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Allgemeine Informationen zu Sämereien

Damit Ihre Aussaaten auch von Erfolg gekrönt sind, sollten Sie einige Grundsätze beachten:

  • Ausgesät wird nur auf gut und gleichmäßig vorbereitete Aussaatflächen. Das gilt für Aussaaten im Freiland genauso wie für die Aussaat in Gefäße, ins Frühbeet, Gewächshaus oder auf der Fensterbank. Saatgut sollte nicht zu eng gesät werden, damit die Sämlinge sich gut entwickeln können. Zu dicht aufgegangene Aussaaten muss man sehr früh ausdünnen (verziehen).
  • Um Verwechslungen vorzubeugen, versieht man die Saatrillen oder Töpfe mit Namensetiketten.
  • Für die meisten Pflanzen gilt: Der Samen wird nur leicht mit Aussaaterde überstreut, denn das Samenkorn braucht zur Keimung neben gleichmäßiger Feuchtigkeit auch Luft und Licht. Kommen Samenkörner tiefer in die Erde, ist dies auf der Samentüte vermerkt. Die Aussaaten werden dann  vorsichtig mit einem kleinen Brett angedrückt, damit der Samen Bodenhaftung bekommt.
  • Anschließend wird die Saatschale mit einem feinen Wasserstrahl übergebraust. Die Erde darf nicht  verschlämmen, denn sonst läuft auch der Samen zusammen und keimt dann dicht an dicht.
  • Gleichmäßige Feuchtigkeit und gleichmäßige Wärme sind notwendig, um den Samen bis zum letzten Korn vollständig zum Keimen zu bringen.
  • Bei Freilandaussaaten ist es wichtig, sich an die empfohlenen Aussaatzeiten zu halten. Man sollte nicht zu früh säen. Spätere Aussaaten, die dann höhere Temperaturen zum Keimen und Wachsen vorfinden, haben oft nach wenigen Wochen die frühen Aussaaten überholt und sind dann gleich groß.
  • Bei starker Sonneneinstrahlung darf man das Schattieren nicht vergessen.
  • Für viele Gemüsearten sind Zimmertemperaturen zu hoch, Salate und Kohlarten werden besser temperiert angezogen bei ca. 12-16 °C. Nur wärmebedürftige Sämereien wie z.B. Tomaten oder Zierpflanzen können bei Zimmertemperatur angezogen werden.

Es ist Ehrensache, dass ich Sie bei der Aussaat so gut wie möglich unterstütze. Auf jeder Tüte ist deshalb eine ausführliche, leicht verständliche Aussaat- und Kulturanleitung abgedruckt. Außerdem biete ich eine Vielzahl bewährter praktischer Hilfsmittel an, die Sie unterstützen.

