Buchsbaumsterben

Buchsbaumsterben

Krankheitsbekämpfung Buchsbaumsterben

Botanischer Name

Cylindrocladium buxicola

Einordnung

Pilzlicher Erreger

Abteilung

Schlauchpilze (Ascomycota)

Das Buchsbaumsterben bedroht die Buchsbaumbestände in Europa. Mitte der neunziger Jahre wurde das, durch den Pilz Cylindrocladium buxicola hervorgerufene, Triebsterben an Buchsbäumen erstmalig in England beobachtet.

Schadbild

Das Krankheitsbild äußert sich unterschiedlich - je nachdem ob der Befall an jüngeren oder älteren Blättern auftritt. An den jüngeren Blättern zeigt sich der Pilz durch orange-braune Flecken mit dunklen Rändern, die im weiteren Krankheitsverlauf zusammenfließen. Bei älteren Blättern bilden sich dagegen einheitlich dunkle Flecken, die in einer Braunfärbung des gesamten Blattes enden. Auch vor den Trieben macht Cylindrocladium nicht Halt. Schwarze Streifen auf der Rinde, die von unten nach oben immer länger werden, sind ein eindeutiges Anzeichen für das Buchsbaumsterben. In der Folge kommt es bald zum Blattfall und ganze Triebe sterben ab. Nimmt die Luftfeuchtigkeit zu, ist ein Pilzrasen auf den Blattunterseiten zu erkennen, der sich allerdings bei trockenerer Witterung wieder zurückzieht.

Die Verbreitung des Pilzes erfolgt, außer durch die bereits befallenen Pflanzenteile, durch abgefallenes Laub und nicht entferntes Schnittgut am Boden. Da Cylindrocladium sogenannte Dauersporen ausbildet, kann er einige Jahre ohne lebenden Wirt überdauern und so zu einer späteren Infektion führen. Entscheidend hierfür sind zum einen, das die Blätter über mehrere Stunden nass bleiben und zum anderen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei der Temperatur hingegen ist der verantwortliche Pilz für das Buchsbaumsterben nicht wählerisch. Er beginnt bereits ab 5 °C mit dem Wachstum und stellt es erst bei mehr als 30 °C wieder ein. Wenn günstige Bedingungen vorherrschen, entwickeln sich die charakteristischen Blattflecken innerhalb von ca. zehn Tagen und der Befall wird sichtbar. Wenige Wochen später sind bereits viele Triebe abgestorben. Feuchtwarme Sommer begünstigen also die Verbreitung und das Wachstum des Pilzes, wogegen ein trockener, heißer Sommer beides eindämmen kann.

Auf Grund des Schadbildes von dem Buchsbaumsterben, können Verwechslungen mit anderen Buchsbaumerkrankungen auftreten. Deshalb sollte bei der Bestimmung der Erkrankung genau hingesehen und weitere Schadursachen in Betracht gezogen werden. Infrage kommen hier das Volutella-Zweigsterben oder auch die Buchswelke.

Vorbeugung und Bekämpfung

Zur Vorbeugung ist es wichtig, dass Sie darauf achten, dass nur absolut gesunde Buchspflanzen den Weg in Ihren Garten finden. Hier angekommen, muss der Standort so gewählt werden, dass die Pflanzen bei feuchter Witterung schnell wieder abtrocknen können. Zu bevorzugen sind deshalb windoffene und sonnige Lagen. Außerdem sollten Sie aus diesem Grund bereits bei der Pflanzung auf einen ausreichenden Pflanzabstand achten. Um an trockenen Tagen die Blätter nicht unnötig nass zu machen, sollte das Gießen immer nur direkt an der Wurzel und nicht über das Laub erfolgen.

Da eine Infektion mit dem Buchsbaumsterben nicht nur von infizierten Pflanzen, sondern auch von herabgefallenem Laub, sowie am Boden liegenden Pflanzenteilen ausgeht, ist die Hygiene innerhalb der Pflanzung von entscheidender Bedeutung. Entfernen Sie betroffenes Material daher immer umgehend und entsorgen Sie es über den Hausmüll. Eine weitere Übertragung findet häufig über das Gartenwerkzeug statt. Die Desinfektion bei der Arbeit nach jeder einzelnen Pflanze ist deshalb unumgänglich. So wird eine Ansteckung von weiteren Buchsbäumen im Bestand verhindert.

In Versuchen hat sich gezeigt, dass es anfällige und weniger anfällige Sorten unter den Buchsbäumen gibt. Als immun gilt hier jedoch keine! Doch durch die Pflanzung von Sorten, die eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen das Buchsbaumsterben haben, können Sie die Gefahr einer Ansteckung deutlich mindern.

Widerstandsfähige Buchsbaumsorten gegenüber dem Buchsbaumsterben

Als robust eingestuft werden die Sorten: ‚Arborescens‘, Elegantissima‘, ‚Herrenhausen‘ und ‚Faulkner‘.

Bei dieser Pilzerkrankung ist das Spritzen eines Fungizids nur als Vorbeugung geeignet. Sollten die Pflanzen bereits erkrankt sein, hat es keinerlei Wirkung mehr. Präventiv können Sie zum Beispiel Compo Ortiva Spezial Pilz-frei oder Compo Duaxo Universal Pilz-frei ausbringen. Mit diesen Mitteln, wurden in der Vergangenheit bereits gute Resultate erzielt.

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