Langblühende Stauden - unsere Top 3 Dauerblüher für den Garten

Langblühende Stauden sind die Ausdauersportler unter den Blütenstauden

Wie wir Menschen haben auch Stauden unterschiedliche Talente. Die einen entwickeln imposante Blütenstände, die schon von Weitem beeindrucken. Andere haben sich auf Bereiche spezialisiert an denen nur wenige überleben können wie z. B. die Steingartenstauden. Wieder andere gehören zu den Blühstauden, die zwar nur kleine aber dafür sehr zahlreiche Blüten hervorbringen. Sie alle haben ihren ganz besonderen Reiz, doch in diesem Artikel soll es um langblühende Stauden gehen, deren Begabung darin liegt über Monate hinweg immer wieder neue Blüten zu bilden. Aus diesem Grund werden sie häufig auch als "Dauerblüher" bezeichnet.

Wer sich also immer schon Stauden, die lange blühen gewünscht hat, sollte an dieser Stelle unbedingt weiterlesen - denn hier kommen unsere Top 3 der langblühenden Stauden.

Die pflegeleichte Spornblume

An vollsonnigen, trockenen und vor allem warmen Standorten auf kargen, kalkhaltigen Steinböden fühlt sich die winterharte Spornblume (Centranthus ruber) zuhause. Dieser Standort klingt erst einmal nicht besonders einladend doch wenn man einmal bedenkt, wo die Stauden herkommen verwundert diese Vorliebe nicht, denn ihr natürlicher Standort sind die Klippen und Schotterflächen der Pyrenäen, wo sie sogar noch im alpinen Gelände wachsen. Übertragen wir diese Vorlieben nun auf eine Gartensituation bereichert die Spornblume ganz besonders Steingärten und Fugen von Natursteinmauern, sowie deren Mauerkrone. Von einer Pflanzung in normalen Beeten sollte dagegen abgesehen werden. Zu nährstoffreiche Böden mit zu viel Feuchtigkeit führen leider schnell zu Wurzelfäulnis und somit zu einem Totalausfall der Stauden. Blühend und vital eigenen sie sich dagegen sehr gut als Schnittblumen und geben so manchem selbstgepflücktem Strauß erst den letzten Pfiff. Dieser kurzzeitige "Blütenverlust" ist gut zu verschmerzen, da Centranthus als langblühende Stauden von Mai bis Ende September zuverlässig immer wieder ausreichend neue Blüten nachschieben. Diese Blütenfülle freut allerdings nicht nur uns Menschen, sondern auch alle Arten von Falter, die sich an den zumeist roten Blüten der Spornblumen ausreichend mit Nahrung versorgen können.

Spornblumen mögen Gesellschaft

In kleinen Gruppen von bis zu drei Pflanzen, kann man Centranthus wunderbar mit anderen langblühenden Stauden kombinieren - immer vorausgesetzt der Standortanspruch ist der gleiche. Hier könnten sich spannende Kombinationen mit Mädchenauge (Coreopsis), Lavendel oder Prachtkerze (Gaura bzw. Oenothera) ergeben. Um der ganzen Pflanzung noch ein wenig Lebendigkeit zu verleihen sollten zusätzlich einige filigrane Ziergräser wie z. B. Federgräser (Nassella/Stipa) in die Flächen "eingestreut" werden.

Prachtkerze mit Federgras als Begleiter
Prachtkerzen kommen besonders gut zur Geltung, wenn man ihnen filigrane Begleiter wie hier das Federgras zur Seite stellt

Die filigranen Blütenschleier der Prachtkerzen

Prachtkerzen (Gaura/Oenothera) sind besonders im Bereich der extensiven Pflanzenverwendung zu finden. Das heißt, dass sie am liebsten auf naturnahen Flächen wachsen, die sich ohne größere Störungen von außen selbst erhalten und weiterentwickeln. Solche Beetsituationen bedürfen keiner großen Pflegemaßnahmen und erfreuen sich daher immer größerer Beliebtheit. Recht anspruchslos begnügen sich diese Blütenwunder mit allen lockeren, gut durchlässigen, mäßig nährstoffreichen oder sogar mageren Gartenböden in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Zu nährstoffreiche, schwere Substrate dagegen schaden ihrer Standfestigkeit und Winterhärte (kurzzeitig bis - 15 Grad).

Attraktive Sorten für den Garten

Eine der wichtigsten Gartensorten der Prachtkerzen ist "Whirling Butterflies", da sie mit ihrem kompakten, standfesten Wuchs und großen, sowie sehr zahlreichen weißen Blüten überzeugt. Wer allerdings auf der Suche nach etwas mehr Blütenfarbe ist, sollte sich die Sorte "Summer Breeze" einmal näher anschauen. Zahlreiche rosa angehauchte Blüten zieren die standfeste und robuste Pflanze. Noch kräftigere Farbspiele und vor allem mehr Fernwirkung erzielen Sie durch die Verwendung von rotlaubigen Sorten wie z. B. "Ruby Ruby" oder auch "Gambit Rose". Allerdings mangelt es den rotlaubigen Auslesen etwas an Winterhärte, sodass sie ausschließlich in wintermilden Gebieten gepflanzt werden sollten. Nicht-rotlaubige Arten dagegen können im Winter mit einer Laubdecke oder einigen Reisigzweigen vor Schäden bewahrt werden. Um auch wirklich ganz sicher zu gehen sollte außerdem die Frühjahrspflanzung bevorzugt werden, denn auf diese Weise können die Pflanzen ausreichend Wurzeln ausbilden, die wiederum die Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost und Winternässe heraufsetzen.

