Assel

Assel

Schädlingsbekämpfung Assel

Botanischer Name

Porcellio scaber

Familie

Kellerasseln (Porcellionidae)

Einordnung

An Pflanze fressend

Wohl jeder von uns kennt Kellerasseln. Die kleinen Tiere sind etwa 2 cm lang und haben einen braunen bis grauen, flach ovalen sowie leicht gewölbten Körper. Bei drohender Gefahr rollen sie sich zu Kugeln zusammen und bleiben wie leblos liegen. Dabei gehören Asseln entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht zu den Insekten, sondern zu den Krebstieren. So auch die Kellerassel, die der Ordnung der Landasseln zugeordnet wird. Sie stammt ursprünglich von Arten ab, die im Meer lebten, hat sich aber mittlerweile gut an das Leben an Land angepasst. Neben den sogenannten Tracheen, mit denen sie Sauerstoff aus der Luft aufnehmen kann, besitzen Kellerasseln sogar noch rudimentäre Kiemen. Diese sind mittlerweile allerdings soweit zurückgebildet worden, dass die Tiere im Wasser ertrinken würden. Nichtsdestotrotz sind Kellerasseln auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen und bevorzugt an dunklen, feuchten und modrigen Stellen zu finden. Über Tag halten sie sich versteckt, man sieht sie nur selten frei im Garten herumlaufen. Aktiv werden sie nachts, wenn die Temperaturen sinken und die Luftfeuchtigkeit ansteigt.

Eigentlich bereiten uns Kellerasseln im Garten keine Probleme. Im Gegenteil, sie sind sogar ausgesprochen nützlich. Sie ernähren sich überwiegend von abgestorbenen Pflanzenresten, wodurch sie den wertvollen Prozess der Humusbildung unterstützen und die Nährstoffe, welche die Pflanzen dem Boden entzogen haben, wieder unserem Ökosystem zuführen. Nur in seltenen Fällen kann es vorkommen, dass sie frische Blätter und Triebe oder junge Pflanzenwurzeln anfressen. Nämlich dann, wenn sie in Massen auftreten und nicht genug totes Material vorfinden. Zur Fortpflanzung legen die von den männlichen Kellerasseln begatteten Weibchen ihre Eier. Sie werden von ihnen 40–50 Tage lang in einer mit Flüssigkeit gefüllten Brusttasche getragen, bevor die jungen Larven schlüpfen. Nach Verlassen des Brutbeutels sind sie noch deutlich kleiner und heller gefärbt als die erwachsenen Asseln. Zudem ist ihr Panzer ist noch relativ weich, weshalb sie in diesem Stadium besonders trockenheitsempfindlich sind. Bis auch sie ausgewachsen und geschlechtsreif sind, vergehen in der Regel 3 Monate. Während dieser Zeit durchlaufen sie insgesamt 14 Häutungen. In Abhängigkeit vom Alter und der Größe des Weibchens sowie der Jahreszeit können pro Jahr bis zu 3 Generationen mit jeweils 70 Jungtieren ausgetragen werden. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 2 Jahren.

Vorbeugung und Bekämpfung

Asseln sind in erster Linie recht nützliche Organismen im Garten, die man nicht bekämpfen sollte. Wenn sie jedoch in größerer Menge auftreten, können sie – insbesondere in Frühbeeten, Gewächshäusern und Pflanzgefäßen – trotzdem Schaden anrichten. Bei einem massenhaften Auftreten können ihnen zum Beispiel Jungpflanzen und Keimlinge zum Opfer fallen. In so einem Fall ist das Aufstellen von künstlich angelegten Unterschlüpfen eine recht vielversprechende Hilfsmaßnahme. Dies können beispielsweise umgestülpte Blumentöpfe oder größere Stücke angefeuchteter Holzwolle sein. Man sollte dabei natürlich darauf achten, dass ausreichend Einschlupfmöglichkeiten für die Tiere vorhanden sind. Als Köder eignen sich ausgehölte Kartoffeln oder halbierte Möhren. Auf diese Weise lassen sich die Asseln relativ problemlos jeden Morgen aufsammeln und von den Pflanzen fernhalten. Vorbeugend hilft es, den Boden von Gartenbeeten mit Gärtner Pötschkes Lava-Gesteinsmehl zu bestäuben, um die Tiere fern zu halten. Auch in Frühbeeten und Gewächshäusern ist diese Methode sehr effektiv. Um Pflanzgefäße vor einem Befall zu schützen, sollte man sie auf einen steinernen Untergrund stellen und mit Kübelfüßen versehen. Direkter Bodenkontakt wird so vermieden. Bereits befallene Kübelpflanzen am besten kurzzeitig ganz austrocknen lassen.

