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6 wichtige Nährstoffe für gesundes Pflanzenwachstum

Nachdem wir in unserem ersten Artikel zum Thema Düngen ("Düngen im Garten - warum Pflanzen zusätzliche Nährstoffe brauchen") die Frage nach dem "Warum überhaupt düngen" geklärt haben, möchten wir nun näher auf die einzelnen Nährstoffe eingehen.

Die Wirkungsweise der Nährstoffe ist sehr komplex und nicht einfach zu erklären. Ausgestreute Mineraldünger sind immer an andere chemische Trägerstoffe gebunden. Die in den Düngersalzen enthaltenen Nährstoffe sind entweder gut in Wasser löslich und damit für die Pflanzenwurzeln auch entsprechend schnell verfügbar, oder sie sind nur langsam löslich, stehen dafür aber über eine längere Zeit zur Verfügung.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass leicht lösliche Mineraldünger bald nach dem Ausstreuen wirken, aber meist nur eine kurze Wirkungsdauer haben. Bei Überdüngung mit schnell löslichen Düngern werden die überschüssigen Mineralsalze ausgewaschen und landen oft im Grundwasser oder tieferen Erdschichten, wo sie für die Pflanzenwurzeln dann nicht mehr erreichbar sind. Deshalb werden schnell lösliche Düngersalze hauptsächlich als Kopfdünger verwendet und während der Wachstumsphase mehrmals in kleineren Mengen ausgestreut. Die Kopfdünger sind also leicht lösliche Nährstoffe, die von den Pflanzen schnell aufgenommen werden können. So ist gewährleistet, dass die Pflanzen während der ganzen Wachstumsperiode gleichmäßig mit diesen ansonsten schnell ausgewaschenen Nährstoffen versorgt sind.



Die Wirkung von Stickstoff (N)

Stickstoff ist wichtig für gesundes Blatt- und Stängelwachstum. Besonders junge Pflanzen sind auf ausreichend Stickstoff angewiesen, um sich schnell bis zur Blüte entwickeln zu können. Fehlt der Stickstoff, kümmert die Pflanze und entwickelt gelblich grüne Blätter.

Eine Stickstoffüberdüngung hingegen hat große, blaugrüne und weiche Blätter zur Folge. Genau hier liegt das Problem. Die Pflanzen werden "fett und weich" und sind damit anfälliger für Fäulnis sowie Schädlings- und Krankheitsbefall. Viele überdüngte Sommerblumen blühen zudem weniger. Andere Arten setzen bei zu hoher Stickstoffdüngung kaum noch Früchte an, oder die Früchte faulen schneller und lassen sich schlechter lagern. Vorsicht auch bei überwinternden Pflanzen: Ein Zuviel an Stickstoff macht sie weniger winter- und frostfest! Eine weitere Begleiterscheinung ist die unerwünschte Anreicherung von gesundheitsschädlichem Nitrat in Nahrungspflanzen und im Grundwasser. Viel Stickstoff dagegen brauchen einige Gemüsearten wie Kohl, Gurke und Kürbis. In schlecht durchlüfteten, staunassen Böden herrscht meist Stickstoffmangel. Weitere Stickstoffverluste werden durch Auswaschung verursacht, besonders in der vegetationsarmen Zeit von November bis März.

Die Wirkung von Phosphor (P)

Phosphor fördert die Blüten-, Frucht- und Samenbildung. Er bewirkt ein stark verzweigtes Wurzelsystem, feste, haltbare Früchte und sorgt für einen rechtzeitigen Triebabschluss im Herbst. Da unsere Böden in der Regel jedoch recht gut mit Phosphor versorgt sind, dient die Düngung in diesem Fall eher zur Auffüllung des Bodenvorrates.

Sollte Ihr Gartenboden schlecht mit Phosphor versorgt sein, zeigt sich der Mangel durch schwachen Blüten- und Fruchtansatz, sowie durch Kümmerwuchs, bei dem jedoch die schwachen Triebe starr und aufrecht stehen. Auch eine rötlich violette Blattfärbung mit frühzeitigem Blattfall ist meist auf Phosphormangel zurückzuführen.

Dagegen zeigt sich eine Phosphorüberdüngung durch Eisenmangel, da sich das Phosphor mit dem Eisen bindet, das dann nicht mehr für die Pflanze zur Verfügung steht.

Die Wirkung von Kalium (K)

Kalium festigt das Pflanzengewebe und reguliert deren Wasserhaushalt. Es ist für ein gesundes Wachstum also genauso wichtig wie Stickstoff und Phosphor. Kalium stärkt die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Krankheiten und Frostschäden, verbessert die Qualität von Obst und Gemüse beträchtlich und sorgt für eine bessere Lagerfähigkeit der Früchte. Es verstärkt Aroma und Geschmack, ist für eine intensive Fruchtfarbe verantwortlich und macht Pflanzen allgemein widerstandsfähiger gegen Fäulnis und Schädlinge.

