Woher stammen die schorfigen Flecken auf und in der Kartoffel?
Kartoffelschorf wird durch den bakteriellen Erreger Streptomyces scabies hervorgerufen. Er verursacht schorfige Flecken auf den Knollen, die auch nach innen gehen können. Die Krankheit tritt vor allem auf sandigen, trockenen Böden, aber auch auf überkalkten Böden auf. Der Ertrag bleibt normal, während Haltbarkeit und Qualität der Knollen leiden.
Vorbeugung und Bekämpfung:
- Schorfhemmend wirkt eine vorhergehende Gründüngung mit Lupine (z.B. Bodenkur Blaue Lupine, Art. 028 121), Roggen, Senf oder Wicke.
- Vor der Pflanzung darf nicht frisch gekalkt werden, da dies den Pilzbefall fördert.
- Ein Fruchtwechsel für 4 Jahre ist empfehlenswert.
- Eine ausgewogene Düngung, z.B. mit Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter für Kartoffeln (Art. 270 354), stärkt die Pflanzen und macht sie widerstandsfähig gegen Krankheiten.
Der Pulver- oder Schwammschorf wird durch den Pilz Spongospora subterranea verursacht. Zunächst zeigen sich kleinere, erst hellere Warzen, die später dunkelbraun werden und kraterförmig aufreißen. Aus ihnen tritt dann eine pulverförmige, braune Masse heraus. Später verschorfen diese Stellen. Der Pulver- oder Schwammschorf tritt in kühlen, feuchten Anbaugebieten besonders häufig auf. Schwere Böden, die zur Vernässung neigen, begünstigen einen Befall noch.
Vorbeugung und Bekämpfung:
- Die Bodenstruktur wird durch Gründüngung, organischen Dünger, Kompost oder Rindenhumus verbessert. Die Bodenkur "Blaue Lupine" (Art. 028 121) durchwurzelt und lüftet den Boden tief. Zudem sammeln die Wurzeln wertvollen Stickstoff. Sie eignet sich besonders für verdichtete Böden. "Grünmix" (Art. 028 122) ist ideal zur biologischen Gesunderhaltung des Bodens und empfiehlt sich für strapazierte Böden. Die Aussaat ist vom Frühjahr bis Ende September möglich. Der Humusgehalt des Bodens wird durch das spätere Eingraben der Pflanzen zudem erhöht.
- Lava-Gesteinsmehl (Art. 270 322) ist ein hochwertiger Bodenverbesserer mit hohen Anteilen an Kieselsäure, Kalk und Magnesium und wird von Regenwürmern und Mikroorganismen zu wertvollem Humus umgewandelt.
- Da der Erreger z.B. auch an Gräserwurzeln überdauern kann, sollte man Kartoffeln nicht direkt auf umgebrochenes Grasland pflanzen.
- Die Pilzsporen können den Verdauungstrakt von Rindern, Pferden und Schafen ohne Schaden verlassen und über das Ausbringen von Mist verbreitet werden!
- Der Erreger kann 5-6 Jahre im Boden überdauern. Weder Trockenheit noch Frost können ihm etwas anhaben. Aus diesem Grund ist ein Fruchtwechsel für 7 Jahre empfehlenswert.
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