Zum Kern- und Steinobst zählen vor allem Apfel und Birne sowie Kirsche, Pflaume und Pfirsich (Aprikose). Bei fast allen angebotenen Obstsorten handelt es sich um 1-jährige Veredelungen von Buschbäumen mit einer Stammhöhe von 60 bis 80 cm. Alle diese Sorten stehen auf einer schwachwachsenden Unterlage. Ausgenommen sind hierbei das "Duo-Obst", welches bereits 2-jährig ist und die Zwergschattenmorelle "Kobold", die wurzelecht, also nicht veredelt ist. Alle Bäume bringen schon nach dem dritten Standjahr eine erste gute Ernte.
Pflanzung von Buschobst (niedrig veredelte Obstbaumsorten)
| | Pflanzabstand in m | Standraumbedarf in qm |
| Apfel | 3-5 | 12-20 |
| Birne | 4-5 | 15-20 |
| Kirsche | 5 | 16-22 |
| Zwerg-Schattenmorelle | 3-4 | 8-12 |
| Zwetsche, Mirabelle | 5 | 15-22 |
| Pfirsich, Aprikose | 4-5 | 15-20 |
Der Pflanzabstand entspricht etwa dem Kronen-Durchmesser.
Stammhöhen
(Vom Erdboden bis zum untersten Kronentrieb gemessen, diese werden sich auch zukünftig nicht verändern!)
Kernobst (Äpfel, Birnen): ca. 40-60 cm
Steinobst (Kirsche, Pflaume): ca. 60-80 cm
Wuchshöhen
Kernobst: ca. 3-4 m
Steinobst: ca. 4 m und leicht darüber
Als Grenzabstand zählt der halbe Kronendurchmesser. Bei praktisch allen Obstarten und deren Sorten handelt es sich um Veredelungen. In vielen Fällen liegt die Veredelungsstelle etwa 10 cm oberhalb der ersten Wurzeln. Es ist darauf zu achten, dass diese beim Pflanzen nicht in den Boden kommt. Dann würden aus dem Holz der aufgepfropften Edelsorte neue Wurzeln gebildet werden und die positiven Eigenschaften der Unterlage wären verloren.
Sollte die Pflanze wurzelballiert (also mit Wurzelnetz) geliefert werden, wird dieses entfernt, damit die Wurzeln im Pflanzloch ausgebreitet werden können. Es ist notwendig, besonders auch bei den schwachwachsenden Formen, einen Pfahl zur Stütze der Büsche und Bäume zu verwenden (siehe "Besonderheiten zu Johannisbeer-Hochstämmen").
Schwachwachsende Buschformen behalten die Unterstützung durch einen Pfahl in ihrer gesamten Standzeit. Stark wachsende Stämme kommen nach 1 bis 2 Jahren ohne diese Hilfe aus.
Düngung
Im ersten Standjahr sollte nicht gedüngt werden. Die Wurzeln müssen sich erst ohne zusätzliche Nährstoffgaben entwickeln. Für eine Volldüngergabe ab dem zweiten Standjahr empfiehlt sich GP's Pflanzenfutter für Obstgehölze (Art. 270 313) nach Anleitung.
Schnitt
Das Thema "Schnitt von Kern- und Steinobst" kann in diesem Rahmen nicht näher beschrieben werden, da sich die weiteren Pflege- und Schnittmaßnahmen der einzelnen Obstarten sehr voneinander unterscheiden. So kann unsachgemäßer Schnitt zu mangelndem oder gar ausbleibendem Blütenansatz und Ernteertrag führen. Ohne Vorkenntnisse sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Grundlegend soll nach modernen Schnittgesetzen so wenig wie möglich geschnitten werden. Der Baum soll früh Früchte und kein Holz produzieren. Hier sei verwiesen auf Gärtner Pötschkes DVD "Obstbäume- und Beerenobst". Zudem sind zu dem Thema Obstbaumschnitt zahlreiche preiswerte Bücher erschienen, so z.B. im BLV-, Ulmer- und Parey-Verlag. Außerdem bieten örtliche Gartenbauvereine immer wieder Schnittkurse an.
Säulen-Obst
Durch die spezielle Wahl von Unterlage und Sorte ergeben sich geringste Kronenzuwächse mit großen Anteilen von Fruchtholz. So entfallen in der Regel jährlich komplizierte Schnittmaßnahmen. Sollte sich doch einmal ein längerer Seitentrieb zeigen, ist dieser bei Apfel und Birne im Sommer auf 2/3 seiner Länge zurückzuschneiden. Zu lange oder dichtstehende Kirschzweige sind ganz zu entfernen. Die angebotenen Sorten eignen sich hervorragend zur Kübelhaltung. Lesen Sie dazu unter "Säulenäpfel" S. 87. Befruchtet wird der Säulen-Apfel am besten von den Sorten Idared, Jonagold, Ontario und Jonathan. Die Säulen-Birne von den Sorten Clapps Liebling, Gute Luise und Conference. Die Säulen-Kirsche ist selbstfruchtend.
Was ist Buschobst?
Bei Buschobst handelt es sich um Obstbäume mit einer relativ kurzen Stammhöhe von 60-80, veredelt auf einer schwach wachsenden Unterlage. Fast alle Bäume bringen schon nach dem dritten Standjahr eine erste gute Ernte.
