Pfirsich
Der Pfirsich stammt ursprünglich aus China und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Im asiatischen Raum wird er schon seit Jahrtausenden angebaut. Seit einigen Jahrzehnten hat sich der Anbau vor allem in den südlichen europäischen Ländern (Italien, Griechenland, Spanien, Frankreich, aber auch Österreich und Ungarn) ausgedehnt. In Deutschland findet ein erwerbsmäßiger Anbau hauptsächlich im Weinbauklima statt.
Eigenschaften
Beim Pfirsich kann man zwei Gruppen unterscheiden, und zwar weiß- und gelbfleischige Sorten. Weißfleischige Sorten eignen sich sehr gut zum Frischverzehr, während die gelbfleischigen Sorten ein festeres Fruchtfleisch und weniger Säure aufweisen und somit sehr gut zum Einmachen geeignet sind. Früh reifende Sorten sind meist schlecht, spät reifende Sorten dagegen meist gut steinlösend. Bei mittelfrühen Sorten hängt die Steinlöslichkeit stark von der Witterung ab.
Standort
In Wintern mit Temperaturen zwischen -15 °C bis - 20 °C nimmt er fast immer Schaden. Der Boden sollte nährstoff- und humusreich, etwas kalkhaltig, locker und leicht erwärmbar sein. Eine ausreichende Bodenfeuchte sollte vor allem vor der Ernte gegeben sein. Staunässe sollte allerdings nicht auftreten. Schwere, nasse Böden sind daher völlig ungeeignet. Auf denen kann es auch zum Gummifluss kommen. Auf stark kalkhaltige Böden reagieren Pfirsiche schnell mit Chlorosen (Bleichsucht).
Nach der Pflanzung empfiehlt es sich, den Bodenbereich mit Stroh, Laub oder anderem trockenen Material zu mulchen. Bei veredelten Bäumen sollte sich die Veredlungsstelle ca. 5-10 cm über der Bodenoberfläche befinden.
Düngung
Zur Förderung des Wachstums, der Knospenbildung und des Fruchtansatzes empfiehlt sich Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter für Obstgehölze (Art. 270 313). Der hohe Kaliumgehalt unterstützt die Fruchtausbildung.
Befruchtung
In der Regel sind Pfirsichsorten selbstfruchtbar. Für eine zuverlässige Befruchtung hat sich allerdings die Anpflanzung verschiedener Sorten als vorteilhaft erwiesen, vor allem wenn während der Blüte die Witterung ungünstig ist. Befruchtet wird durch Wind und über Insekten.
Ernte
Besonders aromatisch schmecken Pfirsiche, wenn sie am Baum ausreifen können. Der beste Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn sich die Frucht mit einer Drehbewegung der Frucht leicht lösen lässt. Früchte für den Transport müssen halbreif geerntet werden. Die Erntezeiträume von Pfirsichsorten reichen von Mitte Juli bis Mitte/Ende September.
Sortenbeispiele
Da die meisten Hausgärten immer kleiner werden, sind sie die perfekten Obstlieferanten. Man findet sie in Erwerbs-Obstbaumschulen als auch im Privatgarten und in Kleingartenanlagen. Durch ihre relativ geringe Wuchshöhe und die damit verbundene, einfache Ernte in Verbindung mit den früher einsetzenden und höheren Erträgen sind sie mittlerweile die meist verwendeten Obstbäume.
Die Pfirsichbäume können 3-4 m hoch werden. Als Pflanzabstand rechnet man 4-5 m.
'Benedicte' (Art. 435 166): Reifezeit Ende August; selbstfruchtbar; Früchte sehr groß (120-140 g schwer), aromatisches weiß-grünes Fruchtfleisch; kaum anfällig gegen die Kräuselkrankheit.
'Revita' (Art. 435 164): Reifezeit ab Mitte August; selbstfruchtbar; rotbackige, aromatische Früchte mit cremefarbenem Fleisch; unempfindlich gegen die Kräuselkrankheit.
Weinbergpfirsich (Art. 435 163): Reifezeit September; selbstfruchtbar; reich tragender, gut steinlösender Pfirsich mit rotem Fruchtfleisch und Saft; wenig anfällig gegenüber der Kräuselkrankheit.
Schnitt
Damit der Baum reichlich trägt, sind regelmäßige Schnittmaßnahmen notwendig. Ein jährlicher Rückschnitt fördert die Neubildung von Fruchttrieben und verhindert, dass die Krone vergreist.
Pflanzschnitt
Pfirsichbäume werden im Allgemeinen als einjährige Veredlungen gehandelt, d.h. aus dem Veredlungsauge entwickelt sich ein neuer Haupttrieb mit (möglichst) vielen Seitentrieben. Dieser Trieb soll über der Veredlung mindestens einen Daumen dick sein. An der Wurzel wird vor der Pflanzung nur geschnitten, wenn Bruch- oder Quetschstellen vorhanden sind.
Bei Containerpflanzen entfällt diese Maßnahme sowieso. Die untersten 50 bis 60 cm schneidet man frei. Alle darüber liegenden Äste werden bis auf ein oder zwei gute Augen zurückgeschnitten, wobei das letzte Auge am Trieb nach außen zeigen soll. Der Spitzentrieb wird um ca. 2/3 gekürzt und etwa eine Scherenlänge länger gelassen als die Seitenäste. Konkurrenztriebe werden entfernt. Der kräftige Rückschnitt auf wenige gute Augen verursacht einen ebenso kräftigen Austrieb, an dem wir bereits die oben erwähnten Knospenkombinationen erwarten können.
Jährliche Schnittmaßnahmen
Holztriebe: Lange, kräftige Triebe, die ausschließlich Blattknospen entwickeln, werden für die Trieberneuerung auf 1 - 3 Augen zurückgeschnitten.
Wahre Fruchttriebe: Bei diesen kräftigen Langtrieben sitzen in den Blattachseln jeweils rechts und links einer spitzen Blattknospe zwei rundliche Blütenknospen. Diese Triebe werden auf 20 - 40 cm eingekürzt, so dass 4 - 6 Knospenansätze stehen bleiben. Sind zu viele wahre Fruchttriebe vorhanden, sollten einige ganz entfernt werden.
Falsche Fruchttriebe: Diese eher schwachen Triebe sind bis auf die Spitzenknospe mit Blütenknospen besetzt. Da ein blattloser Trieb Früchte nicht ausreichend ernähren kann, werden diese vollständig entfernt oder auf 1 - 2 Augen eingekürzt.
Bukett-Triebe: Dies sind Kurztriebe am mehrjährigen Holz und bilden an ihrer Spitze Blütenknospenbüschel. Diese entwickeln gute Früchte und werden nicht geschnitten.
Schnittzeitpunkt
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