Warum sind die Pflaumen/Zwetschen so verformt?
Ursache ist in der Regel die Narren- oder Taschenkrankheit (Taphrina pruni). Diese Pilzkrankheit befällt vor allem Zwetschen, insbesondere spät tragende Sorten in höheren Lagen. Aber auch Pflaumen und Aprikosen können befallen werden. Bei kühlem, regnerischen Wetter, während und nach der Blüte, tritt sie besonders stark auf, bei sonnigem und warmem Wetter kaum. Die Hauptinfektionszeit reicht von Mai bis Juli.
Das Pilzgeflecht überwintert in den Fruchtmumien, unter der Baumrinde und Knospenschuppen, auf Trieben und Zweigen. Die Sporen werden über Wind und Regen verbreitet und infizieren die Früchte über die Blüten erneut.
Der Pilz produziert im Gewebe des Zwetschenbaums das wachstumsfördernde Hormon Indolyl-Essigsäure. Dies führt zu bizarren Verformungen an den kernlosen Früchten (sog. "Hungerzwetschen"). Sie werden schrumpelig, braun, faulig, fallen vorzeitig ab oder bleiben als Fruchtmumien am Baum hängen, bevor die Blüten befruchtet werden können. Meist sind sie noch mit einem weißen Belag umgeben.
Vorbeugung und Bekämpfung:
- Vorbeugend hilft es, etwa ab Mai wiederholt Neudorff Schachtelhalm Extrakt (Art. 270 225) zu spritzen.
- Ebenso wichtig ist ein jährlicher Auslichtungsschnitt.
- Alle Narrenzwetschen sollten frühzeitig abgepflückt und vernichtet werden. Kranke Zweige sind abzuschneiden und zu verbrennen
- Ein spezielles Fungizid zur Bekämpfung der Narren- oder Taschenkrankheit steht für den Hausgarten nicht zur Verfügung.
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