Wie beuge ich Frostschäden an Gehölzen vor?
Frostrisse (Rindenrisse) entstehen bei starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht, aber auch zwischen Süd- und Nordseite eines Baumes, wenn die Sonneneinstrahlung am Tag sehr hoch ist. Vor allem jüngere Bäume, die noch keine Borke gebildet haben, sind besonders gefährdet. Frostrissen kann man vorbeugen, indem man die gefährdeten Bereiche abdeckt. Dazu bieten sich verschiedene Materialien an, bei Ziergehölzen z.B. Jutebandagen, Schilfrohrmatten oder Kokosmanschetten, bei Obstbäumen ist dies häufig ein reflektierender Weißanstrich (Art. 261 095). Sind Frostrisse oder Frostplatten entstanden, müssen diese behandelt werden, denn sie sind Eintrittspforten für Pilzkrankheiten und Schädlinge. Dazu schneidet man die Wundränder mit einem scharfen Messer glatt aus und trägt ein Wundverschlussmittel auf (z.B. Lac Balsam, Art. 260 505).
Um sich vor Trockenschäden im Winter, der so genannten Frosttrocknis, zu schützen, reduzieren immergrüne Gehölze schon im Herbst ihre Verdunstungsfläche. Dazu werfen sie einen Teil der älteren Nadeln ab. Besonders bei Gehölzen, die im Sommer und Herbst unter Wassermangel gelitten haben, ist dieses Phänomen frühzeitig zu beobachten. Stark gestresste Pflanzen werfen häufig auch einen Teil der jüngeren Nadeln mit ab. Um dies zu verhindern, sollte man betroffene Gehölze im Herbst, besonders bei trockener Witterung, häufiger durchdringend wässern. In sehr trockenen Jahren sollte man Immergrüne auch an frostfreien Tagen gießen. Die Nadeln verbräunen und fallen ab, weil die Wasseraufnahme bei gefrorenem Boden nicht möglich ist.
Frostschäden werden nicht nur durch tiefe Minusgrade verursacht. Ihre Ausmaße sind auch abhängig vom Abhärtungsgrad der Pflanze. Dieser ist u.a. auch abhängig vom Ernährungszustand der Pflanze. Eine starke bzw. einseitige Stickstoffdüngung führt dazu, dass die Triebe noch wachsen, nicht rechtzeitig ausreifen und anfällig werden. Daher sollte man im Spätsommer/Herbst auf eine Stickstoffdüngung verzichten. Patentkali (Art. 270 321) dagegen kräftigt aufgrund des hohen Kaliumgehaltes das Pflanzengewebe und lässt das Holz besser ausreifen.
Durch eine starke Schneelast können vor allem an Nadelgehölzen Bruchschäden entstehen. Wenn es möglich ist, sollte man die Pflanzen von den Schneemengen befreien. Auch Eisregen verursacht Bruchschäden. Zu beachten ist, dass auch Auftausalze zu Pflanzenschäden, z.B. vorzeitigem Laubfall, führen können.
Spätfröste im Frühjahr können den jungen Austrieb und/oder Blütenknospen schädigen. Da direkte Schutzmaßnahmen meist nicht möglich sind, sollte für empfindliche Gehölze ein geschützter Standort gewählt werden.
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