Drahtwurm

Drahtwurm

Schädlingsbekämpfung Drahtwurm

Botanischer Name

Agriotes spp.

Familie

Schnellkäfer (Elateridae)

Einordnung

Im Boden lebend

Als Drahtwürmer werden die Larven der Schnellkäfer bezeichnet. In Mitteleuropa existieren etwa 150 verschiedene Arten, davon kommen in Deutschland hauptsächlich Agriotes lineatus, Agriotes obscurus und Agriotes sputator vor. Die dunkel gefärbten Käfer verdanken ihren Namen der Fähigkeit, sich aus der Rückenlage emporschnellen zu können. Da sie sich fast ausschließlich von Nektar ernähren, verursachen sie selbst keine Kulturschäden – problematisch sind ihre Larven.

Schnellkäfer legen ihre Eier bevorzugt in feuchten Wiesen dicht unterhalb der Bodenoberfläche ab. Umgegrabene Gras- und Rasenflächen sind daher besonders oft von einem Befall betroffen. Nach etwa 4–6 Wochen schlüpfen aus ihnen die ersten Larven – die Drahtwürmer. Sie sind dünn, etwa 1–2 cm lang und rund im Durchmesser. Während ihr Kopf braun gefärbt ist, ist der Körper gelblich. Doch letztlich ist es ihre drahtartige Gestalt und harte Haut, auf die sich der Name bezieht. Je nach Art benötigen Drahtwürmer 3–5 Jahre, um sich zu verpuppen. Während dieser Zeit richten sie großen Schaden an, da sie an unterirdischen Knollen, Wurzeln und Zwiebeln nagen. Sie bohren sich dabei auch in bodennahe Pflanzenteile, wie dem Stängelansatz, der von ihnen direkt unter der Erde abgefressen wird. In der Folge kränkeln und welken die betroffenen Pflanzen, im schlimmsten Fall sterben sie sogar ab. Zieht man sie aus dem Boden, lassen sich die Bohrlöcher und Fraßstellen leicht entdecken; die Knollen von Kartoffeln und Möhren können im Spätsommer mitunter ganze Gangsysteme aufweisen. Und bei genauer Kontrolle findet man in der wurzelnahen Umgebung sogar die Drahtwürmer selbst.

Vorbeugung und Bekämpfung

Die einzig wirklich effektive Möglichkeit der Vorbeugung ist es, den Boden für geplante Neuansaaten und Neuanpflanzungen beim Umgraben sorgfältig nach den Tieren abzusuchen. Eine recht zuverlässige Methode ist es dabei, halbierte oder in Scheiben geschnittene Kartoffeln, Möhren und Rüben mit der Schnittfläche nach unten 5–10 cm tief in der Erde zu vergraben. Merken Sie sich die Stellen gut, damit Sie die Köder nach einigen Tagen problemlos wiederfinden. Dies gelingt am einfachsten, wenn Sie die entsprechenden Standorte markieren, zum Beispiel mit kleinen Stäben. Wenn Sie die Köder nach einigen Tagen wieder ausgraben, lässt sich an der Anzahl der an ihnen sitzenden Drahtwürmer die Befallsdichte relativ gut abschätzen. Sind Drahtwürmer im Boden vorhanden, kann diese Prozedur mehrfach wiederholt werden. Die Köder werden jedes Mal wieder ausgegraben und mitsamt der Larven entsorgt. Auf diese Weise lassen sich die Schädlinge vergleichsweise einfach und erfolgreich absammeln. In Kartoffelbeeten funktioniert diese Methode natürlich nur, wenn Sie die Köderkartoffeln mehrere Wochen im Vorfeld vor den Saatkartoffeln auslegen. Dann sind bis zur Pflanzung bereits zahlreiche Drahtwürmer abgefangen. Auch junge Salatpflanzen können als Lockmittel für die gefräßigen Würmer dienen, denn sie werden ebenfalls sehr gerne von ihnen befallen.

Eine weitere Möglichkeit der Bekämpfung besteht darin, den von den Drahtwürmern befallenen Boden regelmäßig aufzulockern und zu kalken, zum Beispiel mit Gärtner Pötschkes Lava-Gesteinsmehl. Denn die Larven bevorzugen einen sauren Untergrund. Das gleichzeitige Umgraben hat dabei den Effekt, dass die Drahtwürmer aus den tieferen Erdschichten an die Bodenoberfläche geholt werden. Dort können sie entweder von Hand abgesammelt oder ihren natürlichen Feinden zum Fraß überlassen werden. Dazu gehören unter anderem Eidechsen, Hühner, Igel, Kröten, Maulwürfe und Vögel. Häufig liest man auch, dass die Pflanzung von Ringelblumen und Tagetes einen Befall mit Drahtwürmern lindern soll, da sie eine giftige Wirkung auf die Tiere haben. Sie fressen an den Wurzeln und gehen daran ein.

Bei einem starken Auftreten helfen chemische Pflanzenschutzmittel. Im Fachhandel gibt es zum Beispiel spezielle Streumittel mit lang anhaltender Wirkung. Diese sind zwar wirksam, erreichen die in den tieferen Erdschichten lebenden Larven aber oftmals nur unzureichend. Gerade im Sommer, wenn mit den steigenden Temperaturen die Böden trockener werden, ziehen sich die Drahtwürmer dorthin zurück. Sie sollten daher nur im äußersten Fall verwendet werden.

Häufiges Auftreten und Vorkommen des Drahtwurms

Im Prinzip können Drahtwürmer im Sommer an fast allen unseren Kultur- und Zierpflanzen auftreten. Bevorzugt werden solche mit weichen Knollen, Wurzeln und Zwiebeln befallen. Im Gemüseanbau gehören dazu in erster Linie Kartoffel, Kohl, Möhre, Salat, Tomate und Zwiebel. Auf drahtwurmgefährdeten Flächen ist der Anbau dieser anfälligen Kulturen immer abzuwägen. Grundsätzlich können Drahtwürmer auch in Blumentöpfen auftreten, zum Beispiel wenn die Umtopferde verseucht war. Solche Topfpflanzen kann man retten, indem man sie aus dem Boden holt und sorgfältig von den Larven befreit. Die ursprünglich verwendeten Töpfe sollten vor einer erneuten Bepflanzung gründlich gereinigt werden.

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