Unermüdliche Blütenproduktion bei geringem Pflegeaufwand

Gemeinsam haben alle Prachtkerzen jedoch eines - durch ihre lange Blütezeit von Juli bis Oktober tragen sie alle das Prädikat "langblühende Stauden". Und das, wo jede der vielen Einzelblüten nur einen einzigen Tag überdauert! Durch die zahlreichen Knospen hüllt sich die Prachtkerze zu jeder Zeit in ein atemberaubendes Kleid aus scheinbar schwebenden Blüten, die ganz besonders für Bienen eine wertvolle Nahrungsquelle darstellen und sie somit gleichzeitig zu einer wichtigen Bienenfutterpflanze macht. Auch ihre Kurzlebigkeit stellt durch ihre zuverlässige Selbstaussaat kein Problem dar - am idealen Standort könnte diese allerdings überhandnehmen, sodass hin und wieder kontrollierend eingegriffen werden sollte.

Um den kompakten Wuchs zu erhalten kann im Sommer ein erster Rückschnitt auf Kniehöhe durchgeführt werden. Dieser kommt gleichzeitig einer stärkeren Spätsommerblüte zu Gute. Komplett wird die Prachtkerze - wie die meisten Spätsommer- und Herbststauden - jedoch erst im nächsten Frühjahr zurückgeschnitten, um im winterlichen Garten weiterhin wichtige Strukturen zu erhalten.

Eine langblühende Staude für alle Fälle

Ob im Staudenbeet, als Highlight im Sommerblumenflor oder eben in naturnahen Pflanzungen - die Prachtkerze bereichert nahezu jede Pflanzsituation mit ihrer Leichtigkeit und Blütenfülle. Ganz besonders in Verbindung mit Pflanzpartnern wie Lavendel, Astern, Katzenminze (Nepeta) oder auch Duftnesseln (Agastache) entstehen gelungene Beetkompositionen. Ziergräser wie Federgräser (Stipa/Nassella), Reitgräser (Calamagrostis) oder auch Lampenputzergräser (Pennisetum) unterstützen die Wirkung nochmals. Doch nicht nur ausgepflanzt machen langblühende Stauden etwas her - Prachtkerzen können auch als Kübelpflanzen absolut überzeugen.

Die Blütenwolken der Katzenminzen

Sonnig und warm mit durchlässigem, trockenem bis frischen Boden - so sollte der ideale Standort für die meisten Katzenminzen (Nepeta) sein. Die Belohnung für den idealen Pflanzplatz ist eine Pflanzenentwicklung zu wahren Blütenwolken in verschiedenen Abstufungen von Blau, Rosa oder auch Weiß. Als ausgesprochene Bienenfutterpflanzen locken sie massenhaft Bienen und Hummeln an ihren reich gedeckten Tisch. Doch auch wenn sie als langblühende Stauden in der Zeit von April bis Juli vor allem mit ihren zierlichen, doch dafür umso zahlreicheren Blütenständen überzeugen, haben sie auch schon vor der Öffnung der ersten Blüte einiges zu bieten. Katzenminzen schmücken sich, zusätzlich zu den Blüten, mit attraktivem Laub, dass je nach Art entweder frischgrün oder silbergrau ist und ihre natürliche Ausstrahlung unterstreicht. Zudem strotzen diese Stauden nur so vor Gesundheit, da Krankheiten bei ihnen so gut wie nie auftreten. Ein weiterer Bonus ist ihre Fähigkeit zu remontieren. Damit ist gemeint, dass die Stauden einen zweiten Blütenflor bis weit in den Herbst hinein bilden, wenn man sie nach der ersten Blütezeit im Juli bodennah zurückschneidet (nach kurzer Zeit neuer Austrieb). Dieser Sommerrückschnitt verlängert nicht nur die Blüte, sondern verhindert außerdem auch eine unkontrollierte Selbstaussaat, da diese unter Umständen lästig werden könnte. Versäumt man den Schnitt muss man allerdings nicht gänzlich auf neue Blüten verzichten - sie erscheinen nur nicht ganz so zahlreich.

Die bekanntesten Vertreter der Katzenminzen gehören zur sogenannten Faassenii-Gruppe. Pflanzen dieser Gruppe sind zumeist durch filigranes Laub, einen lockeren Aufbau und ein größeres Höhenwachstum gekennzeichnet. Auch ihre Blüten öffnen sich häufig etwas später als z. B. bei Nepeta nervosa.

Beeteinfassungen sind ihr Spezialgebiet

Katzenminzen eignen sich ganz besonders in Pflanzungen entlang von Wegen, um Kanten zu brechen. Zu diesem Zweck werden sie dicht an die Beetbegrenzung gesetzt - später legen sie sich dann zum Teil auf die Wege. Auf diese Weise wirken die Pflanzungen natürlicher und eine scharfe Umgrenzung wird vermieden. Doch auch mitten in einer Anlage findet Nepeta als klassische Begleitpflanze ihren Platz. Hier gesellt sie sich gern zu imposanten aufrecht wachsenden Blühstauden oder auch Rosen, um sie mit ihrem Wuchs noch mehr zur Geltung zu bringen. So entstehen schöne Kontraste, die Spannung in den Garten bringen. Auch für Steingärten, auf oder an Trockenmauern und in naturnahen Gärten ist die Katzenminze immer eine gute Wahl - ebenso wie in Pflanzkübeln. Weitere geeignete Pflanzpartner sind z. B. Mädchenaugen (Coreopsis), Spornblumen (Centranthus) oder auch Herbstastern.



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