dabei im Durchschnitt 200–300 Eier, die in Vertiefungen der Rinde, meist in der Nähe von Knospen, versteckt werden. Im Frühjahr zur Zeit des Austriebs und des Knospenaufbruchs schlüpfen die Junglarven und beginnen mit ihrem Fraß. Besonders auffällig ist die Art ihrer Fortbewegung, bei der sich die Raupen abwechselnd zu einem Katzenbuckel krümmen und wieder strecken. Anfang Juni sind sie ausgewachsen. An einem Spinnfaden seilen sie sich dann von den Bäumen und Sträuchern ab, um sich anschließend in etwa 10 cm Bodentiefe zu einem Kokon zu verpuppen. Dort verharren sie bis zum Herbst, womit pro Jahr nur eine Generation an Frostspannern ausgebildet wird.

Vorbeugung und Bekämpfung

Damit ein Befall rechtzeitig erkannt wird und sich der drohende Schaden in Grenzen hält, sollten Sie Ihre Obst- und Ziergehölze regelmäßig auf die Raupen des Frostspanners kontrollieren – vor allem dann, wenn sie schon im letzten Jahr betroffen waren. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Befall auch im nächsten Jahr fortsetzt. Ist der Frostspanner erst einmal aufgetreten, bieten sich Ihnen – je nach Jahreszeit und dem damit verbundenen Entwicklungszustand des Schädlings – verschiedene Methoden der Vorbeugung und Bekämpfung an. Denn sie können sich sowohl gegen die Raupen im Frühjahr als auch gegen die Falter im Herbst richten.

Sehr wirkungsvoll ist zum Beispiel die Anbringung von Raupenleimringen an den Stämmen gefährdeter Obst- und Ziergehölze. Der zähe und nicht antrocknende Leim dient zur Bekämpfung aller Schädlinge, die am Stamm emporklettern – so auch zur Bekämpfung der unbeflügelten Weibchen des Frostspanners. Die an den Bäumen aufwärts krabbelnden Insekten kleben an ihm fest und werden so an ihrer Eiablage gehindert. Eventuell vorhandene Stützpfähle sind auf die gleiche Weise zu sichern. Die Ringe sollten Anfang Oktober angebracht werden. Achten Sie darauf, dass diese möglichst dicht anliegen, damit die Frostspannerweibchen sie nicht unterwandern können. Besonders anwenderfreundlich ist in dieser Hinsicht der flüssige Raupenleim von Schacht, der mit einem Pinsel direkt auf die Stämme aufgetragen werden kann. Alternativ bietet der Handel auch gebrauchsfertige Raupenleimringe mit Bindedraht an. Zum Schutz von Nützlingen sollten dabei grundsätzlich keine gelben, sondern nur grün gefärbten Produkte verwendet werden. Die Leimringe werden regelmäßig auf festen Sitz und Funktionalität kontrolliert – eingetrocknete und verschmutzte Exemplare sind zu erneuern. Erst im März sollten sie wieder entfernt werden, damit sie nicht in die Bäume einwachsen. Bei ihrer Beseitigung sollten auch die von den Leimringen abgedeckten Bereiche des Stammes auf Eier untersucht werden.

Kommt es im Frühjahr trotz dieser Schutzmaßnahmen zu einem Auftreten von Frostspannerraupen, kann der Befall durch einen rechtzeitigen Einsatz spezieller Pflanzenschutzmittel gestoppt oder zumindest stark eingeschränkt werden. Diese sollten so schnell wie möglich ausgebracht werden, nachdem die Raupen geschlüpft sind. Besonders umweltfreundlich ist zum Beispiel das Raupenfrei Xentari® von Neudorff®. Dieses rein biologisch wirkende Präparat auf Bacillus thuringiensis-Basis empfiehlt sich ganz besonders für alle Obstgehölze. Im Bereich des chemischen Pflanzenschutzes für alle Zierpflanzen steht mit dem Schädlingsfrei Careo Konzentrat für Zierpflanzen von Celaflor ein gut wirksames Mittel zur Verfügung. Wer vor dem Einsatz solcher Pflanzenschutzmittel zurückschreckt, hat alternativ noch die Möglichkeit, die natürlichen Feinde des Frostspanners durch die Anbringung von Nistkästen in seinen Garten zu locken. Denn die leicht zu erbeutenden Raupen sind ein willkommenes Geschenk für Singvögel, um sie an den eigenen Nachwuchs zu verfüttern. Vor allem Meisen sind in der Lage, die Schäden der Frostspannerraupen auf ein unbedeutendes Maß zu reduzieren.

Häufiges Auftreten und Vorkommen des Frostspanners

Der Frostspanner ist einer der bekanntesten und am häufigsten auftretenden Obstbaumschädlinge. Er ist bei seiner Wirtssuche nicht wählerisch und tritt an nahezu allen Obstgehölzen – mit Ausnahme des Pfirsichs – auf. Mit besonderer Vorliebe werden dabei Kirschen befallen. Darüber hinaus kann er aber auch an vielen verschiedenen Ziergehölzen vorkommen, wie zum Beispiel dem Ahorn, der Eiche und der Hainbuche. Die größte Bedeutung kommt dabei dem Kleinen Frostspanner (Operophtera brumata) zu. Ähnliche Schäden werden aber auch vom Großen Frostspanner (Erannis defoliaria) verursacht. Diese sind im Vergleich jedoch weit weniger gravierend.

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