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Aussaaten ins Freiland

  • Den Boden sorgfältig vorbereiten:
    Für eine Direktsaat an Ort und Stelle sollte der Boden feinkrümelig und weder zu nass noch zu trocken sein. Im Herbst umgegrabenes Land zerfällt bis zum Frühjahr zu einem feinkrümeligen Boden, der nur gelockert und glatt geharkt werden muss. Ein ebener Boden ist für die Aussaat deshalb wichtig, weil sich in Senken das Wasser ansammelt, das darin liegende Saatgut "absäuft" und dann verfault. Erhebungen auf Beeten trocknen dagegen schneller aus als die Umgebung. Das Saatgut findet hier nicht genügend Feuchtigkeit zum Quellen und Keimen.
  • In Reihen oder breitwürfig aussäen?
    Reihensaat hat gegenüber der breitwürfigen Aussaat den Vorteil, dass man sehr früh zwischen den Reihen jäten kann. Auch lassen sich in geraden Reihen gesäte Kulturpflanzen besser von Wildkräutern unterscheiden. Dies ist besonders wichtig, da viele Wildkräuter stärker und schneller wachsen und die Kulturarten unterdrücken. Wildkräuter müssen daher sehr früh gejätet werden. Für langsam keimende Arten wie die Möhre empfiehlt sich eine Markiersaat. Hierfür eignen sich z.B. Radieschen sehr gut. Radieschen wachsen besonders schnell und man kann sie auch reifen lassen und ernten.
  • Aussäen und pflegen:
    Saatreihen zieht man am besten entlang einer gespannten Schnur, z.B. mit einem Rechen. Eine Pflanzschnur (Art. 290 095, inklusive Aufrollmechanismus; Art. 290 096, ohne Aufrollmechanismus) gehört deshalb zur Grundausstattung eines Gärtners. Mit einer Sämaschine (z.B. Art. 280 155) geht die Aussaat noch leichter von der Hand. Die Rillentiefe hängt dabei von der Dicke des Samenkorns ab. Je feiner es ist, umso flacher muss die Rille sein. Die meisten Samen werden höchstens so dick mit Erde bedeckt, wie sie selbst sind. Nachdem die Samen mit feiner Erde abgedeckt sind, werden sie leicht angedrückt. Denn Saatgut darf nicht locker im Boden liegen, es soll ja quellen und keimen, braucht also Bodenverbindung und gleichmäßige Feuchtigkeit.
  • Der richtige Pflanzabstand:
    Bei Aussaaten an Ort und Stelle müssen die richtigen Reihenabstände und die Samendichte in der Reihe berücksichtigt werden. Angaben dazu finden Sie auf der Rückseite jeder Samentüte. Erfahrene Gärtner säen meist etwas dichter, da es einfacher ist, später zu vereinzeln oder, wie es auch heißt, zu verziehen. Dabei werden zu dicht stehende Jungpflanzen vorsichtig ausgezupft und neu eingepflanzt. Am besten macht man das Schritt für Schritt, so lange bis der empfohlene Pflanzabstand erreicht ist. Eine ideale Hilfe bei Aussaaten und Pflanzungen ist Gärtner Pötschkes Pflanz-Zollstock (Art. 300 233). Dieser 200 cm lange Zollstock gibt u.a. die Pflanzabstände für die wichtigsten Gemüsearten an.
  • Saatbänder und Co.  - einfacher geht es nicht!
    Für kleine bis mittlere Samengrößen sind Saatbänder eine große Hilfe. Die Samen sind dabei zwischen zwei feinen, leicht zersetzbaren Papierstreifen in optimalen Abständen eingeschlossen. Das erleichtert die Aussaat und erspart das mühsame Verziehen der Saaten nach dem Auflaufen. Die in unterschiedlichen Längen erhältlichen Saatbänder werden 1 bis 2 cm tief in Furchen gelegt, vorsichtig angefeuchtet, dann mit etwas Erde bedeckt und nochmals angegossen. Nach dem Keimen werden die Aussaaten ganz normal weitergepflegt. Wichtig ist, sie gleichmäßig feucht zu halten. 
    Mit Saatbändern lassen sich auch Beete umrahmen und platzsparend Kräuterbeete anlegen. Auch für unsere Kinder, die ihre ersten Erfahrungen mit der Aussaat von Blumen, Kräutern und Gemüse  machen, sind Saatbänder eine gute Sache. Eine erweiterte Form des Saatbandes sind sogenannte Saatplatten und Samenteppiche, die nach dem gleichen Schema funktionieren.
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Aussaaten im Haus

