Garten anlegen Teil 3

Die ersten Schritte

Nachdem Sie mehr über die Qualität des Bodens, den Lichteinfall und andere Faktoren wissen, können Sie mit der Gliederung des Grundstücks beginnen. Die gesammelten Informationen helfen, richtige Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel können Sie jetzt leichter bestimmen, wo der sonnigste Platz für den Nutzgarten ist und wo ein Sitzplatz angelegt werden soll, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages auszukosten, wenn das Tagewerk vollbracht ist.
Planen Sie jedoch zunächst erst nur grob, die Einzelheiten werden erst später festgelegt! Alle Anfänger, die sich mit der Gartenplanung überfordert fühlen, können natürlich auch einen professionellen Planer mit den Arbeiten beauftragen. In gemeinsamen Gesprächen kommt es meistens zu einer Lösung, die alle Wünsche berücksichtigt und zu einem gelungenen Entwurf führt, sofern Sie Ihre eigenen Bedürfnisse klar formulieren.

Erstellen Sie eine Wunschliste

Alle wünschen sich gesundes Gemüse und würzige Kräuter aus dem eigenen Garten, die Hausfrau ein Rosenbeet und viele bunte Sommerblumen, die Kinder melden Anspruch auf einen Baum zum Klettern an und der Vater wünscht sich einen großen Grill im Garten – viele Wünsche warten auf ihre Erfüllung. Damit wirklich alle auf ihre Kosten kommen und zufrieden sind, setzt man sich am besten mit der ganzen Familie zusammen und schreibt erst einmal einen Wunschzettel. Natürlich findet nicht immer alles Platz, was man sich vorgestellt hat. Selbst im größten Garten muss man manchmal Kompromisse machen.

Was unbedingt sein muss!

Vergessen Sie nicht: Auf manche Dinge können Sie nicht verzichten, auch wenn sie nicht an erster Stelle auf der Wunschliste stehen. Dazu gehören zum Beispiel ein Wasser- und Stromanschluss sowie eine sichere Beleuchtung des Eingangsbereiches. Auch ein Unterstand für die Mülltonnen ist wichtig. Legen Sie ihn so an, dass Sie die Tonnen nicht immer erst über das gesamte Grundstück schleppen müssen, wenn der Tag der Müllabfuhr naht. Im Garten darf auch eine halbschattige Ecke für den Kompost nicht fehlen. Hier werden Gartenabfälle umweltfreundlich entsorgt und in wertvollen Dünger umgewandelt. Die Frage, ob Sie ein Gartenhaus oder einen Schuppen zur Unterbringung von Rasenmäher, Gartenwerkzeugen und anderen Gerätschaften brauchen sollten Sie sich ebenso stellen. Praktisch ist zudem auch ein Auffangbehälter für Regenwasser. Dieser senkt die Wasserkosten spürbar!



Die eigenen Grenzen erkennen

Vieles von dem, was wir uns für unseren Garten wünschen, lässt sich nicht so umsetzen wie gedacht. Manches ist zu teuer, anderes verlangt einen viel zu hohen Aufwand an Zeit und Arbeitskraft. Auch wenn das Ziel immer ein perfekter Garten sein sollte – manchmal muss man einsehen, dass die Mittel nun einmal beschränkt sind. Lassen Sie sich davon aber nicht entmutigen und machen Sie einfach das Beste aus der Situation. Wer die eigenen Grenzen erkennt, kann realistischer planen und ist zum Schluss zufriedener mit dem Erreichten. Was nutzt es schließlich, eine Grube für den Teich auszuheben, und dann irgendwann zu merken, dass weder Kraft und Zeit noch Geld ausreichen, das Projekt zu Ende zu führen. Ein hässliches Loch im Garten würde Sie dann jeden Tag daran erinnern. Manchmal ist es eben klüger, sich mehr Zeit für ein Projekt zu nehmen, denn schließlich wurde Rom ja auch nicht an einem Tag erbaut!

Pflegeaufwand einplanen

Vergessen Sie bei der Planung des Gartens nicht, dass er auch gepflegt werden will! Da geht es nicht nur um regelmäßiges Rasenmähen, Gießen an heißen Sommertagen, das Jäten lästiger Wildkräuter oder das Hacken der Beete. Hecken und Obstbäume wollen geschnitten, Stauden geteilt und Gehölze umgepflanzt werden; Wege und Sitzplätze müssen gefegt und im Herbst das Falllaub entsorgt werden. Sorgen Sie daher gleich dafür, dass die Aufgaben von Anfang an richtig verteilt werden, und klären Sie, wer die Pflege für welchen Bereich übernimmt! Viel Streit wird vermieden, wenn man sich die Arbeiten aufteilt und jedes Familienmitglied die Verantwortung für einen Teil des Gartens übernimmt. Dabei können auch die Kleinen mit eingebunden werden, ob mit einem eigenen Beet oder einer eigenen Pflanze. So lernen sie früh den Umgang mit der Natur und die Freude am Garten.
Wir wissen natürlich, dass nicht immer alles reibungslos verläuft. Deshalb sollten Sie auf besonders pflegeaufwendige Projekte zunächst besser verzichten. Nach und nach wird sich Routine einstellen und anfangs gescheute Arbeiten gehen leicht von der Hand. Dann besteht immer noch die Möglichkeit, Ergänzungen vorzunehmen und anspruchsvollere Pflanzen zu setzen, die mehr Pflege brauchen. Wenn Sie sich von schwierigen Aufgaben überfordert fühlen, wie zum Beispiel dem Obstbaumschnitt oder dem Verjüngen einer in die Jahre gekommenen Hecke, sollten Sie einen Profi damit zu beauftragen.

Gärtner Pötschke

Zehn wertvolle Grüne Tipps, die viel Arbeit ersparen:

  1. Wildpflanzen und -stauden sind robust und ersparen Ihnen viel Arbeit.
  2. Versetzen Sie sich einmal in Ihre Pflanzen: Wo würden Sie sich wohl fühlen? Nur wenn der Standort und der Boden zur Pflanze passen, wächst diese und bleibt gesund.
  3. Mit Sträuchern und Bäumen bepflanzte Flächen sind pflegeleichter als Blumenbeete.
  4. Setzen Sie die Pflanzen nicht zu eng. Sie müssen bequem mit der Hacke durchkommen. Falsch ist es, wenn Sie sich ständig bücken müssen.
  5. Einfache Bretter auf dem nackten Boden erleichtern die Fahrt mit der Schubkarre im Gemüsegarten.
  6. Das Mähen fällt leichter, wenn die Kantensteine und gepflasterte oder befestigte Flächen auf gleicher Höhe mit dem Rasen liegen.
  7. Mehrere im Garten verteilte Wasserzapfstellen und Regentonnen ersparen lange Wege mit schweren Gießkannen. Noch besser ist eine automatische Bewässerungsanlage.
  8. Schmuckränder aus Kieselsteinen um die Beete sind schwer unkrautfrei zu halten. Verzichten Sie daher einfach darauf oder verwenden Sie zur Hälfte eingegrabene Ziegelsteine als Abgrenzung.
  9. Schonen Sie Ihren Rücken und schaffen Sie leichte, transportable Gartenmöbel statt schwerer Holzungetüme an. So sind Sie auch flexibler, wenn Sie der Sonne folgen wollen.
  10. Es ist einfacher, lasiertes Holz alle zwei Jahre zu überstreichen, als lackiertes Holz alle paar Jahre abzuschleifen und neu zu lackieren. Am pflegeleichtesten sind rostfreier Edelstahl oder mit Kunststoff ummanteltes Metall.


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