Buchsbaumzünsler

Schädlingsbekämpfung Buchsbaumzünsler

Botanischer Name

Cydalima perspectalis

Familie

Zünsler (Crambidae)

Einordnung

fressende Schädlinge

Der Buchsbaumzünsler ist ein Schädling, der sich auf den Buchsbaum spezialisiert hat. Seine Heimat ist eigentlich der ostasiatische Raum, doch seit 2007 schädigt er auch in Deutschland massiv die Buchsbaumpflanzen durch Fraßschäden. Vor dieser Zeit war er in Europa nicht bekannt.

Schadbild

Die Schäden an den Pflanzen werden durch die Raupen dieser Falterart hervorgerufen. Das Fraßbild der jungen Buchsbaumzünslerraupen unterscheidet sich dabei deutlich von dem der älteren Tiere. Zu erkennen ist es an hellen Flecken auf den grünen Blattoberseiten, die durch den Schabefraß, bei dem nur die oberste Schicht des Blattes gefressen wird, hervorgerufen wird. Wenn aber an betroffenen Blättern nur noch die Blattrippen oder sogar nur noch die Stiele übrig sind, dann spricht das für einen Befall durch ältere Raupen. Sind schließlich alle Blätter vernichtet, wird anschließend auch noch die grüne Rinde der Triebe gefressen. Zurück bleibt das bloße Holz und alle Bereiche darüber sterben unweigerlich ab. Stark befallene Buchsbäume sind schon von weitem an ihrer hellbeigen Farbe zu erkennen. Zu dieser Zeit ist bereits der ganze Buchsbaum eingesponnen und die gelbgrünen oder dunkelgrünen Raupen mit ihren schwarzen Längsstreifen auf dem Rücken haben sich auf der ganzen Pflanze ausgebreitet. In den meisten Fällen sind sie allerdings sehr gut getarnt, so dass die Bestimmung der Schadursache besser durch die o.g. anderen Merkmale erfolgen sollte.

Lebenszyklus

Die eigentlichen Falter, die sich aus den Buchsbaumzünslerraupen entwickeln, leben nur ca. 8 Tage und sind vorwiegend an den Blattunterseiten benachbarter Pflanzen zu finden. In dieser Zeit legen weibliche Tiere 100 – 150 Eier an die äußeren Blätter der Buchsbäume. Doch bevor es soweit ist, durchlaufen sie in der Regel sechs Larvenstadien. Die Geschwindigkeit, mit der sie sich entwickeln, hängt stark von den Temperaturen ab und dauert zwischen drei und zehn Wochen. Als ideal gelten hier 18 – 30 °C. Die Überwinterung erfolgt meistens im dritten oder vierten Entwicklungsstadium, indem sich die Raupen in ein lockeres Gespinst einweben. Kurz bevor dies geschieht, verändert sich ihr Fraßbild zu einem so genannten Fensterfraß. Hier werden die weicheren Blattunterseiten angefressen, wogegen die härteren Blattoberseiten nahezu unbeschädigt bleiben. Ihre Körpergröße beträgt zu dieser Zeit gerade einmal 4 mm, so dass die Gespinste, die sich zumeist im Inneren der Buchsbäume befinden, sehr schwierig zu erkennen sind. Wenn im Frühjahr die Temperatur für längere Zeit über 7°C liegt, setzen sie ihren Fraß fort. Nach dem Durchlaufen der sechs Stadien, haben die Buchsbaumzünslerraupen eine Körperlänge von ca. 5 cm erreicht und gelten somit als erwachsen. Nun folgt die Verpuppung innerhalb der Buchsbäume, dabei sind die Kokons jetzt auf Grund ihrer Größe besser zu erkennen. Am Ende dieser Verpuppung steht der Falter, der wieder rum durch die Eiablage für neuen Nachwuchs sorgt.



Vorbeugung und Bekämpfung

Durch das Absammeln von Puppen und/oder noch jungen Raupen können gute Erfolge erzielt und größere Fraßschäden verhindert werden. Wichtig sind hierbei die stetige Kontrolle und das unablässige Sammeln der Schädlinge. Sollte der Befall bereits vorangeschritten sein, ist ein starker Rückschnitt empfehlenswert. Normalerweise treibt die betroffene Pflanze kurze Zeit später oder im darauf folgenden Jahr ohne Probleme wieder aus.

Leider gibt es in Europa zurzeit noch keine natürlichen Feinde für diesen relativ neuen Schädling. Daher ist der Einsatz von Nützlingen nicht zuverlässig möglich. Ersten Beobachtungen nach, beginnen sich aber einige Vogelarten für die Buchsbaumzünslerraupen zu interessieren. Ein Garten, in dem sich heimische Vögel wohl fühlen, könnte also langfristig zu einer Besserung des Befalls führen.

Als letzte Möglichkeit ist das Spritzen eines Insektizids zu nennen. Dieses muss ausdrücklich für die Anwendung im Haus- und Kleingarten zugelassen sein. Als ein geeignetes Mittel ist zum Beispiel Neudorff Raupenfrei Xentari zu nennen. Sollte auch diese Maßnahme nicht helfen, bleibt nur noch die Rodung des betroffenen Gehölzes. Keinesfalls dürfen die befallenen Pflanzenteile anschließend auf dem Kompost oder in einer Gartenecke entsorgt werden! Stattdessen sollten sie dem Hausmüll zugeführt werden.

Gärtner Pötschke

Alternativen zum Buchsbaum

Um in Zukunft einen weiteren Befall ausschließen zu können, empfiehlt es sich Alternativen zum Buchsbaum zu pflanzen. Geeignet hierfür sind: Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia), Heckenmyrthe (Lonicera nitida), Buchsblättrige Stechpalme (Ilex crenata in Sorte: ‚Glorie Gem‘ , ‚Glorie Dwarf‘, ‚Blondie' , ,Twiggy' oder ‚Dark Green‘) oder auch die neuen kleinbleibenden Rhododendren 'Bloombux' und 'Nugget by Bloombux'.



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