  • Auf der Fensterbank:
    Wärmebedürftige Pflanzen kann man in kleinen Mengen gut auf der Fensterbank aussäen und vorziehen. Voraussetzung hierfür ist ein helles Fenster mit Fensterbank. Meist finden sich heute in unseren Wohnungen aber kaum Räume, die Tag und Nacht gleich warm gehalten werden; in der Regel gibt es überall sehr große Temperaturschwankungen. Generell ist es aber besser Aussaaten in einem Raum aufzustellen, dessen Temperatur etwas unterhalb der erforderlichen Keimtemperatur liegt, als in einem, dessen Raumtemperatur stark schwankt. Allerdings darf die Raumtemperatur nicht mehr als 5 bis 6 °C unter der optimalen Keimtemperatur liegen, weil ansonsten viele Samen nicht mehr keimen würden. Mit beheizten Anzuchtschalen (Art. 290 311) oder Anzuchtstationen (Art. 280 619) ist man unabhängig und kann konstante Keim- und Wachstumstemperaturen einstellen.
  • Im Gewächshaus:
    Ein eigenes Gewächshaus, das ist sicher der Traum eines jeden Gartenfreundes. Es muss nicht groß sein, schon 7 bis 10 m2 Fläche reichen aus, sollte aber möglichst beheizbar sein. Der Aussaatzeitpunkt hängt von der Ausstattung und den Heizungsmöglichkeiten ab. Wichtig ist, dass auch an kalten Tagen die notwendige Keim- und Sämlingstemperatur gehalten wird. Ist das Gewächshaus nicht beheizbar, so kann mit der Arbeit auch nicht früher als in einem kalten Frühbeet begonnen werden. Rechtzeitiges Schattieren ist im Gewächshaus ebenfalls sehr wichtig. Im einfachsten Fall gelingt dies mit Schattierleinen, das an sonnigen Tagen von außen auf das Gewächshaus gelegt werden kann. Mit Schattierfarbe kann den Sommer über eine dauerhafte Schattierung ausgebracht werden, die dann im Frühherbst wieder abgewaschen wird.
  • Aussaaten gut vorbereiten:
    Von der Aussaat kann einige Zeit vergehen, bis man die Jungpflanzen ins Freie setzen kann. Deshalb sind die Aussaattermine unbedingt einzuhalten, damit die jungen Pflanzen kräftig und in der richtigen Größe aus dem Gewächshaus ins Freie umgesetzt werden können. Dies kann bei frostempfindlichen Arten meist erst ab Mitte Mai erfolgen. Bei der Planung ist auch daran zu denken, dass die Pflanzen von Tag zu Tag mehr Platz brauchen und rasch kümmern, wenn wir ihnen diesen nicht geben können. Aussaaten im Gewächshaus sollten stets in Aussaatgefäßen erfolgen. So ist man flexibler und kann bei Bedarf auch schnell einmal alles umstellen.
  • Das passende Aussaatgefäß:
    Sät man breitwürfig in eine Saatkiste, dann wachsen die Wurzeln breit und unkontrolliert und werden beim Pikieren teilweise abgerissen. Die Pflanze braucht dann einige Zeit, bis die Wurzeln sich wieder regeneriert haben. Die oberirdischen Teile dieser Sämlingspflanzen wachsen in dieser Zeit kaum. Besser geeignet fürs Aussäen von Jungpflanzen sind Topfplatten. Sie geben den Sämlingen einen abgeschlossenen Raum für die Wurzelentwicklung. Werden sie aus diesen umgesetzt, wachsen sie sofort weiter, weil die Wurzeln dabei nicht beschädigt oder gestört werden. Pro Topf kann man gleich zwei bis drei Körner aussäen.
    In meinem Gartenkatalog finden Sie eine besonders große Auswahl von mir erprobter Saatkisten, Torf- und Kunststoffplatten.
  • Die richtige Aussaaterde:
    Für Aussaaten eignen sich am besten Spezialerden wie meine Aussaat- und Pikiererde (Art. 270 300), da sie eine extrafeine Struktur und optimale Wasserführung aufweist. Spezielle Vermehrungserden sind nicht so stark aufgedüngt, was die zarten Wurzeln der Sämlinge überhaupt nicht vertragen.
  • So wird ausgesät:
    Die Erde füllt man in Saatgefäße, drückt sie an den Rändern an und ebnet alles sorgfältig ein. Feinsämereien verteilt man gleichmäßig auf der Oberfläche und drückt sie mit einem kleinen Brettchen an. Gröbere Samen sät man in Reihen und bedeckt sie mit einer Erdschicht, die etwa so dick wie das Samenkorn ist. Anschließend gießt man die Aussaaten mit einer sehr feinen Brause an. Wichtig ist, dass das Substrat gleichmäßig feucht gehalten wird. Schon ein einmaliges Austrocknen während der Keimung kann den Vorgang vollständig unterbinden. 
  •  Standort und Pflege:
    Bis zur Keimung werden die Gefäße mit einer Glasscheibe oder Folie abgedeckt, und zwar so, dass ein
    kleiner Luftspalt bestehen bleibt. An sonnigen Tagen müssen die empfindlichen Aussaaten zusätzlich mit Zeitungspapier schattiert werden. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, werden sämtliche Abdeckungen entfernt. Nun beginnt die schwierigste Phase im Leben der Sämlinge, sie benötigen volles Tageslicht, dürfen aber nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden und vor allem nicht austrocknen. Häufig ist es so, dass Sämlinge dünn und langstielig werden oder sogar umknicken, wenn sie entweder mit zu wenig Licht oder zu hoher Wärme gewachsen sind. Auch ein zu nasses Substrat kann die Ursache sein. Dann ist es häufig so, dass sich die Keimlinge am Grund bräunlich verfärben und faulen. Ein Abstreuen mit Sand oder Vermiculite anstatt mit Aussaaterde hält die Oberfläche trockener. Wer kerzengerade Pflanzen ziehen will, muss die Aussaatgefäße täglich drehen - jeden Tag um ein Viertel, so dass sie nach vier Tagen wieder in ihrer Ausgangsstellung stehen. Bei direkter Sonneneinstrahlung muss im Zimmer genauso gut schattiert werden wie im Gewächshaus.
  • Pikieren:
    Ist der kritische Zeitpunkt des Auflaufens überwunden und die Sämlinge wachsen zügig, folgt das Pikieren. Die Sämlinge setzt man entweder in Pikierkisten oder direkt in kleine Töpfe um,  die mit Aussaat- oder Pikiererde oder einer Mischung aus Blumenerde und Aussaaterde im Verhältnis 1:1 gefüllt sind. Die Wurzelbildung in kleinen Töpfen kostet zwar anfangs etwas mehr Platz, die jungen Pflanzen werden aber später nicht noch einmal in ihrer Entwicklung gestört. Wichtig ist, dass beim Pikieren die Wurzeln möglichst vollständig mit dem Sämling umgesetzt werden. Werden sie geknickt, dann geht auch meist der Sämling ein. Ist die Wurzel jedoch sehr lang, so kann die Spitze abgekniffen werden. Unverzichtbar zum Vereinzeln von Sämlingen ist das Pikier-Set mit Pikierstab und Pikiergabel (Art. 280 162).
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Saatgut lagern und Keimfähigkeit prüfen

