Blutlaus

Blutlaus

Schädlingsbekämpfung Blutlaus

Botanischer Name

Eriosoma lanigerum

Familie

Blasenläuse (Pemphigidae)

Einordnung

An Pflanze saugend

Die Blutlaus ist ein Schädling, der hauptsächlich an Äpfeln vorkommt. Zum Problem werden sie jedoch nur an jungen Obstgehölze – ältere Pflanzen nehmen durch einen normalen Befall kaum Schaden. Es können aber auch andere Ziersträucher wie z. B. Felsenmispel, Weißdorn oder Feuerdorn von ihr befallen werden. Heimisch ist dieser Schädling in Nordamerika, doch bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde er – vermutlich über den Seeweg – nach Europa eingeschleppt.

Schadbild

Ein Befall mit Blutläusen fällt meistens als Erstes durch die watteähnlichen, weißen Wachsausscheidungen auf, die sich vornehmlich an Wund- und Schnittstellen befinden. Im weiteren Verlauf der Besiedelung bleiben aber auch junge Triebe davon nicht verschont.

Der Schaden, der von dieser Lausart verursacht wird, ist eher ein indirekter. Erst infolge ihrer Saugtätigkeiten bildet das Pflanzengewebe an diesen Stellen krebsartige Rindenwucherungen und Knoten. Man spricht hier auch von dem sogenannten Blutlauskrebs. Dieser führt bei jungen Gehölzen häufig zu extremen Missbildungen. Im schlimmsten Fall platzen die Wucherungen auf, sodass diese Pflanzen anfällig für weitere Krankheiten werden. So tritt in der Folge häufig der durch Pilze übertragene Obstbaumkrebs auf. Ein weiteres Problem besteht darin, dass durch die Saugtätigkeit der Blutläuse eine gestörte Holzreife, sowie ein vermindertes Triebwachstum hervorgerufen werden kann. Dieses führt unweigerlich zu einer geringeren Frosttoleranz.

Lebenszyklus

Blutläuse überwintern als Larven in alten Verletzungen, wie z.B. Rindenrissen oder unter der losen Borke – die charakteristischen Wachsausscheidungen treten zu dieser Zeit jedoch nicht mehr auf. Da diese Schädlinge nicht sehr frostempfindlich sind, ist der Wurzelbereich der Gehölze ein weiteres, beliebtes Überwinterungsquartier. Hier trotzen sie sogar Temperaturen von bis zu - 25°C.

Zu Beginn des Frühjahrs steigern die Blutläuse ihre Aktivität wieder und wandern an die Triebe. Bevorzugt werden hier Verletzungen oder andere Schwachstellen der alten Triebe besiedelt – die Blattachseln junger Triebe bieten aber Beobachtungen zu Folge auch adäquate Quartiermöglichkeiten. Innerhalb einer Vegetationsperiode kann eine weibliche Blutlaus ca. 8 – 12 Generationen, mit jeweils bis zu 130 Jungtieren hervorbringen. Ein befallenes Gehölz wird förmlich in Kolonien abgewandert, denn die Blutläuse sind immer auf der Suche nach Pflanzenzellen, die ihnen noch nicht zum Opfer gefallen sind. Auf diese Weise verbreiten sich Blutläuse auch auf weitere Gehölze im Bestand. Die Population wird vom Sommer stark dezimiert, da die hohen Temperaturen den Blutläusen zusetzen. Daher treten diese Schädlinge besonders im Frühjahr und im Herbst auf.

Vorbeugung und Bekämpfung

Um einem Befall mit Blutläusen vorzubeugen, ist es notwendig, dass Sie bereits bei der Auswahl der Gehölze auf Sorten zurückgreifen, die weniger anfällig für diesen Schädling sind. Außerdem muss unbedingt ein Überdosieren von Stickstoffdüngern vermieden werden, da diese das vollständige Ausreifen der Pflanze verhindern würden. Junge Gehölze bedürfen in der Anfangszeit eines sorgsamen Schutzes, damit Verletzungen unter allen Umständen vermieden werden. Ein großes Problem – gerade bei Obstbäumen – stellen Frostrisse dar. Um diese zu verhindern, sollte im Winter ein Weißanstrich vorgenommen werden.

Sollten sich bereits Symptome zeigen, kann das Abbürsten oder sogar ein Rückschnitt der befallenen Stellen als Sofortmaßnahme ergriffen werden.

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