Rasenpflege

Rasenpflege

Rasenpflege - für den perfekten Rasen zu jeder Jahreszeit

Für viele Gartenbesitzer ist der Inbegriff eines gepflegten Gartens eine nahezu perfekte Rasenfläche. Mit viel Eifer und diversen Gerätschaften sowie Mittelchen wird bereits bei den ersten Sonnenstrahlen dem Grün hinter dem Haus zu Leibe gerückt. Doch oft will sich die ersehnte dichte, grüne und vor allem unkrautfreie Fläche auch mit großer Mühe nicht einstellen. Auch der Rat des Gartennachbarn hilft häufig nicht weiter, denn um das Thema Rasenpflege ranken sich viele Mythen. Was also sind geeignete Pflegemaßnahmen, die auf lange Sicht auch den gewünschten Erfolg bringen? Und welche schaden mehr als sie nutzen? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir in diesem Artikel die wichtigsten Profitipps für Sie zusammengefasst - damit auch Ihr Rasen bald zum Traumrasen wird.
Anmerkung: In diesem Artikel soll es um die Pflege des "normalen" Hausrasens gehen. Spezielle Zierrasen dagegen haben z.T. vollkommen andere Ansprüche und Bedürfnisse, auf die in diesem Artikel nicht näher eingegangen wird.

Was braucht ein gepflegter Rasen?

Irgendwann stellt sich jeder einmal diese Frage - spätestens, wenn nach einiger Zeit noch immer keine Erfolge beim Blick auf den Rasen sichtbar sind. Dabei kennen die meisten Menschen die einzelnen Maßnahmen zur Rasenpflege, doch es sind die Details bei der Ausführung, die darüber entscheiden, ob sich die ganze Mühe lohnt oder nicht. Wenn wir Sie fragen würden, was ein Rasen braucht, damit er gut wachsen kann und optisch auch noch toll aussieht, dann würden Sie mit Sicherheit problemlos die folgenden Punkte aufzählen: Rasenschnitt, Dünger und Wasser. Und damit liegen Sie auch vollkommen richtig, doch entscheidend sind - außer dieser Maßnahmen - zum einen die Sorgfalt bei der Ausführung und zum anderen die noch nicht genannten Punkte wie ausreichend Licht und vor allem Ausdauer sowie Kontinuität bei der Pflege. Kommen wir als Erstes zum Thema "Licht".

Viel Licht

Rasengräser sind von Natur aus Pflanzen, die in hohem Maße auf das Licht angewiesen sind, denn nur wenn die grünen Halme ausreichend Tageslicht tanken können, ist eine Regeneration nach jedem Schnitt möglich. Im Ergebnis entsteht so mit jedem neuen Mähdurchgang eine dichtere Rasennarbe, die Rasenunkräutern wie Gänseblümchen oder Löwenzahn keinen Platz zum Wachsen lässt. Doch wenn Licht so wichtig ist, was ist dann mit den Gartenecken, die nur wenig Tageslicht bekommen, werden Sie nun zu Recht fragen. Hier sollten Sie bereits bei der Anlage Ihrer Rasenflächen darauf achten, in diesen Bereichen Rasengräser einzusetzen, die eine höhere Toleranz gegenüber Lichtmangel haben (z.B. die Lägerrispe - Poa supina). Rasenunkräuter würden ansonsten die Schwächung der lichthungrigen Gräserarten sofort ausnutzen und sie mit der Zeit aus den schattigen Ecken verdrängen.

Kontinuität und Ausdauer

Kommen wir nun zum zweiten Punkt, den die meisten Gartenbesitzer bei der Rasenpflege unterschätzen: Kontinuität und Ausdauer! Jede Pflegemaßnahme führt nur zu langfristigem Erfolg, wenn sie zur richtigen Zeit und sorgfältig durchgeführt wird. So wird zum Beispiel ein Rasen, der nur etwa alle zwei Wochen gemäht wird, niemals eine perfekte, dichte grüne Fläche sein können. Obwohl er in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gemäht wurde. Gleiches gilt auch für Rasenflächen, die in der Zeit zwischen März und September irgendwann einmal gedüngt wurden. Auch wenn grundsätzlich an das Düngen gedacht wurde, ist der Effekt nicht der gewünschte. Achten Sie deshalb bei der Rasenpflege unbedingt auf die Einhaltung der richtigen Schnitt-, Dünge- und Bewässerungsintervalle und bleiben Sie auch konsequent dabei. Dadurch kommen Sie Ihrem Traumrasen schon ein gutes Stück näher!

