Ameise

Ameise

Schädlingsbekämpfung Ameise

Botanischer Name

Lasius spp.

Familie

Ameisen (Formicidae)

Einordnung

An Pflanze fressend

Ameisen sind oft allgegenwärtig im Garten und in vielerlei Hinsicht nützlich für das Gleichgewicht des Ökosystems. Sie als Schädlinge zu bezeichnen wäre voreilig und sicherlich nicht zutreffend. Denn Ameisen sorgen für eine natürliche Reinigung und beseitigen in unserem Interesse schnell und effizient allerhand Unrat. Dazu zählen nicht nur abgestorbenes Pflanzenmaterial und tote Tiere. Ameisen sind auch überaus effektiv wenn es darum geht, Insekten und Ungeziefer zu vertilgen, die unsere Gartenpflanzen schädigen. Darüber hinaus sorgen Ameisen für eine gute Umschichtung des Bodens, durch die sie eine wichtige Vorarbeit für Nützlinge wie den Regenwurm leisten. Und nicht zuletzt verdanken viele Pflanzen ihre Verbreitung den Ameisen, da durch sie ihre Samen verteilt werden.

Trotz ihrer vielen guten Eigenschaften, haben Ameisen aus gärtnerischer Sicht auch ihre schlechten Seiten – vor allem dann, wenn sie in Massen auftreten und mit ihren unterirdischen Gängen und Nestern Beete, Rasenflächen, Terrassen und Wege unterhöhlen. Denn überall dort, wo Ameisen die Erde aufwühlen, verlieren Wurzeln den für sie wichtigen Bodenkontakt, um Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Die betroffenen Pflanzen kümmern und vertrocknen. Meist leben Ameisen in kleineren Bauten unter der Erde, in altem Holz, im Kompost oder in Mauerritzen, wo sie uns nicht stören. Unter bestimmten Voraussetzungen können sich jedoch schnell große Bestände aufbauen, die zu einem echten Problem werden, wenn sie an den falschen Stellen auftreten. Die von ihnen direkt verursachten Schäden sind dabei eher unbedeutend. Nur bei absoluter Nahrungsknappheit kann es schon mal vorkommen, dass Blütenknospen, Früchte oder junge Triebe und Wurzeln von ihnen angefressen werden.

Vorbeugung und Bekämpfung

Ameisen bekämpft man, sobald man ihre Nester entdeckt hat. Doch auch wenn die Tiere lästig erscheinen, muss man sie nicht gleich töten. In vielen Fällen reicht es bereits aus, das Volk einfach umzusiedeln. Dazu werden Blumentöpfe mit feuchter Erde oder Holzwolle gefüllt und umgedreht mit der Öffnung nach unten direkt über das Nest gestellt. Nach einiger Zeit zieht das Ameisenvolk mit seiner Brut in den von der Sonne erwärmten Topf, der anschließend – großzügig mit einem Spaten ausgestochen – an eine andere Stelle transportiert werden kann, wo die Tiere nicht weiter stören.

Eine weitere schonende Methode ist es, die Ameisennester gezielt und wiederholt kräftig zu begießen. Denn Ameisen meiden feuchte Böden und ziehen in der Regel nach einigen Tagen bereitwillig um. Diese Vorgehensweise hat darüber hinaus den Vorteil, dass die durch die Grabarbeit freigelegten Wurzeln wieder eingeschlämmt werden. Immer wieder liest man auch von der Möglichkeit, Ameisen frühmorgens oder spätabends, wenn alle Tiere in ihrem Bau versammelt sind, mit kochend heißem Wasser zu bekämpfen. Diese Methode ist zwar brutal, aber wirkungsvoll. Sie müssen nur aufpassen, dass keine unmittelbar in der Nachbarschaft stehenden Pflanzen mit dem Wasser in Berührung kommen. Eine weitaus harmlosere Variante sind in diesem Zusammenhang stark riechende Aufgüsse aus Kerbel, Lavendel, Majoran und Thymian sowie Jauchen aus Rainfarn und Wermut, welche die geruchsempfindlichen Tiere vertreiben sollen. Auch Algenkalk, der auf den Boden, die Nester und die betroffenen Pflanzen gestreut wird, verfehlt seine Wirkung nicht, da die Tiere sich von alkalisch wirkenden Substanzen fernhalten. Der Schutz hält aber nur solange an, wie es nicht regnet. Nach jedem Regen müssen die Barrieren daher erneuert werden – zumindest solange, bis die Ameisen nachhaltig vertrieben wurden.

Auch wenn es im ersten Moment vielleicht abwegig klingen mag, sollte eine Bekämpfung von Ameisen immer zusammen mit einer konsequenten Bekämpfung von Blattläusen einhergehen. Denn Blattläuse locken Ameisen an, welche ihre Kolonien pflegen, schützen und gegen natürliche Fressfeinde wie den Marienkäfer verteidigen. Als Gegenleistung melken die Ameisen die Blattläuse, um sich an ihren süßen Ausscheidungen, dem sogenannten Honigtau, zu laben. Er stellt für sie ein wichtiges Nahrungsmittel dar.

Sollten all diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, gibt es auch noch die Möglichkeit, auf spezielle Pflanzenschutzmittel zurückzugreifen. Das Loxiran® Ameisenmittel von Neudorff® ist zum Beispiel ein bewährtes und hochwirksames Präparat, welches für die Anwendung auf Nichtkulturland wie Plätzen und Wegen zugelassen ist. Es ist besonders anwenderfreundlich und kann je nach Bedarf sowohl als Gießmittel wie auch als Streumittel schnell und sicher angewendet werden. Die entsprechenden Köderdosen sind dagegen ideal zur Ameisenbekämpfung in Wohnräumen sowie auf Terrassen und auf Balkonen. Moderne Pflanzenschutzmittel enthalten dabei bewusst ein spätwirkendes Gift, welches von den Arbeiterinnen bis zur Königin in den Bau transportiert wird und dadurch auch sie abtötet.

Häufiges Auftreten und Vorkommen der Ameise

Im heimischen Garten kommen vor allem zwei Ameisenarten vor, die Schwarze Wegameise (Lasius niger) und die Gelbe Wegameise (Lasius flavus). Wobei die Schwarze Wegameise – oftmals einfach auch nur Gartenameise genannt – häufiger anzutreffen ist. Die 3–5 mm großen, meist braun-schwarz gefärbten Tiere sind sehr anpassungsfähig und siedeln sich bevorzugt im Boden unter Pflasterflächen und Terrassen, gelegentlich aber auch unter Pflanzen, Rasenflächen und Steinen an. Sie ernähren sich hauptsächlich vom Honigtau verschiedener Blattlaus- und Schildlausarten sowie von räuberisch erbeuteten Insekten. Die Gelbe Wegameise ist im Vergleich etwas kleiner und wird nur 2–4 mm groß. Sie legt ihre Nester fast ausschließlich unter Rasenflächen an und kann dabei Erdhügel von der Größe eines Maulwurfhaufens aufschütten. Zur Sicherstellung ihrer Nahrung hält sie sich unterirdische Wurzellauskolonien, von deren Honigtau sie sich ernährt. Aus diesem Grund verlassen diese Ameisen auch nur selten ihren Bau.

Nach oben