Junge Pflanzen nach dem Aussäen

Aussäen

Aussäen von Gemüse, Sommerblumen oder Beetpflanzen

Junge Pflanzen einige Zeit nach dem Aussäen

Die meisten einjährigen Gewächse wie Sommerblumen, Gemüsepflanzen oder Beet- und Balkonpflanzen werden aus Saatgut gezogen, aber auch einen Teil der Kübelpflanzen und Zimmerpflanzen sät man aus. In jeder Saison bieten wir hierfür viele Hundert Samensorten an. Aber auch im Fachhandel finden Sie eine große Auswahl.

Saatgut ist in seiner Größe sehr unterschiedlich. So wiegt ein Korn des Rizinussamens 1 bis 2 g, während bei Eisbegonien in einem Gramm Samen etwa 60.000 bis 100.000 Körner enthalten sein können. Das Aussäen von groben Sämereien ist verhältnismäßig einfach, während die Feinsämereien mehr Pflege, Sorgfalt und auch Erfahrung voraussetzen.


Aussäen ins Freiland

Die Direktsaat an Ort und Stelle ins Freiland ist die unkomplizierteste Methode wenn man Pflanzen aussäen möchte. Wenn Sie ein paar Voraussetzungen beachten, wird es auch glücken. Wichtig sind vor allem Wärme und Feuchtigkeit. Jede Art hat ihre spezielle Anforderung, aber diese sind verständlich auf der Rückseite der Samentüten erklärt. Auch auf die Saattiefe müssen Sie achten. Und natürlich sollte der Boden gut vorbereitet, feinkrümelig und weder zu nass noch zu trocken sein.

Bodenvorbereitung

Bodenvorbereitungen für das erfolgreiche Aussäen

Im Herbst in grober Scholle umgegrabenes Land zerfällt bis zum Frühjahr zu einem feinkrümeligen Boden, der nur gelockert und glatt geharkt werden muss. Ein ebener Boden beim Aussäen ist deshalb wichtig, weil sich in Senken das Wasser ansammelt, das darin liegende Saatgut „absäuft“ und dann verfault. Erhebungen auf Beeten trocknen dagegen schneller aus als die Umgebung. Das Saatgut findet hier nicht genügend Feuchtigkeit zum Quellen und Keimen. Deshalb lohnt sich die Mühe, ein ebenes glattes Beet zu harken. Außerdem lassen sich auf glatten Beeten auch gerade Reihen besser ziehen. Das Saatgut hat eine bessere Bodenbindung, und ein glatt geharktes Beet erleichtert Ihnen später die Bearbeitung des Bodens.

Reihen zieht man mit einem Reihenzieher entlang einer gespannten Schnur. Die Rillentiefe hängt dabei von der Samenkorndicke ab. Je feiner es ist, umso flacher muss die Rille sein. Eine alte Gärtnerregel sagt, dass Samen generell nur in Samenkornstärke mit Erde abgedeckt werden sollte. Entsprechende Hinweise finden Sie auf den Samentüten. Sind die Rillen erst einmal gezogen und das Saatgut ausgesät, so ist es mit feiner Erde abzudecken und leicht anzudrücken. Das geht übrigens sehr gut mit dem Harkenrücken. Saatgut darf nicht locker im Boden liegen. Es soll ja quellen und keimen, braucht also Bodenverbindung und Feuchtigkeit. Falsch ist es auch, bei warmer Witterung oder bei Sommeraussaaten jeden Abend stark zu gießen. Die Folge ist, dass der Boden verschlämmt. Scheint danach die Sonne verkrustet er, und die Keimlinge können ihn nicht durchstoßen. Das Aussäen wäre also misslungen.

Abhilfe schafft hier die Beschattung der ausgesäten Beete. Dafür eignen sich Schattenleinen, Sackleinen, Säcke und auch Bretter, die auf die Beete gelegt werden. Damit wird eine zu starke Erwärmung des Bodens verhindert und auch die Feuchtigkeit hält länger. Halten Sie die Abdeckung tagsüber feucht, gibt es sehr selten Probleme mit Verkrustungen. Wollen Sie Pflanzen direkt im Freiland aussäen, bringen Sie das Saatgut entweder direkt auf den vorgesehenen Standort oder auf ein Saatbeet mit einem Reihenabstand von 5 bis 7 cm aus. In diesem Fall werden die jungen Pflanzen später im richtigen Abstand umgesetzt.