Der Rasen erwacht - Rasenpflege im Frühjahr (+/- März, April, Mai)

Bereits früh im Jahr sollten Sie mit den ersten Rasenpflegemaßnahmen beginnen. Vermutlich wird zu dieser Zeit außer Ihnen noch kaum jemand Interesse an seinem Rasen zeigen, doch Ihr zeitiges Handeln wird sich im Sommer auszahlen. Zugegeben, es gibt Schöneres als im März (Zeitpunkt kann sich je nach Witterung und Vegetationsfortschritt nach vorn oder hinten verschieben) mit dem Laubbesen die über den Winter verklebten Halme voneinander zu lösen, doch diesen Schritt sollten Sie trotzdem immer vor dem Ausbringen der Frühjahrsdüngung durchführen.

Frühjahrsdüngung

Erst im Anschluss werden ca. 30 g/m² eines stickstoffbetonten Rasenlangzeitdüngers ausgebracht. Verzichten Sie auf die Anwendung von einfachen Gartendüngern, da deren Nährstoffzusammensetzung ungeeignet für Rasengräser ist! Im Fachhandel finden Sie zahlreiche Rasendünger, die gut auf die speziellen Bedürfnisse von Rasenflächen eingehen. Nach weiteren sieben bis zehn Tagen ist es dann auch schon Zeit für den ersten Schnitt des Jahres.

Rasenschnitt

Da wir ja eingangs von Kontinuität sprachen, sollten Sie auch bei der Schnitthöhe keine Experimente wagen, denn Hausrasen ist kein Golfgreen und kann daher auch nicht so tief gemäht werden! Legen Sie die Schnitthöhe stattdessen einmal auf einen Wert zwischen 4 und 5 cm fest und bleiben Sie dann konsequent dabei. Denn Rasengräser, die zu tief gemäht werden, können sich gegen Gänseblümchen und Co. nicht mehr ausreichend zur Wehr setzen und werden mit der Zeit von ihnen verdrängt. Außerdem sind solche Rasenflächen anfällig für Schäden durch länger andauernde Trockenheit, da die Bodenfeuchtigkeit durch mangelnde Beschattung zu schnell verdunstet. Von nun an wird der Rasen nach der sogenannten "Drittelregel", bei der pro Mähdurchgang nur ein Drittel des Aufwuchses entfernt wird, einmal wöchentlich gestutzt - bei einer eingestellten Schnitthöhe von 4 cm bedeutet das, dass Sie wieder mähen sollten, wenn die Rasengräser eine Höhe von 6 cm erreicht haben. Schneiden Sie dagegen zu viel auf einmal ab, schwächen Sie Ihren Rasen, was zum Ergebnis hat, dass er nicht mehr widerstandsfähig genug gegenüber Krankheiten, Schädlingen oder Unkräutern ist. Jetzt kommen wir zum sagenumwobenen Vertikutieren.

Vertikutieren

Anders als es oft aus den Gärten zu hören ist, ist das Vertikutieren nicht pauschal in jedem Frühjahr notwendig. Der Sinn des Vertikutierens besteht nämlich darin, abgestorbene Pflanzenteile und die gewachsene Rasenfilzschicht zu entfernen, damit wieder Sauerstoff, Nährstoffe und Wasser zu den Wurzeln der Rasengräser durchdringen können. Ein Eingreifen ist erst erforderlich, wenn diese Schicht eine Dicke von ca. 0,5 cm erreicht. Ist es dann aber wieder an der Zeit, sollte nach dem zweiten oder dritten Schnitt der störende Rasenfilz entfernt werden. Herrscht zu dieser Zeit jedoch eine außergewöhnliche Trockenheit, verschieben Sie diese Maßnahme besser auf einen späteren Zeitpunkt. Und denken Sie dran: Vertikutieren meint nicht "Pflügen" - stellen Sie das Gerät daher so ein, dass es nur den Rasenfilz entfernt, nicht aber die durchwurzelte Bodenoberfläche aufreißt. Schon bei einer Vertikutiertiefe von nur einem Zentimeter wird mehr Schaden angerichtet als Gutes getan.

