Bodenbeschaffenheit
Die große Mehrzahl der Gehölze gedeiht auf einem "normalen Gartenboden", d.h., ein Boden, der humushaltig, nahrhaft, krümelig und gut durchlässig ist. Er sollte zudem leicht kalkhaltig sein und somit in einem ph-Bereich von ca. 7,0 oder leicht darüber liegen. Die Anzahl der Pflanzen, die einen sauren Boden mit Nadelhumus oder sogar einen Moorboden verlangen, ist relativ klein. Solche Besonderheiten, wie z.B. für Heidekräuter, Rhododendren oder Kamelien zutreffend, werden in meiner Kulturanleitung gesondert behandelt.
Bodenvorbereitung
Der Bodenvorbereitung kommt eine große Bedeutung zu, da Gehölze für einen langen Zeitraum am gleichen Standort verbleiben. Eine gründliche, tiefgründige Bodenlockerung ist unerlässlich, wobei nicht zu viel Unterboden nach oben "gekehrt" werden darf. Bei dieser Arbeit werden alle Wurzelunkräuter wie Giersch, Schachtelhalm, Ackerwinde, Quecke etc. vollständig und großflächig entfernt. Eine spätere Bekämpfung dieser Wucherer in einer etablierten Anpflanzung ist praktisch unmöglich.
Bodenverbesserung
Angestrebt wird ein gut durchlüfteter Boden, der Feuchtigkeit und Nährstoffe speichert, trotzdem aber nicht zu Staunässe neigt. Bodenverbesserung bedeutet oft nichts anderes als eine Humuszufuhr. Sie ist vor allem für schwere, nasse und sehr leichte, sandige Böden absolut notwendig. Nur der Humusgehalt entscheidet über die Fruchtbarkeit des Bodens. So eignen sich besonders Rindenhumus, Kompost- oder Lauberde zur Beimischung. Um einen Boden leichter bzw. schwerer zu machen, werden Sand bzw. Lehm verwendet.
Mulchen
Frisch gepflanzte, noch nicht zusammengewachsene Flächen werden mit einer Schicht Rindenmulch (auch Lauberde oder Laub) abgedeckt. Das geschieht nicht nur wegen der Optik! Es soll vielmehr den Boden feucht, kühl und locker halten und die Bodenoberfläche vor dem Verkrusten bewahren. Außerdem wird der Unkrautwuchs vermindert und eine Humuszufuhr sichergestellt.
Pflanzung
Die besten Pflanzzeiten sind das Frühjahr und der Herbst. Jedoch ist man durch die Pflanzenanzucht in Töpfen bzw. Containern nicht mehr an die traditionellen Pflanzzeiten gebunden. Die Pflanzen werden beim Austopfen - im Gegensatz zum früheren Graben - nicht mehr im Wachstum gestört und können so zu jeder Zeit ungehindert weiterwachsen. Sollten die Wurzelballen trocken sein, dann werden sie vor der Pflanzung solange ins Wasser gestellt, bis sie sich vollgesogen haben und keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ausgetopfte Pflanzen und vor allem solche mit "nackten" Wurzeln müssen so schnell wie möglich in die Erde, da sonst Sonne und Wind sie schädigen können. Bei der Pflanzung wird eine möglichst große Pflanzgrube ausgehoben.
Bei schlechten Bodenverhältnissen sollte das Pflanzloch für z.B. eine Kletterpflanze sogar 40 bis 50 cm breit und ebenso tief ausgehoben werden. Als Faustregel gilt: Das Pflanzloch mindestens doppelt so tief und breit wie die jeweiligen Ballenmaße ausheben. Der Boden des Pflanzloches wird tief gelockert und die ausgehobene Erde mit humusbildenden Stoffen (z.B. Rindenhumus, Komposterde, Torf) vermischt. Beschädigte Wurzeln werden mit einer scharfen Schere bis in das gesunde, weißliche Gewebe zurückgeschnitten.
Jede Pflanze kommt so tief in die Erde, wie sie auch vorher gestanden hat, was am Wurzelballen gut zu erkennen ist. Jetzt erst wird bei ballierten Pflanzen das Ballentuch am Wurzelhals aufgeschnitten und im Loch verteilt, so dass der Ballen oben frei liegt. Das Material zersetzt sich im Laufe der Zeit. Beim Auffüllen des Pflanzloches mit der zurechtgemischten Erde werden wurzelnackte Pflanzen leicht gerüttelt, damit sich Hohlräume zwischen den Wurzeln mit der Erde füllen können. Um einen guten "Bodenschluss" zu erzielen, muss der Boden um den Ballen herum fest angedrückt bzw. getreten werden. Nach der Pflanzung wird gründlich angegossen. Dieses Einschlämmen schließt auch die letzten Hohlräume. Bei größeren Pflanzen erleichtert ein Gießrand aus angehäufelter Erde das durchdringende Wässern. Beim Setzen von kleineren Pflanzen im Spätherbst ist bei ungünstigen Witterungsbedingungen im Winter ein "Hochfrieren" möglich. Betroffene Pflanzungen müssen im Frühjahr, sobald der Boden frostfrei ist, wieder festgedrückt bzw. -getreten werden.