Der richtige Pflanzenabstand beim Aussäen

Werden Pflanzen direkt an Ort und Stelle ausgesät, müssen die richtigen Reihenabstände und die Samendichte in der Reihe berücksichtigt werden. Angaben dazu finden Sie auf der Rückseite jeder Samentüte, „erfahrene Hasen“ wissen es meist schon. Säen Sie lieber etwas dichter. Es ist einfacher, später zu vereinzeln oder, wie es auch heißt, zu verziehen. Dabei werden zu dicht stehende Jungpflanzen vorsichtig ausgezupft und neu eingepflanzt. Am besten macht man das Schritt für Schritt, so lange bis der empfohlene Pflanzabstand erreicht ist.

Saatreihen

In Reihen aussäen

Reihensaat hat gegenüber der breitwürfigen Saat den Vorteil, dass Sie sehr früh zwischen den Reihen jäten können. Auch lassen sich in geraden Reihen ausgesäte Kulturpflanzen besser von Wildkräutern unterscheiden. Dies ist besonders wichtig, da viele Wildkräuter stärker und schneller wachsen und die Kulturarten unterdrücken. Wildkräuter müssen daher im Frühstadium gejätet werden.

Für langsam keimende Arten wie die Möhre empfiehlt sich eine Markiersaat. Hierfür eignen sich Radieschen und Salatsorten. Radieschen wachsen besonders schnell und Sie können sie auch reifen lassen und ernten. Salat dient nur zur Markierung, die fertigen Köpfe würden bei ihrer Größe und Entwicklungsdauer die anderen Kulturpflanzen unterdrücken, deshalb werden die jungen Salatpflänzchen gezogen, sobald die anderen Sämlinge sichtbar sind. Diese Salatpflanzen können Sie an anderer Stelle im Garten wieder auspflanzen oder auch als Babyleafsalat nutzen.

Aussäen im Gewächshaus

Ausgesät wird erst im Nachwinter - der Zeitpunkt hängt dabei von der Ausstattung und den Heizungsmöglichkeiten Ihres Gewächshauses ab. Denn neben der Aussaatzeit ist es wichtig, dass auch an kalten Tagen die notwendige Keim- und Sämlingstemperatur gehalten wird. Haben Sie keine Gewächshausheizung, so kann mit der Arbeit auch nicht früher als in einem kalten Frühbeet begonnen werden. Das beheizbare Gewächshaus jedoch bietet die idealen Bedingungen für das frühere Aussäen und die Vorkultur. Wann Sie genau mit dem Aussäen beginnen können, richtet sich dabei nach den auf jeder Samentüte gemachten Angaben.

Viele Anfänger vergessen, dass es meist recht lange dauert, bis die Jungpflanzen ins Freie gesetzt werden können. Deshalb sind die Termine für das Aussäen unbedingt einzuhalten, damit die jungen Pflanzen knackig und kräftig und in der richtigen Größe aus dem Gewächshaus ins Freie umgesetzt werden können. Dies kann bei frostempfindlichen Arten meist erst ab Mitte Mai erfolgen, wenn nicht Frühbeet oder Folientunnel als Zwischenstation zur Verfügung stehen. Bei der Planung ist auch daran zu denken, dass die Pflanzen von Tag zu Tag mehr Platz brauchen und rasch kümmern, wenn sie diesen nicht bekommen.

Tipps aus der Praxis

Das Aussäen und die Vorkultur im Gewächshaus setzen einige Erfahrungen voraus. Wenn Sie Pflanzen im Gewächshaus aussäen wollen, sollten Sie hierfür stets auf Aussaatgefäße zurückgreifen. So sind Sie beweglicher und können bei Bedarf auch schnell einmal alles umstellen. In unserem Sortiment finden Sie eine besonders große Auswahl von erprobten Saatkisten, Torf- und Kunststoffplatten. Aber nicht nur spezielle Gefäße, auch ein etwas größerer Topf kann hier gute Dienste leisten. Auch im Haushalt anfallende Kunststoffbecher sind als Aussaatgefäße brauchbar, allerdings nicht ganz so praktisch, denn bei ihnen müssen Sie für einen Wasserabzug am Boden sorgen. Oberstes Gebot ist, dass alle Gefäße sauber und frei von Erdresten sein müssen. Diese können nämlich Pilzkrankheiten übertragen und bieten kleinen Schädlingen eine Überwinterungsmöglichkeit.

Die Erde, die Sie zum Aussäen brauchen, holen Sie am besten schon einige Tage vorher ins Gewächshaus, oder Sie füllen die Gefäße im Freien mit Erde und stellen sie dann ins warme Gewächshaus. Säen Sie niemals in zu kalte Erde! Als Substrat wird auch nur feinkrümelige Spezialerde verwendet, denn manche Saat ist so kleinkörnig, dass sie grobe Erdbrocken nicht durchstoßen kann. Komposterde eignet sich hierfür nur bedingt. Die Erde füllen Sie dann in Saatgefäße, drücken sie an den Rändern an und ebnen alles sorgfältig ein. Feinsämereien, also solche mit einem kleinen Korn, verteilen Sie gleichmäßig auf der Oberfläche und drücken sie mit einem kleinen Brettchen an. Gröbere Samen werden in Reihen ausgesät und anschließend, wie bei Frühbeetaussaaten, mit einer Erdschicht, die etwa so dick wie das Samenkorn ist, bedeckt. Vergessen Sie nicht, alle Aussaatgefäße oder Reihen wasserfest zu beschriften!