Rasenpflege im Frühjahr - kurz und bündig

  • je nach Witterung/Vegetationsfortschritt im März mit der Rasenpflege beginnen
  • Verklebungen im Rasen mit dem Laubbesen lösen
  • 30 g/m² stickstoffbetonten Rasendünger auf der Fläche ausbringen
  • nach 7 - 10 Tagen das erste Mal mähen (Schnitthöhe zwischen 4 und 5 cm, nie mehr als 1/3 der Rasenhöhe abtrennen, von jetzt an 1x wöchentlich)
  • Vertikutieren nur notwendig, wenn die Rasenfilzschicht dicker als 0,5 cm ist (vorher prüfen!)
  • nach dem 2. oder 3. Schnitt vertikutieren
  • Vertikutierer so einstellen, dass die Messer nicht den Boden aufreißen (Vertikutiertiefe von 1 cm ist schon zu tief)

Hitze, Trockenheit und Dauerbelastung - der Sommer verlangt dem Rasen einiges ab (Juni, Juli, August)

Spätestens ab Juni ist der Rasen bei beständigem Wetter an nahezu jedem Tag hohen Belastungen ausgesetzt. Kinder toben über das frische Grün, Planschbecken werden aufgestellt und Grillgesellschaften machen es sich mit den Gartenmöbeln auf ihm gemütlich. Das alles sind Strapazen für einen Rasen, die er nur bei optimaler Pflege unbeschadet hinnehmen kann. Sie können Ihrem Rasen jedoch weiterhin tatkräftig unter die Arme greifen, indem Sie Gartenmöbel und Planschbecken möglichst abends wieder zurück auf die Terrasse oder eine andere gepflasterte Fläche stellen. So können sich die Rasengräser über Nacht wieder aufrichten und am nächsten Tag sieht es schon wieder aus, als wäre nie etwas gewesen. Darüber hinaus ist es, wie auch bei der Rasenfrühjahrspflege, weiterhin ungemein wichtig, den wöchentlichen Mährhythmus mit der zu Beginn gewählten Schnitthöhe zwischen 4 cm und 5 cm einzuhalten. Denken Sie daran, niemals mehr als ein Drittel der Rasenlänge einzukürzen, damit Ihrem Rasen nicht die Puste bei der Regeneration ausgeht.

Sommerdüngung

Im Juni und August liegen außerdem die idealen Zeitpunkte, um nachzudüngen. Hier ist der Rasen uns Menschen gar nicht so unähnlich, denn wer Leistung bringen soll, muss auch ausreichend Nährstoffe aufnehmen. Anders als bei der Frühjahrsdüngung sollten Sie nun auf einen Rasendünger mit einem relativ ausgeglichenen Verhältnis zwischen Stickstoff und Kalium zurückgreifen, denn Kalium sorgt dafür, dass die Rasengräser besser mit der sommerlichen Trockenheit zurechtkommen. Trockenheit ist auch das Stickwort für unsere nächste wichtige Pflegemaßnahme - das Beregnen oder auch Wässern der Rasenfläche.

Bewässern

Da Rasengräser in der warmen Jahreszeit ca. 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter benötigen, ist es grundsätzlich besser und effektiver für Ihren Rasen, wenn Sie ihn bis zu dreimal in der Woche für jeweils ca. eine halbe Stunde wässern anstatt täglich für nur kurze Zeit. Wird der Boden etwa alle drei Tage tief gehend durchfeuchtet, regt das die einzelnen Rasengräser zur Bildung eines tiefen Wurzelsystems an. Auf diese Weise kann Ihr Rasen eine oberflächliche Trockenheit gut überstehen, da sich die Gräser an dem Wasser aus tieferen Bodenschichten bedienen können. Der beste Zeitpunkt ist hier übrigens - anders als häufig zu sehen - in den Morgenstunden, da die Rasenfläche so über den Tag gut abtrocknen kann. Flächen, die erst in den Abendstunden gewässert werden, bleiben dagegen in der Regel nachts feucht, was dazu führt, dass die Ausbreitung von Pilzkrankheiten begünstigt wird.