Die meisten Gemüsearten und Sommerblumen behalten ihre Keimfähigkeit über mehrere Jahre, vorausgesetzt, sie werden richtig gelagert. Samentüten sollten gut verschlossen, trocken und kühl aufbewahrt werden, am besten in dicht verschließbaren Dosen oder Gläsern. Saatgut, das in einem Karton im Gartenhaus gelagert wird, kann bei zu hohen Temperaturen stark an Keimfähigkeit verlieren.
Um zu prüfen, ob das vom Vorjahr übrig gebliebene Saatgut noch brauchbar ist, kann man einige Samen in Schalen oder Töpfe mit Aussaaterde oder einfach auf feuchte Filterpapiertaschen auslegen. Diese werden unter optimalen Bedingungen aufgestellt und gepflegt. Anhand der aufgelaufenen Samen kann man die prozentuale Keimfähigkeit berechnen. Hat die Keimfähigkeit während der Lagerung abgenommen, ist es besser, neues Saatgut zu kaufen.

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F1-Hybriden

Bei der Hybridzüchtung züchtet man zunächst zwei völlig unterschiedliche, in sich reinerbige Elternlinien und kreuzt diese dann gezielt miteinander. Nur die erste Nachfolge- bzw. Filialgeneration (die sogenannten F1-Hybriden) weist die gewünschten Eigenschaften auf. Ein Nachbau von F1-Pflanzen hat keinen Sinn, da die Nachkommen (die F2-Generation) aufspalten; sie sehen anders aus und sind meist von minderer Qualität. F1-Saatgut muss daher immer wieder aus Kreuzung der Elternlinien hergestellt werden, was sehr aufwändig ist. Daher resultiert auch der höhere Preis.

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