Nach dem Aussäen gießen Sie die Gefäße mit den Samen mit einer sehr feinen Brause an. Bis zur Keimung werden die Gefäße mit einer Glasscheibe oder Folie abgedeckt, aber so, dass ein kleiner Luftspalt bestehen bleibt. An sonnigen Tagen müssen Sie sie mit Zeitungspapier schattieren, das auf die Glasscheibe gelegt wird. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, werden sämtliche Abdeckungen entfernt, da die Keimlinge zum weiteren Gedeihen Licht brauchen, sonst würden sie schnell faulen. Nun beginnt die schwierigste Phase im Leben der Sämlinge, sie benötigen volles Tageslicht, dürfen aber nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden und vor allem nicht austrocknen. Jetzt ist der „grüne Daumen“, das nötige Fingerspitzengefühl für die kleinen pflanzlichen Lebewesen, gefragt.

Topfplatten zum Aussäen

Säen Sie nur in geeignete Gefäße

Sät man breitwürfig in eine Anzuchtschale, dann wachsen die Wurzeln breit und unkontrolliert und werden beim Pikieren teilweise abgerissen. Die Pflanze braucht dann einige Zeit, bis die Wurzeln sich wieder regeneriert haben. Die oberirdischen Teile dieser Sämlingspflanzen wachsen in dieser Zeit kaum. Besser geeignet fürs Aussäen von Jungpflanzen sind Topfplatten. Sie geben den Sämlingen einen abgeschlossenen Raum für die Wurzelentwicklung. Werden sie aus diesen umgesetzt, wachsen sie sofort weiter, weil die Wurzeln dabei nicht beschädigt oder gestört werden. Deshalb ist es besser beim Aussäen im Gewächshaus gleich in Topfplatten zu säen. Dabei werden in jeden Topf zwei bis drei Körner gegeben.

Stehen in Ihrem Gewächshaus große Kübelpflanzen zur Überwinterung, dann achten Sie besonders darauf, dass aus diesen keine Schädlinge auf die Sämlinge gelangen. Genaue Beobachtung ist hier wichtig, und eine schnelle Behandlung ebenfalls. Hilfreich sind im Handel erhältliche Helfer des biologischen Pflanzenschutz wie z.B. Leimtafeln, auch Gelb- oder Blautafeln genannt. Sie zeigen Ihnen schnell an, ob Weiße Fliege oder Minierfliegen und andere fliegende Schädlinge im Gewächshaus leben und den ausgesäten Pflanzen gefährlich werden können.

Rechtzeitiges Schattieren ist im Gewächshaus sehr wichtig. Im einfachsten Fall gelingt dies mit Schattierleinen, die an sonnigen Tagen von außen auf das Gewächshaus gelegt werden können. Später im Jahr, wenn die Sonne intensiver scheint, kann eine Dauerschattierung mit Schattierfarbe aufgebracht werden. Dieser Anstrich muss im Frühherbst wieder abgewaschen werden.

Bodenvorbereitung

Pflanzen aussäen für die Anzucht auf der Fensterbank

Wärmebedürftige Pflanzen können Sie in kleinen Mengen gut auf der Fensterbank oder auf Hockern und Tischen in Fensternähe aussäen und vorziehen. Voraussetzung hierfür ist ein helles Fenster mit Fensterbank oder ein solcher Platz vor einem Fenster. Bei dieser Methode des Aussäens gibt es jedoch einige Dinge zu beachten.

Die Vorbereitungen, die Erde und auch die Gefäße, in die ausgesät wird, sind dieselben, wie bereits für das Aussäen im Gewächshaus oder im Frühbeetkasten beschrieben. Meist werden für die feinen Samen wegen des knappen Platzes Blumentöpfe in größerer Zahl verwendet. Leider finden sich heute in unseren Wohnungen kaum Räume, die Tag und Nacht gleich warm gehalten werden, meist gibt es überall sehr große Temperaturschwankungen. Es ist aber besser die Gefäße nach dem Aussäen in einem Raum aufzustellen, dessen Temperatur etwas unterhalb der erforderlichen Keimtemperatur liegt, als in einem, dessen Raumtemperatur stark schwankt. Allerdings darf die Raumtemperatur nicht mehr als 5 bis 6 °C unter der optimalen Keimtemperatur liegen, weil ansonsten viele Samen nicht mehr keimen würden.

