Tabak
Der Tabak gehört zu der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und stammt ursprünglich aus Südamerika.
Standort
Tabak gedeiht am besten an einem warmen, sonnigen Platz mit eher trockenen Böden. Sandige Böden sowie leichte Humusböden eignen sich besser als schwere Lehmböden. Der Boden sollte neutral und außerdem reich an Kali, Kalk und Stickstoff sein. Günstig für das Wachstum sind milde, warme Nächte. Tabak leidet unter kräftigen Winden und ist sehr frostempfindlich. Er kann nach den Eisheiligen im Abstand von ca. 50 cm in den Garten ausgepflanzt werden. Ideal ist es, wenn sich der Boden schon etwas erwärmt hat. Nach dem Pflanzen sollte gründlich angegossen werden.
Gießen und Düngen
Besonders in den ersten Wochen ist für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit zu sorgen. Staunässe darf allerdings nicht entstehen. Zur Nährstoffversorgung eignen sich Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter komplett (Art. 270 304) oder Gärtner Pötschkes Naturdünger (Art. 270 345).
Köpfen und Ausgeizen
Damit sich gute Tabakblätter entwickeln, müssen die Pflanzen geköpft und ausgegeizt werden. Beim Köpfen werden die Blütenstände mit einigen darunter sitzenden Blättern ausgebrochen oder abgeschnitten, damit die Blätter zu einer stärkeren Entwicklung angeregt werden. Schon wenige Tage nach dem Köpfen bildet die Pflanze an den obersten Blattansätzen Seitentriebe aus, die ebenfalls entfernt (ausgegeizt) werden müssen. Dieser Arbeitsaufwand lohnt sich, denn
- die Blattqualität steigt insbesondere bei Zigarren- und Pfeifentabaken erheblich
- die Blätter wachsen und reifen gleichmäßiger
- der Ertrag steigt um bis zu 15 Prozent
- die Infektionsquelle für einen Blauschimmelbefall, herabfallende Blüten, ist ausgeschaltet.
Ernte und Verarbeitung
Die Blätter sind erntereif, wenn sie ihre dunkelgrüne Farbe verlieren und leicht vergilben. Am besten erntet man wiederholt und nur 2-4 Blätter pro Erntegang. Reife Blätter lassen sich leicht brechen und vom Stängel abtrennen. Grüne, unreife Blätter dagegen sitzen fester und hinterlassen meist eine Wunde. Im Allgemeinen beginnt die Tabakernte etwa 60 Tage nach dem Auspflanzen. Zum Trocknen werden die frischen Blätter traditionell auf Schnüre aufgereiht und zwischen Holzbalken aufgehängt. Zum Aufhängen ist Tabakgarn ideal, ein relativ starkes Flachsgarn. Dünne Kunststoffschnüre sind nicht empfehlenswert, da sie sich mit der Zeit in die Blattrippe einschneiden. Alternativ kann man auch eine Paketschnur verwenden. Die Blätter sollten so aufgefädelt werden, dass noch Luft zwischen ihnen zirkulieren und an den Berührungsstellen kein Schimmel entstehen kann. Große Blätter sollten in einem größeren Abstand aufgehängt werden. Für eine gute Tabakqualität ist es zweckmäßig, die Ernte nach Blattgröße und -qualität und Reifegrad vorzusortieren und später nur gleichwertige Blätter zu bündeln. Vollreif geerntete Blätter für Zigaretten- und Pfeifenschnittgut, die dunkelgrüne Flecken aufweisen, müssen weggeworfen werden: Diese Stellen trocknen nicht mehr richtig und führen zu einem scharfen, kratzenden Geschmack. Nach gut 7 Wochen Trocknungszeit ist der Tabak gebrauchsfertig.
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