Boden
Die große Mehrzahl Obstgehölze gedeiht auf einem "normalen Gartenboden", d.h., ein Boden, der humushaltig, nahrhaft, krümelig und gut durchlässig ist. Er sollte zudem leicht kalkhaltig sein und somit in einem ph-Bereich von ca. 7,0 oder leicht darüber liegen.
Bodenvorbereitung
Der Bodenvorbereitung kommt eine große Bedeutung zu, da Obstgehölze für einen langen Zeitraum am gleichen Standort verbleiben. Eine gründliche, tiefgründige Bodenlockerung ist unerlässlich, wobei nicht zu viel Unterboden nach oben "gekehrt" werden darf. Bei dieser Arbeit werden alle Wurzelunkräuter wie Giersch, Schachtelhalm, Ackerwinde, Quecke etc. vollständig und großflächig entfernt. Eine spätere Bekämpfung dieser Wucherer in einer etablierten Anpflanzung ist praktisch unmöglich.
Bodenverbesserung
Angestrebt wird ein gut durchlüfteter Boden, der Feuchtigkeit und Nährstoffe speichert, trotzdem aber nicht zu Staunässe neigt. Bodenverbesserung bedeutet oft nichts anderes als eine Humuszufuhr. Sie ist vor allem für schwere, nasse und sehr leichte, sandige Böden absolut notwendig. Nur der Humusgehalt entscheidet über die Fruchtbarkeit des Bodens. So eignen sich besonders Rindenhumus, Kompost- oder Lauberde zur Beimischung. Um einen Boden leichter bzw. schwerer zu machen, werden Sand bzw. Lehm verwendet.
Pflanzung
Die besten Pflanzzeiten sind das Frühjahr und der Herbst. Jedoch ist man durch die Pflanzenanzucht in Töpfen bzw. Containern nicht mehr an die traditionellen Pflanzzeiten gebunden.
Die Pflanzen werden beim Austopfen - im Gegensatz zum früheren Graben - nicht mehr im Wachstum gestört und können so zu jeder Zeit ungehindert weiterwachsen.
Sollten die Wurzelballen trocken sein, dann werden sie vor der Pflanzung solange ins Wasser gestellt, bis sie sich vollgesogen haben und keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ausgetopfte Pflanzen und vor allem solche mit "nackten" Wurzeln müssen so schnell wie möglich in die Erde, da sonst Sonne und Wind sie schädigen können.
Bei der Pflanzung wird eine möglichst große Pflanzgrube ausgehoben. Bei schlechten Bodenverhältnissen sollte das Pflanzloch sogar 40 bis 50 cm breit und ebenso tief ausgehoben werden. Als Faustregel gilt: Das Pflanzloch mindestens doppelt so tief und breit wie die jeweiligen Ballenmaße ausheben. Der Boden des Pflanzloches wird tief gelockert und die ausgehobene Erde mit humusbildenden Stoffen (z.B. Rindenhumus, Komposterde, Torf) vermischt.
Beschädigte Wurzeln werden mit einer scharfen Schere bis in das gesunde, weißliche Gewebe zurückgeschnitten. Jede Pflanze kommt so tief in die Erde, wie sie auch vorher gestanden hat, was am Wurzelballen gut zu erkennen ist. Jetzt erst wird bei ballierten Pflanzen das Ballentuch am Wurzelhals aufgeschnitten und im Loch verteilt, so dass der Ballen oben frei liegt. Das Material zersetzt sich im Laufe der Zeit.
Beim Auffüllen des Pflanzloches mit der zurechtgemischten Erde werden wurzelnackte Pflanzen leicht gerüttelt, damit sich Hohlräume zwischen den Wurzeln mit der Erde füllen können. Um einen guten "Bodenschluss" zu erzielen, muss der Boden um den Ballen herum fest angedrückt bzw. getreten werden. Nach der Pflanzung wird gründlich angegossen. Dieses Einschlämmen schließt auch die letzten Hohlräume. Bei größeren Pflanzen erleichtert ein Gießrand aus angehäufelter Erde das durchdringende Wässern.
Beim Setzen von kleineren Pflanzen im Spätherbst ist bei ungünstigen Witterungsbedingungen im Winter ein "Hochfrieren" möglich. Betroffene Pflanzungen müssen im Frühjahr, sobald der Boden frostfrei ist, wieder festgedrückt bzw. -getreten werden.
Mulchen
Frisch gepflanzte, noch nicht zusammengewachsene Flächen werden mit einer Schicht Rindenmulch (auch Lauberde oder Laub) abgedeckt. Das geschieht nicht nur wegen der Optik! Es soll vielmehr den Boden feucht, kühl und locker halten und die Bodenoberfläche vor dem Verkrusten bewahren. Außerdem wird der Unkrautwuchs vermindert und eine Humuszufuhr sichergestellt.
Pflege
In Trockenzeiten und bis zum völligen Anwachsen ist das Überbrausen der Beete und Pflanzen morgens oder in den frühen Abendstunden sehr wichtig. Dabei darf der Boden nicht verschlämmen, was sehr schnell geschehen kann, wenn nicht gemulcht wurde.