Rasenpflege im Sommer - kurz und bündig

  • Gartenmöbel und/oder Planschbecken abends vom Rasen räumen
  • Mährhythmus und Schnitthöhe einhalten, Drittelregel beachten
  • im Juni und August jeweils ein weiteres Mal düngen (Rasendünger mit ausgeglichenem Verhältnis zwischen Stickstoff und Kalium)
  • ca. alle 3 Tage (max. 3 Mal/Woche) den Rasen für etwa eine halbe Stunde beregnen (besser als jeden Tag ein bisschen!)
  • die Bewässerung sollte in den Morgenstunden erfolgen (Vermeidung von Pilzkrankheiten)

Nachsaat, Laub und Kalium - auch im Herbst braucht der Rasen Ihre Hilfe (September, Oktober, November)

Auch wenn noch einige schöne Spätsommertage warten, sollten Sie von nun an den nahenden Winter im Blick behalten. Jetzt ist die richtige Zeit gekommen, um lückige Stellen in der Rasennarbe durch eine Nachsaat auszubessern. Der September bietet in der Regel die idealen Witterungsvoraussetzungen dafür, denn es ist weder zu heiß noch zu kalt, der Boden ist durch häufigere Regenfälle ausreichend feucht und dennoch hat er noch genügend Sommerwärme gespeichert. Nahezu perfekte Bedingungen also für eine schnelle Keimung der Rasengräser - und bis zu den ersten kalten Tagen ist auch noch Zeit.

Herbstdüngung

Im Oktober können Sie Ihrem Rasen dann mit dem Ausbringen eines kaliumbetonten Rasendüngers helfen, gut durch den Winter zu kommen. Denn das Kalium sorgt nicht nur im Sommer dafür, dass die Gräser mit der Trockenheit besser zurechtkommen, sondern auch für eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber den kalten Temperaturen und Krankheiten. Auf Stickstoff als Düngerbeigabe sollten Sie so gut es geht verzichten, denn einen weiteren Wachstumsschub möchten wir zu dieser Zeit unbedingt vermeiden. Doch auch ohne den Stickstoff kann der Rasen, je nach Witterung, noch bis weit in den November hinein wachsen, und muss so lange auch weiterhin gemäht werden (wie oben beschrieben). Erst wenn kein erneuter Aufwuchs mehr zu erkennen ist, wird es Zeit den Rasenmäher einzuwintern.

Der letzte Schnitt des Jahres

Auch der letzte Schnitt sollte mit der ursprünglich gewählten Schnitthöhe zwischen 4 und 5 cm erfolgen, denn zu lange Rasengräser kippen um und führen zu Verklebungen und Pilzkrankheiten. Zu kurze dagegen lassen den Frost tiefer in den Boden eindringen und zerstören unter Umständen das empfindliche Wurzelgeflecht. Zu dieser Jahreszeit erscheint dann auch ein neuer Feind auf den Rasenflächen - das Laub! Es hält Rasenbesitzer ganz schön auf Trab und nötigt sie dazu, sich bei Wind und Wetter mit dem Laubbesen zu bewaffnen, um es vom kostbaren Grün zu kratzen. Doch glauben Sie uns, so mühsam diese Arbeit auch ist - sie muss unbedingt verrichtet werden. Da Ihrem Rasen unter der Laubschicht Licht und Sauerstoff fehlen und das Laub auch noch wie eine kuschelige Decke wärmt, kann es ansonsten schnell passiert sein - die Rasengräser sterben ab und die ganze Mühe der letzten Monate war umsonst!

Rasenpflege im Herbst - kurz und bündig

  • der September ist ideal für die Nachsaat
  • im Oktober eine letzte Düngung mit einem kaliumbetonten Rasendünger vornehmen
  • weiterhin mähen (unverändert) bis kein erneuter Aufwuchs mehr zu erkennen ist
  • Laub muss kontinuierlich entfernt werden

Kalt, ungemütlich und häufig nass - die verdiente Winterpause für Rasenflächen

Wer so viel Leistung bringt wie Ihr Rasen, hat sich auch eine Pause verdient. Von Dezember bis Ende Februar begeben sich Ihre Rasengräser daher in die wohlverdiente Winterpause. In dieser Zeit findet, wie bei den meisten anderen Pflanzen auch, kein Wachstum statt. Innerhalb dieser Vegetationsruhe sollten Sie das Betreten Ihres Rasens auf ein absolutes Minimum beschränken - denn wer schläft, kann sich nicht wehren und ist anfällig für Verletzungen.

Rasenpflege im Winter - kurz und bündig

  • das Betreten der Rasenfläche auf ein Minimum beschränken
Nach oben