Ein guter Platz außerhalb des Gewächshauses ist z.B. das Badezimmer. Es ist zwar häufig nicht sehr groß, aber ein kleiner Klapptisch passt zur „Sämlingsanzuchtzeit“ meistens noch rein. Diesen stellen Sie so hell auf, wie es geht und beheizen das Bad gleichmäßig und optimal. Leider erreicht das Licht die Pflanzen meistens nur von der Seite. Wer kerzengerade Pflanzen ziehen will, muss deswegen neben dem täglichen Gießen die Aussaatgefäße drehen – jeden Tag um ein Viertel, so dass sie nach vier Tagen wieder in ihrer Ausgangsstellung stehen. Das hilft gegen zu hoch aufgeschossene Sämlinge und „schräge Vögel“.

Bei direkter Sonneneinstrahlung muss im Zimmer genauso gut schattiert werden, wie schon für das Aussäen im Gewächshaus beschrieben. Topfplatten mit kleinen Töpfen sind für diese Form der Anzucht hervorragend geeignet, weil sich so mehrere Pflanzenarten auf eine Platte säen lassen. Diese Platten können Sie dann in eine normale Pflanzenkiste stellen, die Sie zuvor in einen großen Folienbeutel gesteckt haben. So sind sie wasserdicht und tropfen nicht.

Auf diese Weise können Sie z.B. schon Mitte Februar Fleißige Lieschen, Eisenkraut, Paprika und andere Arten aussäen. Tomaten, Gurken und einige Sommerblumen folgen später. Wichtig ist, dass die Pflanzenarten ungefähr dieselben Ansprüche an die Keimtemperatur stellen. Während der Keimzeit darf die Erde auf keinen Fall antrocknen, sie muss immer gleichmäßig feucht gehalten werden. Eine transparente Abdeckhaube mit dem notwendigen Belüftungsschlitz beugt dem vor.

Tipps für die Aussaat auf der Fensterbank

Grundsätzlich sollten Sie beim Aussäen in der Wohnung einige Dinge beachten:

  • 1. Säen Sie nur auf gut und gleichmäßig vorbereitete Aussaatflächen. Das gilt für Aussaaten im Freiland genauso wie für das Aussäen in Gefäße, ins Frühbeet, Gewächshaus oder auf der Fensterbank. Verwenden Sie für die Aussaat gut gemischte, gesiebte Komposterde oder die im Fachhandel erhältliche Aussaaterde, das ist die sicherste Erde für die Jungpflanzen.
  • 2. Das Saatgut muss stets weit genug auseinander gestreut werden, damit die Sämlinge sich gut entwickeln können. Säen Sie deshalb alle Sorten getrennt und versehen Sie die Saatrillen oder Töpfe mit Namensetiketten. Das Aussäen erfolgt entweder in Topfplatten oder in Reihen.
  • 3. Achten Sie darauf, nicht zu tiefe Reihen zu ziehen, das Saatgut darf nicht vergraben werden. Es braucht neben gleichmäßiger Feuchtigkeit auch Luft und je nach Art Licht zum Keimen, die bekommt es aber nur in der oberen Schicht des Bodens. Überstreuen Sie das Saatgut lieber mit fein gesiebter Erde, denn die zarten Sämlinge können keine groben Erdbrocken durchstoßen und gehen darunter ein. Nach dem Aussäen sollte das Saatgut vorsichtig mit einem kleinen Brett angedrückt werden, damit der Samen Bodenhaftung bekommt.
  • 4. Jede Aussaat muss nach dem Andrücken mit Wasser überbraust werden. Hierzu verwenden Sie am besten eine Gießkanne mit Brauseaufsatz oder einen Wasserzerstäuber. Nicht die Erde verschlämmen, denn dabei läuft auch Samen zusammen und keimt dann dicht an dicht.
  • 5. Gleichmäßige Feuchtigkeit und gleichmäßige Wärme sind notwendig, um das Saatgut bis zum letzten Korn vollständig zum Keimen zu bringen.
  • 6. Im Freiland sollten Sie nie zu früh mit dem Aussäen beginnen. Spätere Aussaaten, die dann höhere Temperaturen zum Keimen und Wachsen vorfinden, haben oft nach wenigen Wochen die frühen Aussaaten überholt.
  • 7. Zu dicht aufgegangene Aussaaten müssen sehr früh ausgedünnt (verzogen) werden.
  • 8. Bei Sonneneinstrahlung nie das Schattieren vergessen!

Wenn Sie diese Hinweise berücksichtigen, werden sich die Pflanzen nach dem Aussäen gesund und kräftig entwickeln.

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