Darüber hinaus kann man auf die Hilfe natürlicher Fressfeinde hoffen. Dazu gehören in erster Linie Igel, Kröten und Laubfrösche sowie einige Vogelarten. Versuchen Sie durch einen naturnah gestalteten Garten mit ausreichend Nistmöglichkeiten und Verstecken diese Nützlinge anzulocken und anzusiedeln. Hecken, Laubhaufen und üppige Teichbepflanzungen sind nur einige Beispiele. Dabei machen es Asseln ihren Feinden sogar vergleichsweise einfach – denn es sind sehr gesellige Tiere, die sich gerne in großen Gruppen ansiedeln und damit eine leichte Beute abgeben.

Auch im Haus lassen sich Asseln durch verschiedene Fraßköder anlocken und aufsammeln. Am einfachsten verwendet man eine flache Schale, die man mit Gemüse, wie den bereits beschriebenen Kartoffeln und Möhren, oder altem Obst füllt. Aber auch feuchte Erde und feuchtes Laub können als Lockmittel dienen. Alternativ soll auch ein feuchtes Handtuch helfen, welches man auf den Boden legt. Die Asseln nehmen diesen Unterschlupf gerne an und können anschließend mitsamt des Handtuchs beziehungsweise der Schale ins Freie gebracht werden. Nicht zu empfehlen ist dagegen das Aufsaugen der Asseln mit einem Staubsauger, da die Tiere im Beutel mehr als genug Nahrung finden, um sich dort weiter zu vermehren.

Natürlich gibt es für den Hausgebrauch auch spezielle Pflanzenschutzmittel gegen die Bekämpfung von Asseln. Im Handel werden Fraßgifte, Klebefallen und Kontaktgifte angeboten. Allerdings sollte nur im äußersten Fall auf diese Weise gegen die Nützlinge vorgegangen werden. Viel wichtiger ist es, der Ursache auf den Grund zu gehen und sie zu beseitigen, um einen Befall dauerhaft in den Griff zu bekommen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört in diesem Zusammenhang, die betroffenen Orte trocken zu halten. Denn Trockenheit vertragen Asseln überhaupt nicht. Sie veranlasst die Tiere dazu, sich einen neuen Lebensraum zu suchen. Außerdem sollten sämtliche Nischen, wo sich Wasser ansammeln kann, verschlossen werden, am besten mit Silikon. Dies können zum Beispiel kleine Risse im Boden und in den Wänden sein. Und nicht zuletzt sollten auch alle schmutzigen Ecken und Unterschlupfmöglichkeiten hinter Regalen gesäubert werden, um den Asseln ihre Nahrungsgrundlage zu entziehen. Eingelagerte Lebensmittel sind sicher außer Reichweite aufzubewahren.

Häufiges Auftreten und Vorkommen der Assel

Weltweit gibt es 8.000 verschiedene Asselarten. Von diesen gehören etwa 1.000 Arten zu den Landasseln, wovon 50 Arten hier bei uns in Deutschland heimisch sind. Dazu zählt auch die bereits beschriebene Kellerassel (Porcellio scaber). Gelegentlich zeigt sich aber auch die Mauerassel (Oniscus asellus) in unseren Gärten. Asseln siedeln sich im Kompost oder in feuchten und schattigen Schlupfwinkeln unter Steinen und Totholz an. Teilweise finden sie aber auch den Weg in Frühbeete, Gewächshäuser und Pflanzgefäße oder sogar Keller- und Lagerräume. Kellerasseln, die in Häuser eindringen, sind zwar lästig, aber nicht schädlich – zumal die die Tiere nach derzeitigem Kenntnisstand keine Krankheiten übertragen. Während sich Asseln im Freiland hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenresten ernähren, können sie in Kellern und Lagerräumen auch schon einmal offen liegendes Gemüse und Obst anfressen.

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