Um möglichst schnell eine schöne Wirkung zu erzielen, wird häufig viel zu eng gepflanzt. In diesem Fall muss spätestens nach drei Jahren umgepflanzt bzw. neu geplant werden. Leitpflanzen, z.B. Solitärstauden oder hohe Gehölze, bilden das Gerüst der Pflanzung. Diese werden zuerst einzeln oder in Gruppen bis zu 3 Stück gesetzt. Halbhohe bis niedrige Varianten folgen in kleineren oder größeren Gruppen von 3 bis 9 Stück oder mehr, je nach Pflanzenart und Verwendung. Bodendeckende, rasenartige Pflanzen werden zuletzt in größeren Gruppen gepflanzt, um später so die verbliebenen Freiflächen zu bedecken. Legen Sie nicht alle Pflanzen auf einmal aus, weil die Wurzeln schnell austrocknen können und das Einpflanzen unnötig erschwert wird.
Düngung
Vor der Pflanzung wird grundsätzlich eine Grunddüngung durch organische Düngemittel verabreicht, die gleichzeitig das Bodenleben aktivieren. Dazu eignen sich Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter® komplett und besonders im Frühjahr Gärtner Pötschkes Naturdünger mit Guano 2,5 kg. Diese Mittel werden nur mit der obersten Bodenschicht durch leichtes Einharken gut vermischt.
Wenn sich die Pflanzen dann gut entwickelt haben, etwa im zweiten Jahr nach der Pflanzung, erhalten sie eine Ergänzungsdüngung mit einem organisch mineralischen Volldünger, z.B Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter® komplett, der im Frühjahr jeweils zur Zeit des Austriebs verabreicht wird. Jegliche Düngung sollte Anfang August eingestellt werden, damit die Frosthärte der Pflanzen nicht beeinträchtigt wird.
Pflege
In Trockenzeiten und bis zum völligen Anwachsen ist das Überbrausen der Beete und Pflanzen morgens oder in den frühen Abendstunden sehr wichtig. Dabei darf der Boden nicht verschlämmen, was sehr schnell geschehen kann, wenn nicht gemulcht wurde. Vor allem immergrüne Pflanzen, zu denen auch Heide, Rhododendren und der Bambus gehören, müssen in der kühlen Jahreszeit an den frostfreien Tagen immer wieder gewässert werden. Da sie ständig über ihre Blätter oder Nadeln Wasser verdunsten, würden diese Pflanzen ohne ein zusätzliches Gießen im Winter regelrecht vertrocknen.
Schnitt
Im Regelfall wird der erforderliche Schnitt schon vor dem Versand ausgeführt! Sonst gilt: (ausgenommen sind Rosen) Wurzelnackte Gehölze sollten grundsätzlich zurückgeschnitten werden. Dies geschieht ausschließlich im Frühjahr kurz vor dem Austrieb. Dabei werden zwei Drittel der Triebe zurückgenommen. Im Herbst wird kein Pflanzschnitt vorgenommen, sondern erst im darauffolgenden Frühjahr. Der Schnitt stellt das Gleichgewicht zwischen dem oberirdischen Teil und dem durch das Verpflanzen beeinträchtigten Wurzelwerk wieder her. Die Pflanze treibt im Frühjahr zudem kompakter aus. Dasselbe gilt ebenfalls für die meisten laubabwerfenden Gehölze im Container bzw. mit Ballen.
Wuchseigenschaften
Die Wuchskraft ist grundsätzlich genetisch festgelegt und reicht von stark wuchernd bis sehr langsamwüchsig; zwei Extreme, die sicherlich nicht zusammenpassen. Wuchs- und Blattformen sind wichtige Kriterien, da sie während des größten Teils des Jahres bestimmend sind - im Gegensatz zu der Blüte, die sich bestenfalls einige Wochen hält.
Unkrautbekämpfung
Die Unkrautbekämpfung sollte möglichst nur durch Hacken oder Zupfen erfolgen. Eine chemische Unkrautbekämpfung lässt sich auf Rabatten sowieso oft nur schwer durchführen. Sollten sich aber Wurzelunkräuter zeigen, müssen diese umgehend und komplett (mit ihren Wurzeln!) entfernt werden, bevor sie in der Rabatte zu wuchern beginnen.
Überwinterung im Kübel
Da bei im Kübel gehaltenen Pflanzen der Frost von allen Seiten angreifen kann, gefriert der Ballen wesentlich schneller als bei ausgepflanzten Exemplaren. Dazu kommt, dass die Wurzeln meist empfindlicher auf Minusgrade reagieren als die oberirdischen Sprosse. Um Frostschäden vorzubeugen, sollten winterharte Kübelpflanzen auf jeden Fall geschützt werden. Zum Beispiel kann man schon vor der Bepflanzung den Kübel von innen mit 1-2 cm dicken Styroporplatten isolieren.
Während der Frostperiode empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Den Kübel in mehrere Lagen Noppenfolie o.ä. isolierendes Material einwickeln.
- Oder ihn in einen größeren Behälter stellen und den Zwischenraum mit Laub, Stroh, Rindenmulch usw. füllen.
- Den Kübel eventuell im Boden einsenken (dies empfiehlt sich z.B. bei Bambus).
- Zusätzlich sollte die Bodenoberfläche etwa 10 cm mit Laub bedeckt sein oder mit Tannenzweigen o.ä. geschützt werden.
- An frostfreien Tagen sollte gegossen werden.
- Das Abzugsloch muss immer frei gehalten werden, damit keine Staunässe entsteht.
- Die Pflanzen sollten möglichst windgeschützt stehen.