Kaliummangel in Verbindung mit einem reichlichen Stickstoffvorrat hat aufgeschwemmte Pflanzen zur Folge, die Stiele sind dann schwach und weich. Kaliummangel äußert sich auch in einem zu schlechten Ausreifen der Triebe und Früchte und führt zu Spitzendürre. Eingerollte und vergilbte Blätter (ältere Blätter sind zuerst betroffen) sowie eine schlechte Fruchtqualität sind die Folgen. Auch Wachstumsstockungen können auftreten.

Eine Überdüngung mit Kalium zeigt sich im Vergilben der Blätter - später sogar zum Absterben der Blattränder - und kann Wurzelverbrennungen im Boden verursachen.

Die Wirkung von Kalzium (Ca)

Kalzium ist in erster Linie ein Bodennährstoff, aber auch für die Pflanzenernährung und die Festigkeit des Pflanzengewebes von großer Wichtigkeit. Es wirkt im Stoffwechsel der Pflanze Wasser sparend, ist wichtig für den Bau der Zellwände, hemmt das Längenwachstum. Im Boden sorgt es für einen stabilen pH-Wert und fördert die Aufnahme anderer Nährstoffe. Akuter Kalziummangel beeinträchtigt das Pflanzenwachstum und hemmt die Entwicklung der Wurzeln. Außerdem nimmt die Anfälligkeit für Pilzerkrankungen zu. In extremen Fällen verfärben sich die jungen Blätter hellgelb und die Triebspitzen sterben ab. Durch den Zusammenbruch des Gewebes knicken Triebe und Blütenstiele hakenförmig ab. Die Spitzen der Fruchtenden von Paprika, Gurken und Tomaten fangen an zu faulen. Auch die Stippigkeit bei Äpfeln (das sind braune Verfärbungen unterhalb der Schale), abgestorbenes Gewebe im Inneren von Chinakohl und Blütenfäule bei Tomaten ist auf Kalziummangel zurückzuführen.

Allerdings wird Kalziummangel nur in den seltensten Fällen auftreten, da die meisten Böden einen so hohen Ca-Gehalt aufweisen, dass die Pflanzen ihren Bedarf ohne weiteres decken können.

Die Wirkung von Schwefel (S)

Schwefel benötigen Pflanzen vor allem zum Aufbau von Eiweiß. Er ist ein unverzichtbarer Teil einiger für die Pflanzen wichtigen anorganischen Verbindungen. Schwefel ist durch den Abbau organischer Substanzen in allen Böden reichlich vorhanden, so dass in der Praxis bis heute keine auffallenden Schwefelmangelerscheinungen bekannt wurden.

Magnesium (Mg) und Eisen (Fe)

Magnesium und Eisen sind weitere wichtige Elemente, die Pflanzen zu ihrer Entwicklung benötigen. Besonders Magnesium findet sich als Baustein in einer Reihe organischer Verbindungen, wie auch im Chlorophyll, dem grünen Blattfarbstoff. Einigen Vorratsdüngern sind daher Spuren von Magnesium beigemischt, so dass dies nicht extra ausgebracht werden muss. Lediglich bei sehr leichten Böden kann es zu einem Magnesiummangel kommen. Mit Bittersalz kann man auf einfache Weise diesem Nährstoffmangel entgegentreten. Ein Symptom, das auf einen Mangel an Magnesium hindeutet sind von der Blattmitte her aufgehellte gelbliche Blätter mit weiterhin dunkelgrünen Blattadern, die im weiteren Verlauf absterben.

Für die Bildung von Blattgrün benötigt die Pflanze auch Eisen. Deshalb kann Eisenmangel leicht an den jüngeren Blättern, die eine hellgrüne bis gelbgrüne Färbung zeigen, festgestellt werden. Die Aufhellung der Blätter kann bis ins Weiße übergehen wobei die Blattadern weiterhin grün bleiben. Pflanzen wachsen bei Eisenmangel allgemein schwächer und Blüten werden nur spärlich gebildet. Sie sind blass und bleiben kleiner.



Nachdem Sie nun wissen, auf welche Nährstoffe es beim Düngen wirklich ankommt, stellt sich Fragen, wie "Welcher Dünger ist der Richtige?" und was muss man zu den Begriffen "organischer Dünger" und "mineralischer Dünger" wissen. Weiterführende Informationen zur Auswahl der richtigen Düngerart finden Sie in unserem Artikel "Organischer Dünger oder Mineralischer Dünger - welcher ist der Richtige".



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